Das Logbuch = Der Erlebnisbericht meiner Transatlantiküberquerung 2006

 

 

                   

 

                                                                                                         

 

 

 

 

Mein Flugticket ins Abenteuer Karibik

 

Den Atlantik mit einem Segelboot überqueren. Warum macht man das? Wie kommt man als normale berufstätige, verheiratete Frau in den mittleren Jahren auf diese Idee?

Zum Beispiel weil ein guter Bekannter einen am 08.03.06 anruft und fragt: 

>>Was machst Du diesen Sommer? Hast Du Lust mit mir Segeln zu gehen? Kostet Dich keinen Cent. Hand für Koje. Eine Bootsüberführung.<<

Ich dachte damals ich werde "veräppelt" bis zu dem Moment wo ich das oben abgebildete Flugticket auf meinen Namen ausgestellt in Händen hielt. Ich war - von einem zwei Tage Törn auf dem Ijsselmeer abgesehen - noch nie Segeln. Ich hatte keine Ahnung von Segelbooten, von der Seglersprache, den Fachbegriffen,...

Mein Mann war ausschlaggebend. Er zeigte mir Segelvideos. YouTube kann da sehr aufschlußreich sein. Er sagte zu mir: >>Eines der letzten Abenteuer der Menschheit heutzutage. Wenn Du es nicht tust, mache ich es. So eine Gelegenheit bekommt man nur einmal im Leben.<<

So kam es dann das am 23.03.2006 ein Mercedes vor unserem Haus hielt. Der Skipper Gerd welcher mir dieses Angebot gemacht hatte und Werner - ein weiterer Segler der in Nassau zu uns stoßen sollte - holten mich ab.

Eine letzte Umarmung und ich war auf dem Weg nach Paris Orly. Dem Inlandsflughafen von dem wir am folgendem Tag in die Karibik fliegen sollten. Werner fuhr wieder zurück nach Düsseldorf. Gerd und ich stiegen im Hotel IBIS ab. Ein grauseliges Hotel. Aber es tat seinen Zweck. Zumindest war es sauber. Mit einem Taxi fuhren wir nach kurzem frisch machen in die Pariser Innenstadt. 

Mein erster Besuch in Paris. Gerd war schon öfter in der Stadt der Liebe gewesen und führte mich mithilfe der Métro zu vielen schönen Plätzen. Ich sah Sacré-Coer, den Montmartre, Champs Elysées,.. zum Schluß suchten wir dann ein kleines Bistro mit Livemusik nahe Notre Dame auf. Danach ging es via Taxi zurück nach Orly.

Dann endlich...  Am Freitag dem 24. März um 12.50 MEZ flog ich nach Martinique mit Air Carai'bes. Ziel war der Flughafen der Hauptstadt Fort de France. Der Flug dauerte acht Stunden und zehn Minuten. Ich hatte 6857km bzw. 4261miles hinter mir... Zeitunterschied betrug fünf Stunden plus. Als ich in der Ankunftshalle ankam bekam ich fast einen Schlag. Ortszeit war hier erst 16Uhr. Eine für mich ungewohnt hohe Luftfeuchtigkeit und eine Temperatur von ca. 26°C empfing mich. Es erinnerte mich vom Geruch her an ein zu warmes, sehr feuchtes Hallenbad. So roch früher das Wellenbad in Düsseldorf auf der Grünstraße. 

Nach der Ankunft hieß es das Gerd und ich noch einige Stunden auf den Eigner des Katamarans in Flughafennähe warten müßten da deren Flieger einiges an Verspätung hätte. Gerd führte mich zu einer Bar gegenüber des Flughafens wo wir dann unser erstes einheimisches Bier tranken. Wir lernten ein Pärchen kennen welches uns einlud uns zu ihnen an den Tisch zu setzen. Die Bar war fast bis auf den letzten Platz belegt. Somit nahmen wir deren Angebot gerne an.

Eine Woche Urlaub auf einem Schiff des Club Med waren für sie vorbei. Ich wunderte mich über ihre bronzene Hautfarbe die sie innerhalb einer Woche unter karibischer Sonne angenommen hatten. Die Zwei mokierten sich darüber das die Menschen (die Franzosen hier) sehr arrogant wären. Kontakt knüpfen wenn man kein Französisch spräche sei schier unmöglich. Aber die Karibik ansonsten....  sei wunderschön.

Ich kniff innerlich die Augenbrauen zusammen. Komischer Kommentar. Er erinnerte mich an viele Menschen die auch in Deutschland immer sagten: Die Provence ist Wunderschön... nur mit den Franzosen kann ich nicht. 

Zum Glück ging bald ihr Flug zurück nach Deutschland und weitere Konversation blieb mir mit dem Pärchen erspart. Ich begann das Leben um mich herum zu beobachten und sog die warme Luft in mich auf. Machte mich mit den Gerüchen vertraut. Dachte an Deutschland. Kalt, feucht und grau war es dort. Hier hatte ich einen wunderschönen Sonnenuntergang. Sah Palmenblätter die sich in warmen leichtem Wind bewegten. Hörte Vögel zwitschern. Nahm mir unbekannte Gerüche war. Es war himmlisch.

Die Zeit verging immer langsamer. Die Eigner (Adolf und sein Schwiegersohn Jürgen) kamen erst gegen 21.50Uhr Ortszeit mit einem verspäteteten Flieger an. Vom Sitzen den ganzen Tag und der für mich ungewöhnlichen Luft um mich war ich sehr schläfrig geworden. Aber endlich ging es gegen 22.30Uhr mit einem Großraumtaxi nach Le Marin.

(Infos über Le Marin : http://de.wikipedia.org/wiki/Le_Marin )

Die Fahrt dauerte bis nach Mitternacht da wir die halbe Insel Martinique durchqueren mußten. Nachdem wir alles Gepäck auf dem Schiff (einem Katamaran von Fountain Pajot) verstaut hatten, machten wir vier uns auf den Weg in ein Restaurant/Bistro. Hier herrschten anscheinend andere Öffnungszeiten der Gastronomie. Das Bistro "Mango Bay" das wir aufsuchten lag direkt an unserem Steg und war um diese Zeit noch gut besucht mit Seglern aus der ganzen Welt. Adolf, Jürgen, Gerd und ich tranken ich noch ein paar kühle Blonde. Danach ging es ab in die Koje. Meine erste Nacht in meiner Kabine. Ich schlief fast sofort ein. Der Tag war lang.

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25. März Samstag

Ich wachte tatsächlich schon gegen 06.00Uhr auf. Unterzog mich nur einer Katzenwäsche weil ich leise sein wollte. Alle anderen schliefen wohl noch. Danach sprang ich von Bord und machte mich auf dem Weg quer durch die Marina auf der Suche nach Kaffee und Brot, Brötchen, Croissants oder ähnlichem.

Ergebnis: Mit einem Tablett auf dem sich vier heiße doppelte Espressi, vier Crossaints und vier petit Pain avec Chocolat befanden stand ich nach einer Weile wieder am Steg. Die Freude bei den drei Männern war groß. Erstes Frühstück an Bord. Der Kaffee weckte Tote wieder auf. Die Croissants und das Brot war noch warm. Herrlich.

Nach unserem Dejeunier packte ich erst einmal ordentlich mein Gepäck aus und verstaute alles in meiner Kajüte und in meinem Fach im Bad. 

Adolf organisierte einen Mietwagen (Renault). Dadurch konnten Gerd und ich etwas später im nächsten Supermarkt Proviant für die nächsten Tage besorgen. Wasser, Bier, Wein, Cola, Zucker, Eier, Nudeln, Kartoffel, ....

Gegen 13Uhr hielten die Männer dann Siesta. Sogar Jürgen der in meinem Alter war. Keine Kondition hatten die Herren. Ich war aufgekratzt und hibbelig und konnte mal wieder nicht stillsitzen. Da mir noch einiges eingefallen war was wir brauchen könnten, ging ich los und machte mich auf die Suche nach einem anderen Supermarkt um die fehlenden Sachen wie Olivenöl, Salz usw. zu besorgen.

Ich begab mich Richtung Ortsmitte. Dazu ging es einiges bergauf. Eine alte Kirche aus dem 17. Jhdt. fand ich ganz oben auf einem Hügel gelegen vor. Der Blick über die Ortschaft Le Marin und den Küstenstreifen war traumhaft.

Erst einmal richtete ich meine Kleidung ordentlich und nahm die Baseballkappe vom Kopf. Danach schaute ich mir die Kirche von innen an. Eine interessante, mir unbekannte Holzdachkonstruktion mit wunderschönen rötlichen Holzbalken zog mich in ihren Bann. Einen sehr warmen Farbton hatte dieses Holz. Metallene Gedächtnistafeln die an "Sponsoren" erinnerten und Menschen die der See zum Opfer gefallen waren, waren überall in den weiß gekälkten Wänden eingelassen.

Etwas später sprach ich auf dem Kirchenvorplatz eine Farbige circa Anfang 30 an. Ich wollte doch erfahren wo der nächste Supermarché zu finden sei. Welch ein Glück denn sie war aus Le Marin.

(Mein Französisch ist miserabel und die Menschen sind hier sollen ja sehr stur sein eine andere Sprache auch nur ansatzweise zu benutzen - erinnerte mich an das Gespräch mit dem "Club Med Pärchen". Komischerweise merkte ich nichts davon!) Die nette Dame erklärte sich sofort bereit mich zu einem Supermarkt zu fahren, nachdem sie verstanden hatte das ich allein und ohne Auto unterwegs war. Es sei weit und zu heiß sagte sie. Widerrede war zwecklos. Michele Mouton wäre nicht langsamer mit mir durch die Kurven geheizt dachte ich. War das karibischer Fahrstil? Ich stemmte mich mit den Füßen so gut es ging im Fußraum ab. Angeschnallt sah ich hier niemanden. Nach ca. fünzehn Minuten hielten wir wohlbehalten vor "Champion". Die Zeit verging wie im Flug da wir uns während der Fahrt über alle Länder unterhielten die wir schon gesehen hatten. Zum Schluß wünschte sie mir einen angenehmen Aufenthalt in ihrer Heimat und auf meiner Reise. Meine erste Begegnung mit den farbigen Einheimischen hätter besser nicht sein können!

Mit Grausen dachte ich an den Rückweg. Es war 14.30Uhr. Weit über 30°C. und keine Wolke am Himmel. Ich lief gerne. Aber unter diesen Bedingungen wie ein Packesel mit Tüten beidhändig unterwegs zu sein war nicht angenehm.

Gegen 17.50Uhr kam ich dann endlich wieder am Schiff an. Das kalte Bier tat megagut. Da wir ja am Steg angedockt waren konnte ich auch eine Süßwasserdusche genießen welche ich nach dem Weg von drei Stunden (Unterbrechung am Strand nahe der Marina mitgerechnet) auch bitter nötig hatte. 

Die Herren waren auch wieder erwacht. Ich wurde vom Skipper zum offiziellen Lebensmittelbeschaffer ernannt... Er nannte es Versorgungsoffizier. >>Viel Spass auf Cuba<< kam dann noch sein Kommentar. Da Frauen auf einem Schiff nicht erwünscht/erlaubt sind, wurde ich befördert zum 1WO = 1. Wachoffizier. Ich würde auf der Reise erfahren was es bedeutet richtig müde zu sein und trotzdem den Horizont aufmerksam zu beobachten und nach "komischen Lichtern Ausschau zu halten". Wenn ich geglaubt hätte das dieses eine Vergnügungsreise würde, hätte ich mich getäuscht. Adolf und Jürgen lachten aber stimmten Gerd in allen Punkten zu. Ich fand dieses Gespräch nicht besonders witzig. Ich wußte das ich mich nicht auf der SeaCloud oder StarClipper umgeben von Lakaien befand.

Kurz vor 18Uhr machten sich Adolf und Jürgen dann auf den Weg Christina (Adolfs Tochter-Jürgens Schwägerin) vom Flughafen abzuholen.

Gegen 19.30Uhr gingen Gerd und ich ins Restaurant/Bistro "Mango Bay". Es gab Livemusik. Die Band coverte alte Blues-, Rock-, Popsongs. Wie die Blues-Brothers-Band. Die Akustik,... alles passte. Ich hatte schon schlechtere Livemusik gehört.

Mein erstes richtiges Abendessen in der Karibik. Ich bestellte mir eine Dorade mit Brot und Salat. Später gab es dann Tequila Sunrise als Degestiv. Nachts gegen halb eins machte ich mich dann auf den Heimweg zum Boot. Gerd blieb noch in der Mango Bay.

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26. März Sonntag

Schon gegen 08Uhr stand ich auf da ich nicht mehr schlafen konnte. Braucht man in der Karibik weniger Schlaf? Ich hatte ein komisches Gefühl im Bauch. War der Fisch gestern nicht gut gewesen? Hatte mich etwas gestochen was ich nicht gemerkt hatte? Mein gesamter Impfschutz war schon vor Jahren abgelaufen. Ich hasste Nadeln und hatte diesbezüglich eine Vogel Strauß Mentalität entwickelt. Meine Fußknöchel waren stark angeschwollen. Toll! Ödeme. Stützstrümpfe bei dem Wetter anziehen? Niemals!

Ich fragte mich sowieso was ich anziehen sollte. Mein "Spaziergang" gestern hatte einen heftigen Sonnenbrand an Schultern, Nacken, Armen und Beinen hinterlassen. Sich im Wasser abkühlen erwies sich auch als zwecklos denn es waren 28°C Lufttemperatur und fast 32°C Wassertemperatur kombiniert mit leichtem Westwind. 

Zum Frühstück mußte ich mich zwingen. Circa 30 Min. später bekam ich starken Durchfall und der Kreislauf verschwand. Ich habe wirklich Kreise vor den Augen gesehen. Somit wankte ich in die Koje, legte die Füße hoch und harrte der Dinge die da kamen.

Gegen 15.30Uhr schaffte ich es dann schließlich wieder mich aufzurappeln. Endlich meldete sich gegen 16.45Uhr auch ein leichtes Hungergefühl. Ich war wieder genesen. Machte mir ein Käse-Salamibaguette und aß es mit Heißhunger. Die anderen ließen mich in Ruhe. Gerd musterte mich abschätzend sagte aber nichts.

Gegen 20.00Uhr ließ ich dann den Tag in meiner Koje ausklingen. In Deutschland hatte ich einiges an Lektüre eingepackt. GEO Magazin Karibik und weitere Reiseführer, Seglerhefte und ein Buch von Greg Iles. Ich fühlte mich sehr bescheiden. Was war mit mir los? Zum Glück übermannte mich bald der Schlaf.

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27. März Montag

Schon wieder wurde ich gegen halb acht wach. Mir ging es wieder gut. Als wäre nichts gewesen. Klimatische Umstellung? Ich wußte nicht was es war. Weiß es bis heute nicht.

An diesem Montag lernte ich einen richtig netten und charmanten Schiffsvermieter - Vercharterer in Le Marin kennen. Er sah aus wie Robert Redford. Monsieur Tanguy. Adolf hatte den Katamaran von ihm gekauft. M. Tanguy lies seine Boote immer zwei- drei Jahre in Charter. Dann stieß er sie ab. Ich konnte mich nicht daran erinnern wann ich das letzte mal einen Mann mit so schönen Zähnen gesehen hatte. Es war sehr erquickend sich mit ihm zu unterhalten. Wir haben viel gelacht und gescherzt. Er bot mir an seinen PC fürs Internet zu benutzen. Somit konnte ich endlich den 1. Eintrag meines Logbuches senden. Aber an diese Tastatur hier in der Karibik mußte ich mich noch gewöhnen. Umlaute,.. alles war anders angeordnet. 

Inzwischen wuchs in mir die Ungeduld wann es endlich losgehen würde mit dem offenen Wasser. Heute war mein dritter Tag in Le Marin. 

Gerd meinte nur: >>Warte Mädel.... kommt alles und das nicht zu knapp. Ruhe Dich aus, später hast Du dazu keine, absolut keine Zeit mehr. Der 1. Schlag geht minimum fünf Tage Nonstop. Können auch acht Tage werden. Genieße die Ruhe!!!<<

Adolf, Jürgen und Christina hatten den Renault in Beschlag genommen um große Einkäufe auf Martinique zu machen.

Sie sagten das es auf Cuba nichts gäbe. Die Sachen des täglichen Lebens würden fehlen. Sachen an die wir "Wessis" uns sehr gewöhnt hätten und uns als unabkömmlich vorkämen. Fön, Haar- und Gesichtsmasken/Kuren, gute Messer, Geschirr, Bettwäsche, Tuch in verschiedensten Variationen halt, Schnapsgläser, Nähmaschinen, Mikrowellen, bestimmtes Werkzeug,....

So wollten sie drei heute den ganzen Tag unterwegs sein und danach die freien Kabinen mit allem füllen.

Ihren Erzählungen nach sei Cuba von den Menschen her traumhaft. Es seien sehr freundliche Menschen welche einen schnell ansprächen wenn keine Polizei und ähnliches in der Nähe sei. Nicht weil sie einen anbaggern wollen im erotischen Sinn (das u.a. auch aber ist wohl nicht so häufig wie erzählt wird) sondern weil sie alle Nichtcubaner einfach nur kennenlernen wollen. Neugierig und offen sind auf alles was anders ist. Wissen wollen wie es ist außerhalb von Cuba zu leben.

Die Bürokratie und alles was damit zu tun hatte machte einen wahnsinnig. Ansonsten sei Cuba das Land ihrer Wahl. Die Menschen, das Land überhaupt. Ich sollte selber sehen, es würde sie nicht wundern wenn ich nach einer Weile sagen würde: Ich will hier bleiben für immer. Nun ja... ICH WAR SEIT DEM HEUTIGEN TAG IM BESITZ EINES VISUMS FÜR CUBA! 180 TAGE GÜLTIG!! (Gerd hatte mir diese Bescheinigung am Vormittag überreicht.)

Mit dem Sozialismus könnte man sich arrangieren meinten sie weiter. Die Ostdeutschen sagen ja heute noch... früher wäre vieles besser gewesen. Cuba sei ein wenig wie die DDR, nur das Klima sei besser ;-)

Da ich die DDR noch gut in Erinnerung hatte aus Reisen in den 70´gern und 80ígern in denen ich fast jedes Jahr Besucherin dieses sozialisitschen Zoos war, ahnte ich was Christina und die anderen beiden mir sagen wollten. 

Weitere politische Kommentare lasse ich hier weg. Kenner wissen warum.

Da mit Gerd wieder nichts anzufangen war verbrachte ich den Tag mit mir selbst auferlegtem organisiertem Nichtstun und damit kreuz und quer durch Le Marin und Umgebung zu spazieren. Mir die anderen Boote anschauen, das Wetter auf meiner Haut zu fühlen, und mich auf das Abendessen zu freuen. Mein Sonnenbrand von Samstag Nachmittag war mir eine Lehre. Nun trug ich ein weites T-Shirt um meine Haut vor weiterem Schaden zu schützen. Ich hatte Deutschland so blass verlassen wie eine britische Königstochter. Wollte nicht aussehen wie ein typischer Nordeuropäer auf Mallorca. Hummerrot.

Gerd fand ich immer wenn ich ihn suchte in seiner Koje oder in der Bar. Von daher hatte ich Zeit für mich. Ich war enttäuscht. Er hatte in Deutschland gesagt, das er mir auch einiges, wenn die Zeit es zuläßt, von Land und Leuten zeigen würde. Ebenso hatte er mir versprochen wenn wir angekommen wären und er Kontakt zu Adolf gehant hätte mir endlich den abgesprochenen Obolus von 500 Euro auzuhändigen. Wir hatten ausgemacht das ich diese Summe jeden Monat von ihm erhielte dafür das ich ihm helfe. Weiterhin war abgesprochen das ich nicht einen Cent ausgeben müßte auf dieser Reise weil ich alles (ja ALLES) frei hätte. ... bis auf Souvenirs die ich mir kaufen wollte. Ich sollte in den nächsten Wochen eines Besseren belehrt werden.

Ich sprach Gerd darauf an. Er grunzte nur Unverständliches in seinen Bart. Auf Nachfrage verschwand er wieder vom Boot. Mir blieb nichts anderes übrig als die Achseln zu zucken und das Beste im Moment aus dieser Situation zu machen.

Um 19Uhr war wieder Abendessen in einem Restaurant am Rande von Le Marin angesagt. Gerd sagte wir würden noch oft genug an Bord kochen müssen. Die Preise fand ich zu hoch. Eine Pizza Margherita minimum acht Euro. Ein Salat 10 -12€. Ein Bier drei Euro. Drunter gab es nichts. Ich bestellte mir Hähnchen in Senfsauce mit Salat und Reis. Dazu eine Flasche Wasser. Hinterher noch in die Bar. Dort gab es für die anderen Bier. Ich probierte einen Margherita. (Tequila Sunrise schmeckt mir besser). Gegen 22Uhr gingen wir fünf wieder an Bord. Dort köpften wir dann noch eine Flasche Cotes du Rhone. Gegen halb zwölf ging für mich dann das Licht aus.

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28. März Dienstag

Wieder waren wir alle gegen sieben Uhr wach. Es folgten Nescafé und petit pain zum Frühstück.

Die Männer machten sich danach an die Arbeit am Boot die noch nötigen Reparaturen durchzuführen bevor sie gegen 17.30Uhr von Christina zum Flughafen gefahren wurden.

Nach der Verabschiedung ging ich an einen Strand welchen ich im Zuge meiner Spaziergänge entdeckt hatte. Ich wußte das ich von dort aus einen wunderschönen Blick auf den Sonnenuntergang haben würde. Dem war auch so.Der Sand auf dem ich saß war sehr fein und hell. Um mich herum Kokospalmen.Von einer weiter entfernten Bar hörte ich leise Musik. Ab und an auch lachen und Gesprächsfetzen. Es war etwas abgekühlt aber immernoch konnte man ohne die Schultern zu bedecken es gut aushalten ohne auch nur Ansatzweise zu frösteln. Es war unbeschreiblich. Aber auch traurig. Niemand war da zum anlehnen. Nachdem die rote Kugel im Meer eingetaucht war ging ich zurück zur Marina. 

Gerd war nicht auf dem Kat. Ich fand ihn in der Mango Bay. Wir lernten an diesem Abend Cosima und Michael aus Remscheid kennen. Sie hatten ihre Hochzeitsreise vorverlegt. Das Bier floß reichlich. Der Abend mit den beiden war richtig schön. Es harmonierte in wundervoller Form.

Gegen halb eins lief ich dann zurück zum Boot. Christina war auch wieder da. Wir beide unterhielten uns noch ein wenig dann gingen wir schlafen. Wann Gerd kam kann ich nicht sagen.

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29. März Mittwoch

Gerd schraubte mit Monsieur Tanguy und seinem Angestellten Maximilian am Katamaran herum. Dadurch wurde ich wach. Es war schon 09Uhr durch. "Robert Redford" an Bord und ich sah aus auf dem Kopf wie Campino von den toten Hosen. Schnell brachte ich mein Äußeres wenigstens grob in Ordnung und ging mit einer Tasse Nescafé an Deck um zu beobachten wer -  was sich um mich herum tat. Maximilian war auch da. Christina kam ebenfalls nach oben aber fuhr direkt weg. Weiteres Einkaufen für Cuba. In einen kleinen Renault passt nicht soviel auf einmal.

So setzte ich mich auf den höchsten Platz und beobachtete die Männer um mich herum. Auch auf den anderen Booten war viel Bewegung.

Überall wurde geschrubbt, geputzt, klar Schiff gemacht. Einige hatten Radio u.ä. an. Ich hörte eine junge Angestellte von Msr Tanguy mitsingen. Ebenfalls eine Einheimische wie Maximilian. Wunderschön. Hautfarbe wie Cocoa, schimmernd wie Seide. Eine Figur das man als Frau nur neidisch werden konnte und laszive natürliche Bewegungen wie ich sie noch nie in Europa gesehen hatte. Sie tanzte beim putzen. Es war inzwischen an die 11Uhr. Heiß. Windstill. Man merkte es ihr nicht an. Circa 20 Jahre alt mag sie gewesen sein. Die Männer beachteten sie nicht. Besser gesagt... man merkte das sie solche attraktiven Anblicke wohl hier  gewöhnt waren. In Nordeuropa hätte dieses Mädchen alles um sie herum zum Stillstand gebracht.

Am späten Nachmittag war Christina wieder da. Ich half ihr wo noch Platz war die Sachen welche sie besorgt hatte zu verstauen.

Gerd nahm mich mit in den Seglershop der Marina. Wir mußten noch einen Flaggenstock, Flaggen der Länder besorgen wo wir hinfuhren (Gastlandflaggen). Erstmal die von Cuba, Jamaica, Bahamas und den Bermudas.

Er klärte mich auf das wenn man in das Hoheitsgebiet des Landes kommt, eine Courtasyflagg hisst. Dies sei dann eine Höflichkeitsgeste. Es gehörte sich so unter Seefahrern das man eine Flagge des Landes aufzieht in dessen Hoheitsgewässer man eintaucht.

Langsam gewöhnte ich mich an die karibischen Temperaturen und den Luftfeuchtigkeitsgehalt. Wie immer gegen Mittag waren es über 30°C Luft- und ebenfalls auch über 30°C Wassertemperatur.

Inzwischen kannte ich jede Straße in Le Marin. Nicht viel von Martinique sagte ich mir selbst und war innerlich inzwischen agressiv. Fragte mich wie wohl der weitere Törn aussehen würde. Ich nahm mir vor mochmal ein ernstes Gespräch mit Gerhard zu führen. Wenn wir hier sozusagen rumsitzen und warten... könnten wir uns auch mal geographisch und kulturell bilden. Es konnte doch nicht sein das alles was ich kennenlerne wenn ich mit Gerd zusammen unterwegs war aus Marinas, Hafenkneipen uns Supermärkte bestünde.

Gegen 19Uhr erfreulicherweise wieder in der Mango Bay Cosima und Michael getroffen. Sie erzählten ihre Tageserlebnisse. Das sie sich einen Vulkankrater angeschaut hatten uvm. Meine Laune sank noch tiefer in den Keller. Aber ich ließ mir nichts anmerken. Die zwei konnen ja nichts für meine Situation. Es wurde ein schöner Abend dank deren Anwesenheit.

Ich verlies die Mango Bay wie zu erwarten war wieder ohne Gerd. Auf dem Kat angekommen sprach ich Christina welche sich nach ihrer Rückkehr aus Fort de France in der Plicht bequem gemacht hatte auf Gerds Verhalten an. Sie meinte: >> Das ist normal für Gerhard. Auf See soll er der Beste sein. An Land....<<

Mehr möchte ich hier nicht von diesem Gespräch sagen.

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30. März Donnerstag

Nach dem obligatorischen Nescafé - Frühstück ging es mit dem Auto in verschiedene Supermärkte rund um Le Marin. Unter anderem fanden wir auch den Supermarche wieder welchen ich ja schomal vor einigen Tagen "gefunden" hatte. Es ging um restliche Proviantauffüllung für die Reise. Sollte es jetzt tatsächlich endlich losgehen?

Sechs Paletten Bierdosen, 50 Liter Wasser in Plastikflaschen, Kartoffel, Konservendosen, Milch, Zucker etc.

Sechs Paletten Bier für zwei Personen bei einer geplanten Reisedauer von circa acht bis 10 Tagen? Als ich Gerd fragte warum soviel Bier fuhr er mich an ich solte meinen Mund halten. Mich würde es nicht einen Cent kosten. Unser erster großer Riesenkrach während der Reise war da. Ich konterte mit Aufsichtspflicht, klarem Kopf bei Segelmanövern, Verantwortung auch mir Gegenüber,...Schließlich verbot Gerd mir den Mund nochmals mit sehr uncharmanten Worten. Sein Wille sei Gesetz! Ich könnte ja wieder nach Hause fliegen. Er hatte gut reden. Da ich ihm fast all mein Bargeld schon ausgehändigt hatte (weil er ja schon in Paris wegen unserem Übergepäck sich Euros bei mir "borge" mußte) Ich die vereinbarte Heuer von 500€ ebenfalls nicht ausgehändigt Bzw. überwiesen bekam, war mein Konto leer und ich konnte mir kein Flugticket leisten. Sicher hätte ich in Deutschland anrufen können, meinen Mann um Hilfe bitten... aber ich hatte auch meinen Stolz. Ich wollte diese Atlantiküberquerung machen. Und wenn Gerd sich zum Tyrannen entpuppen würde, ich genug gerlernt hatte, traute ich mir damals in meiner Wut zu - ihn über Bord zu schmeißen und alleine den Weg zurück nach Europa zu finden. Jetzt im Nachhinein weiß ich das ich es sogar geschafft hätte alleine.

Die Plackerei das eingekaufte Zeug bei dem warmen Wetter aus dem Wagen in das Schiff zu bekommen war extrem. An mir lief der Schweiss in Strömen hinab. Der Skipper und ich wechselten kein Wort mehr miteinander.

Natürlich ging es wie immer am Abend in die Mango Bay. An diesem Abend lernte ich Andreas kennen. Er war 32 Jahre alt. Ursprünglich aus München. Seit einigen Jahren reiste er durch die Welt. Vor wenigen Tagen war er noch in Panama. Jetzt wollte er hier auf Martinique sein Boot reparieren. Es schien als ob Andreas Geld sparen müßte. Er klaute Gerd seine Zigaretten und prellte die Rechnung.

Was war noch? Ach ja.. Der Tequila ist auch mit Limone sehr zu empfehlen. Wenn man hier EINEN Tequila bestellt ist das so als ob man in Deutschland sagt: Ich möchte einen fünffachen. Inwischen hatte ich mich auch mit der Kellnerin Valeriè angefreundet. Ein süsses Schokoküsschen! Eine richtig liebe Frau. Ein Lächeln übers ganze Gesicht. Sie alleine ist nach wie vor ein Grund für mich wieder nach Martinique zu fliegen.

Desweiteren einen Österreicher an jenem Abend kennengelernt. Victor aus Salzburg. Circa anfang 60 an Jahren welcher seit Jahren auf dem Wasser lebte. Früher ein "guter Geschäftsmann" gewesen. Sehr souverän.

Gerd informierte sich über den neuesten Klatsch der Gegend. Das ist wohl Usus in Seglerkreisen. Man informiert sich in bestimmten Hafenkneipen beim Bierchen wer wo gerade ist, wo geklaut wird, was in der letzen Zeit mit dem Wetter so war usw. Man bestätigte mir das wirklich jeden Tag "Rasmus" seinen Sherry oder Port bekäme. Rasmus ist der Meeresgott der Seefahrer. Jeden Tag muß man ihm ein Glas Alkohol opfern (ins Wasser kippen). Dabei muß man auch "beten". Er solle Unheil von einem fernhalten und einem gut gesonnen sein. Zur Reling gehen, beten, und das Glas Wein in die See leeren. Man muß aufpassen sagt Gerd. >>Gibt man Rasmus zuviel Alkohol ist er besoffen und kann einen nicht beschützen. Gibt man ihm zuwenig ist er beleidigt und schickt einem eine Flaute oder evtl zuviel Wind.<< Nach Rasmus müssen alle Offiziere auch einen Schluck zu sich nehmen.

Um ein Uhr nachts war ich wieder auf dem Katamaran. Es war absolut still. Ich setzte mich aufs Vorschiff und beobachtete den Sternenhimmel und die spiegelglatte Wasseroberfläche in der Marina. Etwas später ging ich schlafen.

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 31.März Freitag

An diesem Freitag war wieder nichts mit lossegeln. Wir warteten immernoch darauf das der alte Eigner (M. Tanguy) des Katamarans endlich die Bestätigung des Geldeingangs auf seinem Konto erhielt. Die Bank von Adolf war bei der Zusammenarbeit mit der Bank von Martinique wohl nicht so schnell. Somit mußten wir wieder mit dem Ablegen warten.

Abends sind Gerd und ich wieder in die Mango Bay. Heute war dort "Germanenstammtisch".

Alle deutschsprachigen Segler treffen sich Freitags um 18Uhr. Dann ist Happy Hour. Es gibt zwei Bier zum Preis von einem (zwei Euro).

"Gott schütze mich vor Sturm und Wind... und vor Deutschen die im Ausland sind".
Manchmal muß man sich wirklich für seine Landsleute schämen!

Nach dem Seglerstammtisch besuchten wir endlich mal ein anderes Restaurant. Danach wollte Gerd aber wieder in die Mango Bay. Auf einen Absacker bin ich mit. Danach schlenderte ich zum Boot. Gegen 22Uhr legte ich mich schlafen. Gerd wollte spätestens in einer Stunde nachkommen hatte er zugesichert.

Gegen zwei Uhr erwachte ich und saß kerzengerade im Bett. Ein Mensch schrie um Hilfe, eine männliche Stimme, Gerds Stimme! Da bin ich mir heute noch sicher. Schnell zog ich mir was über und lief hoch an Deck. Nichts. Alles um mich herum absolut still. Von meinem Skipper weit und breit nichts zu sehen. Somit bin ich wieder unter Deck und suchte das ganze Schiff ohne Ergebnis ab.  Also wieder nach oben. Ich beobachtete die Wasseroberfläche. Alles o.k., nichts Auffälliges. Kein Wind und absolute Stille um mich herum. Ich sprang von Bord. Zog mir meine Schuhe über und lief durch ein Menschenleeres Le Marin. Ich begab mich zum Krankenhaus. Gerd hatte mir mal gesagt das er herzkrank sei und verkapselten Leberkrebs hätte (Seemannsgarn wie sich später rausstellte). Er war laut Papiere nicht eingeliefert worden. Es dauerte am Hospital etwas bis jemand aufgetrieben werden konnte der Englisch sprach. Nachdem ich ihnen erzählt hatte was ich gehört hatte und ich meinen Skipper vermisse, alamierten sie einen Rettungswagen der auch nach kurzer Zeit auftauchte. So fuhr ich in einem Krankenwagen zurück in die Marina. Mit Ferngläsern suchten die Sanitäter die Wasseroberfläche und alle Nischen ab. Ich suchte Gerds Personalien und ein Foto heraus. Wir tauschten Mobilnummern aus und sie sagten dann das sie vor Tagesanbruch nichts tun könnten.

Nachdem ich wieder allein an Bord war... inzwischen war es halb vier am morgen... rief ich Jürgen in Deutschland an um ihn zu informieren. Ansxhließend schloss ich das Schiff ab und legte mich wieder hin. Was blieb mir sonst auch übrig.

Kurz nach vier ein Rumpeln und Poltern. Gerd kam an Bord. Sturzbesoffen und bekifft. Er sprach sehr undeutlich und wankte ins Bett. Kurz darauf war nur noch lautes Schnarchen zu vernehmen.

Ich rief die Mobilnummer an welche die Rettungsassistentin mir gegeben hatte, informierte sie über das Auftauchen des Vermissten und lies mir eine glaubwürdige Erklärung einfallen. Danach rief ich Jürgen wieder an. Er arbeitet bei der Kripo. Jürgen bestätigte mir das mein Handeln absolut korrekt gewesen sei. Wir würde uns auf Cuba weiter über den Vorfall unterhalten.

Ich ging zurück in meine Kajüte und versuchte zu schlafen.

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01. April Samstag

Gegen 06Uhr stand ich auf und machte mir Frühstück.

Um 09Uhr weckte ich Gerhard. Er wollte nicht aufstehen. Er verlangte absolut korrektes Verhalten benahm sich selbst aber total verantwortungslos. Sturer, uneinsichtiger, alter Mann. Unsere Auseinandersetzung muß ganz Le Marin gehört haben. Das ich in Deutschland angerufen hatte verschwieg ich ihm.

Kurz nach 11Uhr kam ein Angestellter von M. Tanguy an unser Boot. Er teilte uns mit das endlich die Überweisung des Geldes bestätigt war und wir somit das OK bekamen zum ausklarieren. Sofort begab Gerd sich in Da Charterbüro von M. Tanguy und erledigte den Papierkram.

Ich füllte den Trinkwassertank auf. Maximilian half mir dabei. Danach noch große Alurohre am Schiff befestigt, die für Windgeneratoren der anderen Schiffe auf Cuba gedacht waren. Zuletzt versuchte ich alle Kabinen nochmal sturmfest aufzuräumen. Gerd meinte zwar das ein Kat so ruhig im Wasser läge das ein Glas auf dem Tisch stehen bleibt, aber ich traute dem nicht so ganz.

Es war gegen 13 Uhr als wir noch Oliver an Bord nahmen welcher  von einem anderen Segler "Geshanghait wurde" sagte Gerd nennt man das. Olli lief an unserem Boot vorbei und sah uns alles festzurren,... Er kam mit Gerd ins Gespräch. Sein Mitsegeltörn auf dem anderen Segelboot wäre zu Ende. Er würde nach Hamburg zurückfliegen. Gerd machte ihm das Angebot für einen Obolus von 350Euro plus Bordkasse mit uns nach Cuba zu segeln wenn er Lust hätte. Oliver willigte ein und ging zu seinem Boot um seine Sachen zu holen. Den Flug wollte er verfallen lassen.

Olli war 70 Jahre alt und ein echter Hamburger Jung. Er hätte auch einiges an Segelerfahrung sagte er. Gerd freute sich. Wäre er mit mir Rookie nicht ganz alleine und es käme Geld in die Bordkasse. Das war auch gut so. Die Bankkarte von Gerd wäre vom Bankautomaten verschluckt worden teilte Gerhard mir mit.

Ich beobachtete Olli und mir viel auf das er leicht zitterte und auch sein Äußeres lies vermuten das er Probleme mit dem Alkohol hatte. Mir kam der Port, Sherry und das ganze Bier in den Sinn welchen wir an Bord hatten. Gerhard und Oliver. Zwei von DER SORTE um mich. Ich überlegte Ollis Flug nach Deutschland zu nehmen. Aber ich wollte doch den Atlantik überqueren. Ob ich nochmal so eine Gelegenheit bekam? Wahrscheinlich nicht. Zähne zusammenbeißen. Segeln lernen und hoffen das alles gut geht.

Es ging los! Wir lösten uns vom Steg. Einige der lieben Menschen die ich hier kennengelernt hatte standen und winkten. Martinique: Ich will wiederkommen!

Gegen halb drei tankten wir an der Schiffstankstelle randvoll. Hier sei der Diesel nicht mit Wasser verdünnt hies es.

Punkt 03.00pm ausgelaufen! 

(ich ändere nun die Art der Zeitangabe weil es so üblich sei sagte Gerd. Ist nunmal alles in englisch.)

Bis zum nächsten Wegepunkt 802,3sm (Seemeilen eine Seemeile = 1852 m) bis nach Cuba 1206sm
Luftdruck 1005hPa, Wind 10 Knoten (Beaufort-Skala = Bft Wind Stärke 3) zuwenig um schnell zu segeln. Wir mussten einen Geschwindigkeitsschnitt von 5Kts (Knoten) erreichen um in angemessener Zeit in Cuba anzukommen.
Maschinenfahrt auf 2500 Touren, 6,5Kts Geschwindigkeit.
03.28pm Backbord sah ich meine ersten Delphine in freier Natur. Sie begleiteten unser Boot. Ich hatte sie mir größer vorgestellt. Gerd meinte es seien kleinere Exemplare gewesen und wir würden im Laufe unseres Törns noch viel größere sehen.
03.45pm packten wir die Genua aus und unsere Geschwindigkeit stieg auf 8,5Kts.
04.30pm bereitete Gerd eine schmackhafte Kartoffelpfanne zu. Olli spülte nach unserem ersten Abendmahl auf See.
Ich zog mir gegen 05.15pm eine Jogginghose an. Es war kühler geworden was gut tat nach der schwülen Hitze in der Marina.
05.30pm hatte ich meine 1. Wache. Gerd gab an das er geweckt werden wollte wenn der Wind kontinuierlich zwischen 12-15Kts hatte. Dann würde das Großsegel geheisst (Gerd sagt eine Flagge wird gehisst ein Segel geheisst) Olli hatte sich auch unter Deck begeben. So war ich ganz allein auf Deck und erlebte meinen 1. Sonnenuntergang auf offener See. Leider war nur wenig zu sehen. Wolken verdeckten den Mond teilweise.
Um mich selbst und die Situation zu feiern hatte ich mir die Menge zweier Schnapsgläser Rotwein eingegossen. Das es bestimmt gegen geltende Vorschriften verstieß auf der Wache Alkohol zu trinken war mir klar. In diesem Moment war es mir egal. Eine zu prägnante Situation in meinem Leben fand soeben statt. Ich schaute zum Horizont, hob mein Glas und sog alle Endrücke sog gut es ging in mich auf. Den Seegang hatte ich mir schlimmer vorgestellt. War fast wie Busfahren auf einem Katamaran zu segeln.
Gegen 07.30pm heulte ich wie ein Kind. Der Mond beschien silbern das Wasser. Über mir soviele Sterne wie seit ewig nicht mehr gesehen. Ich freute mich das Sternbild des Orion zu erkennen. Leider war niemand da der mich im Arm hielt.Es gibt Momente die sind sehr einsam wenn man sie nicht mit dem Menschen teilen kann den man liebt. So machte ich meine erste Nacht auf See mit mir alleine aus.
09.00pm kam Olli nach oben. >>Wachablösung<< sagte er. Wir hielten noch etwas Smaltalk dann begab ich mich in meine Kabine.

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02. April Sonntag 

Um 05.10am wurde ich wach. Es ist herrlich auf einem sich bewegenden Katamaran zu erwachen. Ich hörte das Schiff das Wasser teilen, den Wind in Rick und Tuch. Nach einigen Minuten dösen stand ich auf und ging ins "Bad". Da ich auf der Backbordseite schlief war das Fenster des Badezimmers (es gab ja zwei an Bord) rechts. Ich konnte während ich auf dem Thron saß je nach Seegang und Geschwindigkeit die wir hatten auch unters Wasser schauen. Das Fenster der Payot lag tiefer. Circa in Knie/Oberschenkelhöhe. Frisch gemacht und hoch an Deck. Ich wollte doch den Sonnenaufgang auf offener See beobachten. Leider war der Sonnenaufgang nicht zu sehen. Zuviele Wolken. Das anschließende Frühstück bestand für mich aus Kaffee und einer Banane.

Unser Mitsegler Olli war ebenfalls schon auf. Ein sehr ruhiger Vertreter. Sprach kaum. So sei er nun mal meinte er als ich ihn darauf ansprach. Selten war mit ihm überhaupt Konversation möglich.

06.50am Gerd erklärte mir wie man auf einer Seekarte in kleinem Maßstab (420sm) Positionen absteckte. Dazu mußte er mich aber erstmal mit dem GPS vertrauter machen.

Aktuelle Position 06.30am: 14°45,9N   62°52,1W  Wind 4Kts aus Ost = E     1010hPa.

Nachdem die Seekarte aktualisiert war machte Gerd wieder auf Smutje (was nicht schlecht war, was er bis jetzt gekocht hat, war nicht übel). Diesesmal gab es Nudeln mit Thunfischkäsesauce. Wir kochten und aßen früh am Tag. Es war noch nicht so warm. Während des Essens wurde dann besprochen das wir wohl doch noch vor Cuba Halt machen müßten. Uns gingen nämlich u.a. die Zwiebeln aus.

Ich hatte an jenem Tag frei, lag auf dem Vordeck und genoss den Wind, das Licht,.. Brauchte ganz dekadent garnichts tun. Am nächsten Tag sollte ich dann das Arbeitstier sein.

Ich lernte langsam die Seglersprache. Inzwischen wußte ich schon was der Mast, der Baum und eine Schot ist. Den Palsteg konnte ich aus dem ff. Vor dem Körper, mit geschlossenen Augen und hinter dem Rücken. Ihn mir aber um den Bauch binden war noch ein Problem. Der Skipper sagte: Das ist wichtig! Wegen Hubschrauberbergung! Also üben bis die Nägel abgebrochen sind!

01.00pm Gerd war knatschig. Wind unter 2Kts. Wir fuhren nun schon 24h nonstop mit Motor. Gelegenheit für mich, mich  bei dem Schwimmbadseegang mit dem Handbuch für den Atlantischen Ozean zu befassen.

06.30pm Sonnenuntergang in der Karibik. Wunderschön wie die Kugel das Meer verbrannte.

09.15pm kam Wind auf. Gerd und Olli heissten wieder das Großsegel. Endlich konnten die Motoren aus.

11.00pm begab ich mich in die Koje.

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03. April Montag

06.00am hatte geschlafen wie ein Baby.

06.30am Wachwechel. Ich löste Gerd ab.

Ach ja.. Ich wurde gestern auch umgetauft. Hieß nun Karlchen.

Die Seeleute haben echt ein Problem mit dem Aberglauben. Frauen an Bord = No way!

 

Gerd meinte, daß Rasmus (der "Gott" der Seefahrer) uns Wind gesendet hatte weil er voller Freude bemerkte, das ich nun oben ohne hier rumturnte. War froh darüber das Gerd sich benahm. Weitere Sprüche blieben aus. Olli sagte keinen Ton.

07.30am Position 15°35,585N   65°22,670W   Wind 11Kts   1002hPa

09.30am um den Wind besser auszunützen hatte Gerd den Kurs geändert auf 320°. Wenn wir so weiterfahren würden, kommen wir genau an der Südwestspitze von Puerto Rico raus meinte er.

03.00pm Es kam Wind auf. Windstärke 4 - 5. In Böen deutlich mehr. Seitlich konnte man sogar "fliegendes Wasser" sehen.

03.45pm See beruhigte sich wieder. Gerd machte Eierkuchen. Lecker. Mit Banane und Honig.

04.15pm 1WO Karlchen (=ICH) übernahm die Wache. Die Jungs waren müde und legten sich hin.

05.30pm auf 2Uhr ein Schiff gesichtet. Wendete und kam kurze Zeit direkt auf uns zu. Drehte darauf wieder komplett ab. Das Boot war sehr schnell.

Gerd kam gegen 05.45pm an Deck und meinte nachdem ich ihm das mit dem Boot berichtete das es die US-Navy gewesen sein könnte um zu sehen was/wer wir waren.

06.15pm Kursänderung auf 325° wegen Windrichtungsausnützung.

09.15pm Schlafen gegangen.

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04. April Dienstag

06.00am trat ich meinen Dienst an und kochte Kaffee.

 

Position: 16°39,694N   67°19,973W   Wind 14Kts   Fahrt über Grund 7,2Kts. Barometer zeigte unverändert 1002hPa. Bft 2 - 3.

Skipper Gerd meinte ich könnte nun schon Seekarten lesen und Positionen eintragen. Heute würde ich mal kurz zum Rudergänger werden. Wäre nicht einfach. Ich hoffte das das klappt.

09.00am Gerd hatte vor dem Auslaufen in Martinique vergessen sich zu vergewissern, das wirklich Gas geliefert wurde. Ergebnis: Gas war alle!

Also... Kursänderung beschlossen zur Dominikanischen Republik. Gerd wollte nun Santo Domingo ansteuern. Kurs 329°

Gerd brummelte vor sich hin. Hatte sich groß entschuldigt. Wenn wir die Bavaria übernehmen würden, würde er das Schiff komplett abchecken Fuß für Fuß. Er hatte sich auf die Profis der Chartergesellschaft verlassen die das Schiff verkauft haben. Passiert ihm nicht nochmal meinte er noch. Olli sagte das sei absolut unprofessionell gewesen. Darf einen Skipper...erst recht einem Delivery-Captain nicht passieren.

11.45am Windwechsel.

11.55am auch das noch. Das Großsegel war geplatzt unterhalb des 2. Reffs. Musste es mit Gerd zusammen einpacken. Wir segelten jetzt nur unter der Genua weiter.

00.30pm Gerd ging schlafen. Olli wollte auch bald folgen. Ich hatte Ruderwache.

02.00pm alle beide schliefen. Man konnte an den Schnarchgeräuschen hören.

 

Position: 17°01,484N   68°02,917W   11,7Kts  Das Barometer war um 2 Striche gestiegen = 1004hPa. Liefen 6,9Kts über Grund.

06.00pm weckte ich Gerd weil ich "komische" Geräusche gehört hatte. Gerd meinte ich spinne. Olli kam auch hoch.

07.00pm Gerd ging wieder schlafen. Olli und ich vertrieben uns die Zeit mit lesen.

 

09.00pm Olli legte sich auch ab.

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05. April Mittwoch

Ich konnte gegen 00.30am ins Bett. Gerd löste mich endlich ab.

05.45am aufgestanden und Gerd wieder abgelöst beim Wache schieben.

06.35am ganz alleine wach konnte ich an Deck endlich einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben.

Position: 18°10,136N   69°40,054W   Wind 11Kts   Barometer blieb unverändert.

Auf 3Uhr war ein Lichtschein der Dom.Rep zu sehen. Ich sollte Gerd in 3h wieder wecken. Olli schlief auch noch.

Morgens war es auf dem Wasser am schönsten. Licht, Luft + Ruhe.

09.30am Wir erreichten das Hoheitsgebiet der DomRep.

10.30am weckte ich Gerd. Er bedankte sich dafür. Oups.

Um 00.30pm legten wir im Hafen von Santo Domingo an.

Nun lernte ich karibisches Verhalten kennen:

Man braucht Zeit und viele Bierdosen in der Marina zum spendieren damit sich was/jemand bewegt.

Ein Dominikaner tauchte auf der leidlich etwas englisch sprach. Francesco.

Er schaute mich die ganze Zeit an wie ein hypnotisiertes Kaninchen. Am Nachmittag vermittelte er das wir Gas und Diesel bekamen. Beschissen bei der Abrechnung wurde Gerd von ihm dennoch. Etwas die Summe aufrunden ist ja ok. Aber über 30% aufzuschlagen und sich dabei auch noch erwischen lassen = Dummheit.

Am frühen Abend lief ein Mann am Schiff vorbei der sich als Deutscher entpuppte.

Holger. 40 Jahre alt. Lebte seit zig Jahren in der Dominkanischen Republik weil er mit einer Einheimischen verheiratet war. Holger hatte ein Chartergeschäft. Er meinte er hätte die nötigen Connections und würde Gerd helfen für Cuba einen Außenborder zu besorgen. Bot sich sehr nachdrücklich für jegliche Hilfe und als Fremdenführer an. Lies mich kaum aus den Augen. (Männer (die meißten....) sind ja so einfach gestrickt)

Gegen 08.00pm fuhr Holger mit uns in die Altstadt Santo Domingos. Tolle Altstadt! Holger war ein guter Fremdenführer. Er warf nur mit historischen Informationen um sich.

1. Straße Amerikas, 1. Kirche der Neuen Welt,..... Auf den Spuren von Columbus. Später führte er uns in ein wunderschönes Restaurant. Superleckeres (superteures) Essen. 

Am Kai wieder angekommen gingen wir alles Boote ab und er hatte fast zu jedem dort vertäutem Schiff was zu erzählen.

Gegen 03.00am ging ich ins Bett.

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06. April Donnerstag

 

07.30am aufgestanden. Um 08.00am wollte die Einwanderungsbehörde kommen. Wow... Um 07.56am war sie dann auch schon an Bord.

Holger wollte gegen 09.00am auftauchen. Er kam dann aber erst gegen 11.30am.

Er fuhr uns zu einem Elektrogeschäft und zu einem Baumarkt damit Gerd alles was er für nötig hielt einkaufen konnte.

Danach machten wir wieder Sightseeingtour rund um Santo Domingo.

Die Mauer der Schande (dahinter sind die Slums), das Grab von Columbus,....

Gegen 02.00pm setzte Holger uns nahe der Marina ab. Er würde gegen 05.00pm wiederkommen um mit Gerd zusammen den Außenborder und anderes Zeug, vor allem Lebensmittel zu besorgen.

Tauchte aber nicht mehr auf. Er tauchte nie wieder auf und sein Handy war off geschaltet!!!

Klasse und nun?

Ich redete mit Francesco. Einige Zeit danach kam er mit Freddy zu uns. Er stellte ihn uns als Angehörigen der Army vor. Captain bei der Marine. Er hätte von Freddy gehört das wir ein Problem mit der Materialbeschaffung hatten und wollte uns helfen. Wir bräuchten hier im Umkreis keine Angst haben. Man würde ihn kennen. Freddy hob sein Poloshirt hoch und zeigte uns das er bewaffnet war.

Er bewegte sich als hätte er Rasierklingen unter den Armen = konnte vor Kraft kaum laufen ;-)  Nun denn....

06.00pm fuhren zu viert in einem 18Jahre altem Schrottwagen (Auspuff röhrte, Blinker kaputt, Rücklichter keine, Beulen ohne ende,...) durch Santo Domingo zu einer Mall. Wir mussten durch eine Ecke S.D`s. durch die man des nächstens lieber nicht allene geht wurde uns mitgeteilt.

Ich beobachtete die Leute auf der Straße. Die Männer benahmen sich als wären sie die Wichtigsten der Welt. Wie aufgeplusterte Vollblutmachos. Es war für mich (eine "Nordeuropäerin") lustig anzuschauen.

Der Weg zur Mall führte an der Mauer der Schande vorbei, welche uns Holger schon zeigte.

Ich saß vorne neben Freddy. Sicherheitsgurte Fehlanzeige. Um mehr Kühlung zu haben, legte ich meinen Arm aus dem Wagen. Als Freddy das bemerkte beugte er sich herüber und riß meinen Arm in den Wagen. Ich sollte blos nichts aus dem Wagen raushalten. Die Leute könnten hier denken ich hätte eine Pump-Gun im Anschlag. Nette Ecke hier. Naja, wußte gar nicht das dies ein Abenteuerurlaub auch zu Lande wird.........

Gerd auf dem Rücksitz wurde immer nervöser. Auch wegen Freddys Fahrweise. Ich fand diese klasse! Erinnerte mich an alte Zeiten als ich noch ein Auto fuhr wo mir eine Beule mehr oder weniger egal war. = wer als erster bremst oder nicht als erster anfährt, der verliert.

Nach ca 30min erreichten wir das Einkaufszentrum. Ohje. Freddy und Francesco hielten sich wohl für Bodyguards. Jedesmal wenn Gerd und ich uns trennten um in den Regalen zu suchen was wir brauchten, rannte Francesco wie ein aufgescheuchtes Huhn herum. Auch Freddy versuchte Gerd und mich zusammenzutreiben. Kein Schritt ohne Schatten.

Das ging mir sehr auf die Nerven! Ich machte im Englisch/Spanisch/Italienischem Kauderwelsch Freddy klar, das mich das nervte. Wir wären keine VIP´s. Er sollte am Einkaufswagen bleiben. Wir blieben in Sichtweite. Sein Gesichtsausdruck sprach Bände aber danach blieb er tatsächlich beim Wagen. Gerd und ich gingen durch die Gänge und brachten alles was wir fanden dann immer zu unserem Einkaufswagen zurück. Die Menschen schauten mich an als sei ich vom anderen Stern. Gerd fragte wie ich es schaffe das die Jungs hier alle wuschig werden und springen wenn ich nur schaue und zeige.

Francesco erklärte mir später als ich ihn darauf ansprach warum ich von allen so begafft wurde, das Frauen mit grünen Augen und hellen kupferfarbenden Haaren hier rar wären wie Schnee. Und ich sollte mich umschauen. Die einzige weiße Frau weit und breit.

Gegen 09.00pm waren wir wieder in der Marina. Luden alle Waren auf das Schiff. Francesco hatte sich unterwegs schon verabschiedet. Er hatte wohl bemerkt das ich Freddy ihm etwas vorzog und er keinerlei Chancen bei mir hatte. Er  wurde immer ruhiger. Auf dem Rückweg zum Hafen kamen wir an seinem Appartement vorbei. Er bat uns ihn schon rauszulassen.  Mit einem traurigen Gesichtsausdruck verabschiedete er sich. 

Freddy half nach Marinaankunft beim Ausladen. Danach gab es noch 2-3 Bierchen an Deck.

Gerd wollte ihm Geld geben für seine Mühe worauf Freddy pickiert reagierte. Nach einigem hin und her nahm er die Pesos dann doch als Spritgeld an.

Ich sprach ihn darauf an das der Mann von der Imigrationsbehörde uns sagte, das Visum gelte 30 Tage. Wenn man die DomRep richtig kennenlernen möchte, sei das aber wenig. Er gab mir seine Nummer und meinte das man drei Monate bleiben könnte. Wenn ich wiederkäme und länger bleiben wolle sollte ich ihn anrufen. Er würde dann mit mir ins Office gehen und das regeln. Ebenso möchte er mir dann sein Land zeigen. Ursprünglicher Urwald, wunderschöne Buchten,...längs und quer über die Insel.

Ich sollte aber ca. eine Woche vorher anrufen damit er keinen Dienst in der Base hätte und sich Zeit nehmen könnte. --- Monate später rief mich Freddy immernoch ab und an an. ---

Gegen 10.30pm verabschiedeten wir uns voneinander. Ein lieber netter sehr charmanter Mann. Eigendlich eine Sünde Wert aber........NO!

00.30am Licht aus

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07. April Freitag

 

09.00am wurden wir drei langsam wach. Olli und ich hoffen das wir endlich wieder lossegeln können. Gerd ging zum Office um auszuklarieren.

Nach einer Stunde kam er wieder und überreichte mir grinsend ein Blatt auf dem allen Ernstes der "Commandante de Santo Domingo" mit Stempel und Unterschrift ein Schriftstück ausgestellt hatte auf dem ich als 1er. OFICIAL (1.Offizier) ausgewiesen wurde. Gerd versprach mir später wenn Gelegenheit sei eine Kopie davon zu machen. (ist leider nie geschehen) wie so vieles was Gerhard versprach...

Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran das sich seine Äußerungen, Geschichten,... als leere Versprechungen bzw. Spinnerein und aufgebauschte Stories u.ä. herausstellen sollten und es besser war seine Ohren am Besten auf Durchzug zu stellen. Mehrere Begebenheiten bestärkten mich leider darin dann auch später immer wieder aufs neue.

 

Aber... gab Gerd eine seglerische Anweisung... da war dann absoluter Gehorsam angesagt, denn da wußte er wovon er sprach... Das bestätigte mir später auch Der Schiffseigner einige Male.

10.15am endlich war alles erledigt und wir konnten auslaufen.

10.35am verließen wir den Hafen von Santo Domingo. Francesco, Freddy und alle die wir kennengelernt hatten (bis auf Holger), hatten sich versammelt und winkten uns zum Abschied.

728sm bis Cienfuegos auf Cuba. Erwartete Segelzeit ca. fünf Tage.

02.30pm wurde das Großsegel gesetzt. Raumschoter Wind E-SE. 12Kts Wind. Maschinen aus. Wir fuhren unter Segel 7,1Kts. Kurs 250°. Position: 18°06,203N   70°09,321W  Barometer 996hPa

07.00pm Sonnenuntergang.

Wind hatte aufgefrischt auf 20Kts. Gerd kochte. Nach dem Essen wollte er die Genua verkleinern. (Aus Sicherheitgründen damit wir das nicht Nachts machen müßten)

07.30pm es gab Bratkartoffel und Steaks mit Champignonbeilage.

08.00pm Genua wurde nochmals verkleinert um 40%. Stbmaschine lief wegen hohem Stromverbrauch (Licht, Autopilot) auf 1000 Touren. Wind 20 - 22Kts. Fahren 8 - 10Kts über Grund.

Position 08.00pm: 17°46,670N   70°4,406W. Barometer 993hPa. Lufttemperatur 28°C. Wassertemperatur 33,2°C.

10.15pm Wind 25 - 27Kts. Genua nochmal verkleinert.

11.00pm ging ich auf Anordnung zu Bett. Gerd und Olli hatten einiges zu tun.

11.45pm stand wieder an Deck. An Schlaf war nicht zu denken. Es schaukelte und rumpelte zu sehr.

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08. April Samstag

 

03.00am der Wind frischte weiter auf. Scheinbarer Wind  32Kts. Wahrer Wind 42 - 45Kts.

Die Genua wurde nochmals verkleinert auf 40%. Das Großsegel stand auf 1 Reff. Die Fahrt über Grund betrug 13 - 14Kts.

Die beiden alten Seebären sagten ich Landratte würde mich wacker halten. Bisher hatte ich ja nur "Sonntagswetter" erlebt.

Die Wellenhöhe betrug bis 1,50meter. Mir erschienen sie höher. Gerd meinte das sei normal. Laien überschätzten Wellenhöhe immer. Für die Karibische See sei außerhalb der Sturmsaison das an diesem Tag schon ganz gut Wetter. 40 - 42Kts seien hier selten. Ich bekäme nun mal einen leichten Vorgeschmack auf die TransAt.

Nun mußte man auch das Geschirr festhalten. (also doch auch auf einem Kat!)

Ich ging gegen 04.00am dann doch nochmal ins Bett und versuchte zu schlafen.

10.30am jetzt hatte ich verschlafen weil Gerd hatte mich schlafen lassen.

Schlafen auf dem Bauch konnte ich bei dem Seegang am besten. Fühlte sich an wie auf einem Surfbrett zu liegen und zu Fliegen. Muß man erlebt haben!

Gerd hatte Kaffee schon für mich gekocht. Mußte erst zu mir kommmen. Ich fühlte mich etwas fertig aber gut. Hatte  einen leichten Muskelkater. Gerd sagte mir das käme vom Gleichgewichthalten.

 

 

 

Gerd gab mir neue Infos. Wenn wir in dem Tempo so weitersegelten, wären wir in zwei Tagen schon auf Cuba. (zwei Tage früher als erwartet) Hatten ein Etmal von 236sm zurückgelegt. Das sei ein sehr guter Schnitt.

Die See sah klasse aus. Achterbahn hoch und runter. Wenn ich in der Plicht saß, waren die Wellen höher als ich wenn sie auf das Boot zukamen. Dann konnte ich wieder nur den Himmel sehen. Nichtmal mehr Horizontlinie. Geil! Gerd legte sich hin. Olli und ich sollten auf das Wetter achten und Wache schieben.

Wir hatten achterlichen Wind. 35sm Sichtweite. Segelten Butterfly = die Genua nach Steuerbord und das Großsegel nach Backbord mit Bullenstander gesichert.Kurz nach 11.00pm waren wir an Haiti vorbei. Wind war wieder weniger geworden.

Hatten um 11pm den 74°W  überquert. Cuba fing auf 23°N an. Aber wir waren noch auf dem 17°N. unterwegs

Gegen 11.30pm erschien Gerd wieder an Deck. Ich konnte schlafen gehen.

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09. April Sonntag

07.30am Position: 18°00,017N   75°07,144W. Wind frischte auf von 5 auf 15Kts. Dreht auf E - NE. Neuer Kurs 305°.

Gerd hatte die  Maschinenfahrt gestoppt von 09.00pm bis 07.00am. Bis dahin hatten wir rein achterlichen Wind. Danach folgte Raumschotenwind.

11.30am endlich hatten wir wieder Radioempfang. Good US-Channel. Ich freute mich sehr.

02.00pm steuerten wir die Formigas Bank an. Gerd meinte es wäre eine Abkürzung und wir hätten was zu schauen.

Eine Korallenbank mit Wracks. Wassertiefe bis unter 5meter. Hier irgendwo sollte ein Wrack aus dem Wasser ragen. War aber nirgends irgendwas zu sehen. Also aufpassen. Wenn sich Reste von dem Wrack nah unter der Wasseroberfläche noch befänden wäre das Übel. Unser Boot hatte einen Tiefgang von 1,30meter. 

04.00pm Formigas erreicht. Ich sollte nach vorne und Augennavigation machen. Es war faszinierend die wechselnden Lichtspiele unter Wasser zu sehen.
Gerd fuhr im Schneckentempo unter Motor über die Bänke.

05.00pm nahmen wir wieder Fahrt auf.

07.00pm Gerd wieder an Deck

Ich machte eine Flasche Rotwein auf. Gerd und Olli erklärten mir den Himmel und erzählten Anekdoten und Seemannsgarn.

10.00pm ging ich zu Bett.

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10. April Montag

Ich bin gegen 05.30am aufgewacht.

 

 

 

07.50am hatten wir endlich Landsicht

Nach +/- 1100sm (DomRep außer Acht gelassen) wieder 1. Landsicht. Auf 2Uhr war Cuba zu sehen.

Ja ich hatte nun schon 1110sm !!!! auf meiner Uhr!

Position: 19°26,434N   77°25,177W Barometer unverändert 1010hPa. 8,4Kts.

08.00am eine Delphinschule begleitete unseren Kat. Sie tanzten vor dem Schiff. Man konnte sie fast berühren. War ein richtig schönes Gefühl.

Gegen 10.00am ging Gerd schlafen.

11.00am Olli legte sich auch ab. Ich arbeitete am Notebook. Hörte dabei den englischsprachigen Radiochannel 97FM.

Die See war wie eine Badewanne. Spiegelglatt. Hellblau. Wassertemperatur 34,6°C. Lufttemperatur ca 30°C. Die Luft stand. Liefen mit einem Motor (um Sprit zu sparen) 2500 Touren. 5,1Kts über Grund. Wind 2 - 3Kts. (ein Hauch auf die Nase)

03.00pm Gerd kam wieder an Deck und machte ein Ragout mit Rindfleisch. Dazu sollte es Reis geben. Kurz bevor das Wasser kocht ging das Gas wieder aus. Zum Glück hatten wir noch viel Brot und einige Pellkartoffel.

 

8.00pm der Wind frischte wieder auf. Er kam aus Westen. Atypisch meint Gerd. Kurz darauf gab Gerd mir den Auftrag die Genua einzuholen.

Schätzte wenn ich in einigen Monaten wieder in Deutschland bin, würde ich einiges an Muskelmasse zugelegt haben. (dem war auch so)

10.10pm Position: 20°08,086N   78°30,804W   10,6Kts Wind. Fahrt über Grund 6,3Kts. Kurs 314°

Ich bemerkte das der Wind nach verbranntem Holz roch. Rief Olli zum Ruderstand. Er roch nichts. MMMh, habe doch keine Hallus  dachte ich mir.

10.45pm ging ich auf Anordnung von Gerd zu Bett.

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11. April Dienstag

 

 

04.30am meine Kabine war mittschiffs Steuerbord. Unmöglich bei diesem Seegang den Körper auf der Matratze zu halten. Ich hatte sehr unruhig geschlafen und schlechte Träume gehabt. Das Wasser knallte gegen den Bootskörper, das es sich anhört als ob was bricht.

So ging ich an Deck um auf andere Gedanken zu kommen.

Gerd hatte sich mit Olli auf dem Ruderstand abgewechselt und gab mir die neuesten Info´s.
Der Seegang dieser Nacht war kurz und ruppig wie auf einem Binnensee. Er hatte auch den verbrannten Geruch wahrgenommen. (also doch :-) ) Wind bis zu 30Kts. Im Durchschnitt 20 - 25Kts. Unser Etmal wäre wieder fantastisch gewesen berichtete er mir.

 

06.00am ging ich wieder in meine Koje und versuchte noch zu schlafen.

 

 

 

08.00am wieder aufgestanden. Wir haben gut Speed drauf. 7,8 - 8,1Kts über Grund. Gerd rechnete mit Ankunft in Cienfuegos auf Cuba´s Westseite gegen 09.00pm.

10.00am Gerd ging schlafen. Wir sollten ihn wecken wenn Wind über 25Kts kontinuierlich und/oder die Windrichtung sich um mehr als 30° änderte.

00.30pm Cubanisches Land in Sicht.

03.00pm hatte ich einen Tomaten/Thunfischsalat zubereitet. Mit viiiel Knoblauch.

03.30pm endlich hatte mein Mobile wieder Empfang. Juhuu!

10.05pm liefen wir in der Marina von Cienfuegos ein. War ein schwieriges Manöver sagte Gerd. Wir hatten fast Vollmond als Gegenlicht. Gerd muß blind steuern. Die Betonnung hier in cubanischen Gewässern ist sehr weit nach amerikanischem System gesetzt.(auslaufend) Beim Einlaufen: rot rechts und grün links. In Europa ist das umgekehrt.

Er fuhr nach Chartplotter. Gerd sagte er wäre gerne langsamer gefahren. Das war aber wegen starkem Seitenwind nicht möglich. Also steuerte er das Schiff mit ca.sechs Kts. durch die Untiefen. Ohne diese modernen Navigationsgeräte hätte er gewartet bis zum nächsten Morgen und wir hätten draussen die Nacht verbracht.

Zurückgelegte Seemeilen nun 1386 alles zusammen. Gerd lächelte und sagt da brauchen andere "Segler" mehrere Jahre für! Glückwunsch 1WO Karlchen.

Christine (man erinnere sich...die Tochter des neuen Eigners Adolf) begrüßte uns am Steg mit einem ihrer Leute. Ein blonder Cubaner namens Omar. WOW Omar hatte große Ähnlichkeit mit Björn Borg. A handsome man. CARAMBA. Sie erwarteten uns mit einigen kühlen Bieren. Das tat gut.

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12. April Mittwoch

0.30am endlich war der Zoll und die Einwanderungsbehörde usw. von Bord.

01.00am beschloßen wir alle schlafen zu gehen. 

08.00am machten wir uns ein Frühstück. Omar brachte uns eine Thermoskanne Kaffee (eher Espressi) und Brötchen vorbei. Wie nett von ihm!

10.00am ich lief ca. 2,5km nach Cienfuegos Downtown. Olli und Gerd hatten keine Lust sich zu bewegen, also ging ich wie so oft alleine los = Kara alleine auf Erkundungstour auf Cuba....

Fahrradrikschas, Pferdewagen wo hinten 6 - 8 Personen draufpassten. Alte deutsche und amerikanische Autos fuhren an mir vorbei.

Die Häuser bis auf wenige Ausnahmen waren und sind wohl nochimmer dringend renovierungsberdürftig.

Die Menschen zogen alle ein Gesicht als kämen sie von einer Beerdigung.

Ich suchte und fand ein Internetcafe nahe der Fußgängerzone.

Hatten die einen Knall dachte ich damals. Weil diese Preise war ich nicht gewöhnt. Ich erfuhr später in anderen Ländern das es noch teurer geht. 

6 Dollar bzw. CUC für eine Stunde und nur 32kb. Ich konnte somit meine HP- Aktualisierung vergessen.

Telefonieren ca. 4,50$/min. Meine Ostergrüße dieses Jahr fielen aus.

Gerd meinte später ... er hätte dieses Internetcafe auch aufgesucht. Er war im Gegensatz zu mir auch Online gegangen... alle die von ihm aufgerufenen Seiten hatten sich nicht richtig aufgebaut, oder waren wieder zusammengebrochen. Er konnte Airline-, Bank-,.. Seiten nicht aufrufen. Shit.

Ich machte Bummel durch die Stadt. Kirchen, Museen, Fußgängerzone und Nebenstraßen anschauen. Fidel und Che Guevara wohin man sah.

 

Mein 1. Eindruck: DomRep um Klassen besser. Freundlicher, Charmanter, Humorvoller. Sehr viele Menschen sind sehr arm. Doch mehr füreinander da als gegeneinander zu sein. Leben und andere mit sich leben lassen.

Sauberer (die Straßen) war es hier. Überall sah man Leute mit Besen. In den Geschäften stand an fast jeder Ecke Wachpersonal. Ich beobachtete das beim Verlassen eines Bekleidungsgeschäftes die Kunden alle ihre Taschen vor dem Verlassen öffnen mussten wenn die Kassiererin dem Mann an der Tür nicht signalisierte das alles ok war.

Auf der Straße bettelten viele (merkwürdigerweise nur die sehr dunkelhäutigen) Einheimischen jeden an, der anscheinend kein Cubaner war.

Ob in Banken, Gastronomie, Einzelhandel... alles Personal war hellhäutig. Fand und finde ich nicht gut. Ich bin für absolute Gleichberechtigung der Hautfarbe!

Ich erfuhr später noch einiges über das "soziale" Miteinander auf Cuba. Was mir absolut gegen den Strich ging und geht. Führt jetzt hier aber zu weit es alles niederzuschreiben.

Also Themawechsel.

02.30pm war ich wieder an Bord.

04.00pm Gerd und Olli hatten Hunger. Wir gingen alle in den Yachtclub hier an der Marina was essen. Schweinesteak und Reis.

08.00pm Gerd und Olli und ich setzten uns auf "unseren" Katamaran in die Plicht und tranken Havannaclub.

10.15pm ging ich dann zu Bett.

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13. April Gründonnerstag

07.30am aufgestanden und gefrühstückt. Ich konnte mich noch immer nicht an Nescafé gewöhnen.

Gerd versuchte an diesem Tage endlich einen Flug für Olli zu besorgen.

Warten auf Info`s wo, wann und wie es weitergeht.

Wieder ein Tag auf dem Schiff. Meine Laune war miserabel. Es ging hier schon wieder so los wie auf Martinique. Wenn möglich, wurde sich bitte nicht weiter bewegt als die nächste Möglichkeit entfernt war ein kühles Blondes zu sich zunehmen.

Ich hatte mir den Törn in der Karibik anders vorgestellt. Zwar wußte ich das es sich um einen Überführungstörn handelte und das dann die Tour vorgegeben war war klar.

Martinique, Cuba, Jamaica, DomRep., Bahamas, Bermudas,...und alles was am Wege liegt.

Aber...wenn man angelandet war, alle Formalitäten usw. erledigt hatte... Sich bis zu 10 Tagen im Land aufhielt, dann wollte ich auch bitte was von diesem Land sehen und kennenlernen. Flora und Fauna, Architektur und die Menschen kontaktieren. Nicht immer nur das Hafengelände und nächstliegendes Umland aufsuchen um eine Bar zu finden. Saufen konnte ich auch in der Düsseldorfer Altstadt!!!

Ich gehöre ja nicht zu den "Urlaubern" die sich mit dem Flieger ins Ausland karren lassen und ihr Urlaubsghetto nicht verlassen. Wenn es geht, sogar nur deutsche Gerichte zu sich nehmen. Kotz! Dafür brauchte man nicht um die halbe Erde fliegen. Center Park gibts es auch daheim.

Hätte Gerd mich vorher darüber aufgeklärt wie bei ihm ein Landaufenthalt abläuft, wäre ich erst auf den Bahamas dazu gestoßen für die TransAt. !!!

Am 21. April wußte ich... sollten (wenn ich das richtig mitbekommen hatte) vier Mitsegler in Havanna ankommen. Ich hoffte das sich dann mit Aktivitäten was zum Vorteil verändern würden.

11.30am legte ich mich schlafen.

02.30pm wurde ich dann durch die Geräusche von starkem Wind und Regen wach.

Gerd bereitete eine Linsensuppe zu. (OMAR hatte uns Gas besorgt)

Nochimmer gab es keine neue Informationen wegen Olli´s Heimflug. Gerd meinte er hätte überlegt am nächsten Tag mit einem Leihwagen auf gut Glück nach Havanna zu fahren. Dort am Flughafen wollte er direkt an den Schaltern was arrangieren.

Abends wurden wieder "tiefgründige" Gespräche in der Plicht geführt. Ich ging somit um 09.30pm schlafen.

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14. April Karfreitag

07.30am circa war ich aufgestanden und hatte mit Olli und Gerd gefrühstückt. Die beiden hatten wieder bis nach 03.00am Havanna Club getrunken und Seemannsgarn gesponnen. Na dann... Auch an dem Tag danach waren sie noch kaum ansprechbar.

09.00am Gerd versuchte telefonisch einen Flug zu organisieren. Es würde wohl erst am Sonntag möglich sein sagte er bei der Rückkehr. Na toll!

10.00am ich mußte mich bewegen. Dieses Rumlungern machte mich wahnsinnig. Ich begann "klar Schiff" zu machen. Die Plicht, das Vordeck,.. sah aus wie Sau.

Also alle horizontalen Flächen außerhalb mit einem Wasserschlauch und Schrubber säubern. Das kühle Wasser ließ ich ab und an über mich selbst laufen. Das half diese F...work erträglich zu machen.

Die Jungs vom Sicherheitsdienst freuten sich wohl. Grinsten immer herüber. Logisch. Wetshirtparty in der Marina. LOL.

Es waren über 30°C und kein Lüftchen bewegte sich. Ich hatte meinen Mediaplayer auf laut gestellt. Wenn schon schwitzen dann bitte bei Aerosmith und Guns´n Roses.

Gerd fragt später warum ich mich quälte. Ich erklärte ihm, das mir auf Deutsch gesagt... voll auf den Sack ging hier einen auf extremcouching zu machen. Das ich es sch... fand das er sowenig Elan hatte. Was ihm an Pfeffer im A...fehlte hätte ich zuviel meinte er. Ich sollte endlich beginnen mich zu entspannen. Wenn die TransAt losginge würde ich für jeden Moment dankbar sein wo mal nichts zu tun sei. Er wollte mal schauen ob man am Abend nicht irgendwas unternähme, damit ich Quälgeist endlich Ruhe gäbe.

08.00pm das Ergebnis: Wir gingen in einem sogenannten Privatrestaurant essen. Casa Aché. Gerd hatte sich sogar Chic gemacht. Freu!!!!!

Das Essen war richtig lecker. Fisch und Reis. Dazu mein inzwischen Lieblingsgetränk hier namens Cubanito (Bloody Mary mit Havanna Club). Olli und Gerd bestellten sich Steak und Reis. Dazu Cubalibre und danach Bier.

11.00pm waren wir wieder an Bord. Im Gegensatz zu den Anderen ging ich sofort schlafen.

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15. April Samstag

08.30am begann mein Tag. Auf der anderen Seite des Steges hatten am späten Abend davor noch einige Deutsche eingecheckt. Eine Gruppe von Münsteranern, die einen Katamaran von Adolf für eine Woche gechartert hatten.

Gerd saß schon bei ihnen und trank Kaffee.

09.30am einer der Münsteraner kam herüber zu unserem Boot und lud Olli und mich zu einem Morgen-Cubalibre ein.

Lustig die Jungs an Bord. Man spürte das eine schöne Harmonie unter ihnen herrschte. Alle so zwischen 40 - 50 Jahre alt. Lehrer, Steuerberater, Arzt, ....

Sie wollten gegen Mittag auslaufen und die Küste von Cuba besegeln.

Ich tauschte mit einem von ihnen Lesestoff aus. Ich gab mein durchgelesenes Buch: Greg Iles - Geraubte Erinnerung.

Dafür erhielt ich: Jeffrey Eugenides - Middlesex.

Als sie die folgende Woche zurückkamen tauschten wir wieder zurück.

Endlich was neues zu lesen. Gott sei Dank!

11.00am war ich wieder auf unserem Boot. Ich war leicht angetüddert und machte mir erstmal einen starken Kaffee.

03.30pm hatte es mir bequem gemacht und las, las, las...

05.30pm fuhren Gerd und ich mit einem Pferdewagen einkaufen. Nudeln, Wurst, Bier, Cola, Rum,...

10.30pm ein wunderschöner Mond wanderte über den Nachthimmel. Ich erinnere mich heute noch an diese Nacht. Ich sah auch die erste Sternschnuppe meines Lebens. Mein Wunsch... Er ging in Erfüllung!

Ich versuchte Fotos zu schießen. Es war schier unmöglich, weil das Boot sich bewegte und die Belichtung zu lange dauerte. Bei Kontrolle sah es dann aus als ob ich einen Lichtwurm fotographiert hätte. Schade. Ich mußte alle wieder löschen.

Gerd und Olli leerten die Abschiedsflasche Rum. Olli sollte ja am nächsten Tag abfliegen.

00.30am ging ich zu Bett.

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16. April Ostersonntag

07.30am Frühstück

11.00am das Taxi nach Havanna kam um Gerd und Olli zum Flughafen zu bringen. Gerd ließ mir 10 CUC da die er sich von Olli geliehen hatte, damit ich mich in seiner Abwesenheit etwas bewegen und was unternehmen konnte.

Mein Geld war weg bzw. alle. (Mußte Gerd aushelfen mit all meinen Euro´s damit er Geld vorstrecken konnte auf Martinique und Santo Domingo.

Seine Visakarte wurde vom Automaten geschluckt - sagte er - und alles Bares ging für Bakschisch, Gebühren, Lebensmittel, Diesel,... drauf. Eurochequekarte kann man hier nicht benutzen. (Saudoofes Gefühl ohne Geld unterwegs zu sein)

Am nächsten Tag sollte Adolf hier auf Cuba ankommen. Dann würde Gerd das Geld in Bar wiederbekommen welches er vorgestreckt hatte sagte er mir. Endlich wären wir dann wieder flüssig.

Wieder war dem nicht so wie sich dann herausstellte.Ich war gespannt wann Gerd wieder zurück wäre. Die Autofahrt nach Havanna sollte ca. 3 Std. dauern. Eine Tour kostete 60$ schwarz! Ich war also wieder den ganzen Tag alleine.

01.30pm ging ich einige Kilometer durch Cienfuegos und beobachtete das Treiben um mich herum.

Nutzte danach die Zeit mein "Logbuch" vom Handschriftlichen auf den PC zu übertragen. Bilder bearbeiten,...

Wie gerne wollte ich mal irgendwo ins Internet gehen. Aber nur 32kb Übertragung... No way! SMS senden ging auch nicht. Es kam immer Error/Übertragungsfehler. Na dann... Frohe Ostern.

Am 24. April, wenn alles auf der Bavaria ok sein sollte, wollten wir Cuba verlassen. Halleluja. Back 2 Civilisation. Gerd wollte dann als 1. Montego Bay anlaufen und das nächste Internetcafe wäre unser!

Am abend davor eröffnete er mir mit einem Grinsen das er wenn wir auf den Bahamas wären, die US-Botschaft aufsuchen wollte um dort alles klar zu machen, das wir AMERIKA ansteuern könnten. Das er mir damit eine Megafreude machen würde, wußte er. Jaja Du und "Dein Amerika" sagte er.

Miami, Fort Lauderdale,...

- Später erfuhr ich das das auch nur eine Lüge war um mich bei Laune zu halten. Hätten wir keine Probleme mit dem Boot bekommen hätte ich USA nie gesehen.

06.50pm ein Mann vom Sicherheitsdienstes sprach mich vom Steg aus an. Er hatte eine Handvoll Euromünzen dabei. Ob es möglich sei Münzen zu tauschen. Deutsche gegen Frankreich, Spanien, Italien,...

Nach fünf Minuten war das Thema schon wieder beim Tanzen angelangt. Cubaner und Tanzen. Jaja... ob ich nicht Lust hätte nach seinem Dienstschluss mit ihm auszugehen. Ich mußte leider absagen. Ich wußte ja nicht was mit Gerd war und traute mich nicht das Schiff nach Sonnenuntergang unbeaufsichtigt zu lassen. Noch zuviel "Sachen" aus Martinique an Bord.

07.30pm Gerd war nochimmer nicht wieder zurück. Ich machte mir Nudeln mit Ei. Trank dazu eine Flasche "Bucanero" (einheimisches helles Bier)

09.15pm lag schon in der Koje. Draußen bei Licht lesen ging nicht. Mücken! Meine Beine sahen gesprenkelt aus und juckten ohne Ende.

Gerd und Olli kamen an Bord. Alle Plätze an Bord waren ausge-/überbucht. Nächster möglicher Flieger am 18. April.

Die Jungs waren stinkesauer und wollten noch auf ein Bier in den Yachtclub. Bevor ich auch nur Fiepen konnte waren sind sie weg.

Ich hatte noch vier CUC in der Tasche. Damit in den Club gehen. Good Joke. Ein Cubanito kostet drei CUC.

Gerds Geldbeutel müßte eigendlich inzwischen auch gähnend leer gewesen sein....Mhhh...

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17. April Ostermontag

03.30am die Herren kamen wieder an Bord.

 

07.30am kochte ich Kaffee

 

08.00am Friedmann erschien an Bord. Ein Arzt aus Göttingen den Gerd gestern kennengelernte. Sie hatten festgestellt das sie gemeinsame Bekannte hatten.Er war mit Frau (Marion) und seinen zwei Jungs im Teenageralter im Urlaub. Er hatte bei seinem Besuch uns frisches Brot mitgebracht. Klasse.

Friedmann verabschiedete sich nach ca. 30min wieder. Versprach aber später mit seiner Familie wiederzukommen damit sich alle mal den Kat anschauen könnten.

Es waren richtig nette Leute stellte sich später als sie an Bord waren raus! Die Chemie stimmte!

00.30pm Gerd und Olli legten sich ab. (die Nacht aufholen)

Ich aktualisierte mein Logbuch.

13.30pm Gerd kochte unsere heutige Hauptmahlzeit. Rindersteaks mit Kartoffel und grünen Bohnen. Dazu eine Buttersauce die mir wegen Bauchschmerzen die folgende Nacht den Schlaf raubte. (Ich hasse fettiges Essen. Meine Galle auch)

08.30pm gíng ich zu Bett um meine Bücher zu lesen.

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18. April Dienstag

Juhuu gegen  02.00pm kam das Taxi mit dem Gerd und Olli zum Flughafen fuhren. Olli flog definitiv an diesem Tag zurück!

Der Eigner Adolf (Addi) kam auch gerstern auf Cuba an. Er besuchte uns an Bord. Später lud er mich ein den Abend mit ihm zu verbringen.

 

07.30pm Gerd war noch nicht wieder zurück. Addi kam an Bord und holte mich zu einem Freiluftconcert in Cienfuegos City ab.

Um 10.00pm spielte eine Salsaband live. Sogar das Fernsehen war da. Mußte wohl eine bekannte Band gewesen sein. Die Leute tanzten auf der Straße. Viele hatten eine Flasche Havannaclub Bianco in der Hand.

Addi´s Tochter kam gegen 09.45pm auch dazu. Sie wollte sich hier mit Freunde treffen.

Wir alle verbrachten einen richtig schönen Abend.

11.45pm Christine fuhr Addi und mich in Richtung Marina (noch ca. 1km bis zum Kat) zu einer Bar die einer Tankstelle angeschlossen war. Direkt daneben lag der Kai. Auf/an der Kaimauer saßen viele Menschen. Trinken, Reden, Schmusen,...

Ich genehmigte mir noch ein kleines Glas Rhum pur (2Fingers). Addi trank seinen heißgeliebten Cubalibre.

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19. April Mittwoch

00.45am Addi und ich begaben uns auf den Heimweg. Er mußte nach links. Ich rechts herum den Kai entlang Richtung Marina. Die Jungs am Kai riefen mir nach das sie "Liebe mache wollten" NERV!

Nachdem ich die letzten Häuser hinter mir gelassen hatte war auch Schluss mit der Straßenbeleuchtung. Super. Keine Taschenlampe dabei. Somit vorsichtig durch die Dunkelheit stolpern. Wo war mein Mond geblieben?? Wenn hier mal der Kommunismus weg ist... komme ich wieder und gründe eine Straßenbaufirma. Eine?? Die Straßen Cuba´s waren und sind in einem miserablem Zustand (außer die Autobahn Rtg. Havanna).

01.30am war ich wieder auf dem Kat. Gerds Schnarchen war gut zu vernehmen.

So ging ich auch zu Bett.

07.50am 1. Kaffee.

Gerd sagte er wäre gegen 10.00pm am Vorabend wieder eingetroffen. Olli sei weg.

 

11.00am Frühstück. Schön. Endlich wieder normales nicht aufgesetztes Miteinander. Kein verkrampfter Smalltalk. Thema Olli abgehakt!

01.00pm Gerd legte sich nochmal hin. Ich schrieb wieder am Notebook. Alle weiteren Aktivitäten um diese Uhrzeit. Nein.

Klar ich hätte schwimmen gehen können. Aber bis zum nächsten schönen Strand sollten es ca.15km sein. Hier in der Marina, wenn ich das Wasser ansah, nein danke.

So las ich mein Buch zuende. Es wurde wieder ein Gammeltag. Aber ich wußte ja ... zwei Tage später um die gleiche Zeit wären wir in Havanna.

05.00pm nebenan am Steg lag eine Bavaria mit Franzosen an Bord.

Alle bis auf einen waren unterwegs um die Gegend zu erkunden. Wie allgemein üblich blieb einer zurück um das Schiff zu bewachen. Gerd lud ihn zu uns ein ein Cervesa mit uns zu trinken. Er sprach minimal englisch. So lag es an mir mit meinen sehr bescheidenen Französischkenntnissen die Unterhaltung in Gang zu halten. Gegen 06.30pm tauchten die anderen Franzosen auf. Einer von ihnen kam aus dem Elsass und sprach somit auch deutsch. Irgendwann wurde dann das Schiff gewechselt und wir saßen alle auf der Bavaria in der Plicht. Rum, Wein und Bier flossen in Strömen.

10.00pm verabschiedete mich von den Franzosen und ging schlafen. Ich hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen. Der Alkohol tat seine Wirkung.

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20.April Donnerstag

06.30am wachte ich mit einem Riesenkater auf.

Gerd ging es prima. Er hatte noch bis 04.00am gefeiert. 

Ich nahm Novalgintropfen und wartete darauf das ich wieder Licht und Geräusche ertragen konnte..

Nie wieder Alkohol!!!

09.45am in der Kajüte wurde es zu warm. Ich kämpfte mich aus dem Bett. Nach einem Kaffee ging es mir endlich wieder besser.

Ich las das von dem Münsteraner geliehene Buch zu ende da ich wußte das sie ja am heutigen wiederkamen.

01.00pm ich bereitete einen Gemüseeintopf zu.

Gerd schlief die ganze Zeit. Mußte einiges aufholen anscheinend.

06.00pm der Kat der Münsteraner war wieder da. Wiedersehensfreude am Steg.

Sie lobten sehr ihrer Skipper Jesus. Ein Angestellter von Addi den sie angeheuert hatten. Supernett, kompetent, intelligent, gebildet, Kochkünstler,.... und hübsch auch noch..wenn man das über einen Mann sagen darf.

Gerd und ich wurden zum Abendessen eingeladen. Gerd lehnte ab da er heute sehr viel gegessen hatte (mein mediterraner Gemüsetopf muß gut gewesen sein).

Er verabschiedete sich und ging wieder schlafen.

(Später sagte er mir das er eifersüchtig gewesen wäre. Tja mal einfach nur so zu flirten ohne das ein Vorteil für ihn dabei raussprang... ging nicht.

Ich verstand ihn später als er mich mehrmals auf der Reise fragte ob wir uns nicht von unseren Partnern trennen sollten. Er wollte mich heiraten. Kein Scherz!)

Ich aber freute mich auf frischen Fisch und blieb an Bord. Es gab Lobster und Barracuda. Superlecker.

Gegen 11.00pm verlies ich die Mannschaft. Ich war stolz auf mich. Alle um mich herum hatten Rum und Bier getrunken. Ich hatte aber meinen gefassten Entschluss durchgehalten keinen Tropfen Alkohol zu trinken.

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21. April Freitag 

07.45am aufgestanden und mit Gerd gefrühstückt. Fühlte mich wie neugeboren.

Ich fing an aufzuräumen. Gegen 02.00pm kam unser Taxi um uns nach Havanna zu fahren. Wir holten ja die neuen Mitsegler heute vom Flughafen ab.

Wenn wir dann am 24. April wieder hier in Cienfuegos wären, müßte ich nur noch meine Taschen von diesem Kat hinüber auf die Bavaria tragen.

Ich überlegte wohin mit meinem mir heiligen Notebook. Gerd wollte die ganze Zeit das Boot offen lassen.

Er sagte ein abgeschlossenes Boot lädt dazu ein einzubrechen. Wenn es aber so aussähe als wäre jemand da, sei es sicherer. Also haben wir alle Türen weit auflassen. War ein komisches Gefühl.

02.00pm wir waren auf dem Weg nach Habana. Fuhren mit einem Privattaxi. Es ist Cubanern (wenn sie keine staatliche Erlaubnis haben) strengstens verboten Ausländer zu transportieren. Der Fahrer war nervös. Wollte sich aber die 60CUC verdienen. Sollten wir erwischt werden, wird sein Auto konfisziert und er muß 2000CUC Strafe bezahlen.

Immer wenn am Wegesrand was Offizielles stand, fing er an zu schwitzen. Hatten aber Glück. Die Fahrt verlief problemlos.

Drei mal ist auf der Autobahn der Mittelstreifen auch asphaltiert. Unser Fahrer erklärt uns, daß dies provisorische Landebahnen sind für den Ernstfall.

Zu beiden Seiten der Bahn sah/sieht man des öfteren große verrostete Metallwalzen, mit langen Messern daran. Diese sind dafür da, um die Rollbahnen wieder aufzureißen, wenn die bösen Americanos kommen, damit deren Flugzeuge nicht landen können.

Ca. 200meter vor dem Flughafen mussten wir in einer Seitenstraße ganz schnell aussteigen. Kaum waren wir aus dem Wagen, gab der Fahrer Vollgas und verschwand.

Wir gingen den restlichen Weg zu Fuß und betraten den International Airport von Habana.

Ein sehr modernes Gebäude. Chrom, Granit, Glas.

05.45pm wir hatten unsere Leute gefunden. Endlich hatten sie Zoll,... hinter sich.

Thomas und Andrea. Ein Ehepaar in meinem Alter. Er Orthopäde, sie Apothekerin.

Andreas. 45 Jahre alt. Installateur.

Und Manfred. Um die 60. Merkte man ihm aber nicht an. Ein hibbeliger humorvoller Mensch. War schon im Ruhestand. Hatte einen Schnurrbart der wenn er nass war ausschaute wie der eines Walrosses.

Mit einem offiziellen Taxi ging es in die Innenstadt. Wir mussten ja die Pension von Miriam finden.

07.00pm hatten wir dann die Concordiastraße erreicht. Eine kleine dunkelblonde Frau begrüßte uns. Miriam.

Diese Frau zu beschreiben ist schwer. Man muß sie erlebt haben. Sie war schon 63 Jahre alt. Aber noch voller Feuer. (zwei Tage später gingen wir zusammen tanzen und da gab es für sie kein halten mehr)

Sie zeigte uns unsere Zimmer. Alle waren sehr sauber und mit alten Möbeln (so wie bei unseren Großeltern) ausgestattet. Nachdem wir uns alle häuslich eingerichtet hatten lief sie mit uns einige Blocks durch Habana und führte uns zu einem Privatrestaurant. Man mußte klingeln um eingelassen zu werden.

In einem Jugendstilhaus war dort im Erdgeschoss eine Wohnung zu einem kleinen Restaurant umfunktioniert worden. Wir bestellten alle außer Gerd gegrillten Fisch. Er genehmigte sich ein Schweinefleischgericht. (bekam ihm aber nicht. Hatte in der Nacht starke Bauchschmerzen) Unser Fisch aber war lecker und auch bekömmlich.

11.00pm waren wir wieder in der Pension und gingen schlafen.

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22.April Samstag

07.30am stand ich auf. Die Nacht war grausig. Ich mußte mir mit Gerd ein Doppelbett teilen. Selten habe ich Menschen erlebt die so laut schnarchen. Ich war wie gerädert und hundemüde.

Die Enkelkinder von Miriam hatten schon den Frühstückstisch eingedeckt. Zwei Frauen ca. mitte 20. Zucker die beiden. Einfach klasse. Lebenslustig, aufgeschlossen.

Manfred war auch schon auf. Er erklärte mir das er jeden morgen sehr früh aufsteht. Er liebte es sich zu bewegen. 10km Laufen, Fahrradfahren, Schwimmen,... Er war  schon um den Block gelaufen um die Gegend weiter zu erkunden. Ich freute mich. Endlich einen Partner nach meinem Geschmack.

09.00am Frühstück.

Der Kaffee war wie Mokka. Jeder hatte einen großen Teller frisches, aufgeschnittenes Obst vor sich. Ananas, Mango, Papaya.

Wenn man das auf hatte, war man eigendlich schon satt. Aber den Honig und die selbstgemachte Marmelade mußte man ja auch noch probieren. Dann gab es auch noch selbstgepressten Maracujasaft dazu. Wem das nicht reichte konnte noch Spiegelei (Fritata) oder Tortilla bestellen (Rührei mit Zwiebeln und Tomaten).

10.30am wir hatten uns alle darauf geeinigt was wir uns heute anschauen wollten.

Ein Gewaltmarsch durch Habana begann.

Die Avenida del Puerto (Küstenstraße) entlang bis zum Castello del Morro. Dann quer durch die Altstadt zum Plaza del Catedral und zum Capitol.

Am Plaza Vieja blieb Gerd dann vor der alten Kirche in einem Straßencafé sitzen weil er nicht mehr laufen konnte. Wir anderen gingen weiter.

Hinter dem Capitol war eine Zigarrenfabrik namens Partagás in dem auch eine Führung angeboten wurde (pro Person 10$) man konnte dabei sein wie Cohibas gedreht wurden.

An den Wänden hingen Bilder von internationalen Größen aus Politik, Showbiz und Wirtschaft die hier zur Kundschaft zählten.

03.00pm unsere Füße brannten. Also zurück. Gerd noch einsammeln und die Concordiastraße wiederfinden.

08.00pm wir alle hatten am morgen abgemacht das Miriam für uns kocht.

Hui hatte sie groß aufgetischt. Fünf Sterne!

Den uns inzwischen lieb gewordenen Reis mit schwarzen Bohnen, Pollo (Hähnchen), Lobster und Barracuda in Marinade gedünstet. Dazu viel Salat, Tomaten, Obst,... Als Getränk wieder Bucanerobier.

10.30pm schlafen, ausruhen. Die Füße qualmten.

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23. April Sonntag

08.00am gab es wieder das reichhaltige Frühstück.

Gerd war gestern noch nach Mitternacht mit Miriam tanzen. Hatte wohl versucht mich zu wecken. Aber wenn ich einmal schlafe...

Muß sehr spät geworden sein. Er wollte heute nicht mit uns Habana weiter erkunden.

Somit zog ich mit Thomas, Andrea, Andreas und Manfred alleine los.

Liefen an der Universität über den Platz der Revolution (siehe Foto) bis zum Hauptfriedhof Cementerio Colón. Gegenüber des Haupteingangs war ein Café wo wir uns erstmal kaltes Wasser bestellten. Verrückte Deutsche um 12Uhr mittags über den Friedhof.

01.30pm langsam schlugen wir den Rückweg ein. Wieder die Küstenstraße entlang.

Kamen an einem großen Gebäude vorbei welches das Hotel International sein könnte (hatten das nicht herausbekommen ob es das war) Viele schwarze Fahnen mit silbernem Stern und viele antiamerikanische Plakate (siehe Fotos) Kaum blieb man stehen zum näher betrachten, kamen Polizisten und winkten das man sofort weitergehen sollte.

04.00pm waren wir wieder in der Pension von Miriam angekommen. Auch heute abend aßen wir wieder bei ihr. Konnte woanders nur schlechter sein. Aber vorher wollte sie mit uns zu einem Concert gehen.

Gegen 05.15pm waren wir da. Eine lange Schlange vor dem Eingang.

Miriam lief direkt zum Tor und verhandelte mit dem Türsteher hinter dem hohen Zaun.

Wir wurden hereingelassen. Viele drängelten nach aber ohne Chance. Man brauchte wohl gute Beziehungen. Soviel zum Thema alle sind gleich im Kommunismus.

08.00pm die Band begann. Erinnerte mich sehr an Juanes. Klasse Musik. Vorher wurde Musik vom Band aufgelegt. Man konnte gar nicht anders. Alle bis auf Gerd der von gestern noch müde war, haben getanzt. Amusement vom feinsten.

Gegen 09.45pm machen wir uns auf dem Heimweg. Das Essen von Miriam wartete. Es war wieder sehr lecker. Wieder Hähnchen und Fisch in anderer Variation.

11.45pm Tisch und Stühle wurden vor die Tür auf die Straße gestellt. Dominospielen war angesagt. Es machte einen Riesenspass. Die Mädels gegen die Jungs. Die Mädels gewannen!

Das ich dabei Ratten und jede Menge Kakerlaken flitzen sah.... egal. Man gewöhnt sich an alles.

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24. April Montag

08.30am Frühstück. Ich vermisse es noch heute. Das ungezwungene Miteinander mit Miriam und ihrer Familie.

09.30am war all unser Gepäck im Taxibus verstaut. Nach einem umarmungsreichem Abschied fuhren wir zurück nach Cienfuegos. Circa vier Stunden im klimatisiertem Kleinbus. Das war Angenehm.

01.00pm jetzt kam die Plackerei das Gepäck vom Kat auf die Bavaria zu bringen und sich dort einzurichten. Kein Lüftchen wehte und das bei über 34°c im Schatten.

Ich hatte die Mittelkajüte Backbord. Keine Sicherung am Bett für Schräglage = Leesegel. (bastelte was auf den Rat von Gerd hin mit einer zweiten Matratze. Aber da hatte ich nur eine definitiv rein horizontale Liegefläche in der Breite eines Oberschenkels. Einmal ausprobiert und wieder zurückgebaut. Rückenschmerzen waren unumgänglich)

Thomas und Andrea schliefen in der Achternkabine backbord. Gerd Kapitänskajüte steuerbord achtern. Manfred mir gegenüber mittschiffs steuerbord. Andreas vorne im Bug (auch für zwei Personen geeignet)

Wir waren alle angefressen ob des schlechten Zustands der Bavaria. Dafür das sie erst ca. drei Jahre alt war.... Gerd sagte sie sei eine Salondusche. (als hohe Wellen kamen wußten wir auch warum, denn es tropfte herein)

07.30pm liefen alle den Boulevard entlang zum Hotel Agua wo ab 07.00pm immer ein reichhaltiges Buffet angeboten wurde zum Festpreis von 15CUC/Person plus Getränke.

Wir waren die einzigen Deutsche. Schön. Essen stand dem im Swisshotel in Neuss in nichts nach.

10.30pm Schlafenszeit

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25.April Dienstag

04.00pm endlich liefen wir aus. Auf nach Jamaica.

Man war das ein Theater. Die Jungs hatten sich Cohiba Zigarren gekauft. (schwarz) Man darf pro Person 23 Zigarren ausführen. In einer Kiste sind aber 25 Zigarren drin. Thomas und Gerd hatten jeder mehrere Kistchen. Anderas nur eine. Aber auch 25 Stk. Prompt fand der Zoll diese. Gerd versuchte noch zu handeln aber vergebens. Die Zigarren wurden konfisziert.

Später auf See erzählten Gerd und Tom das sie aber noch welche gebunkert hatten die der Zoll nicht fand. Männer.

Der Zoll war richtig heiss bei der Durchsuchung. Waren wohl warmgelaufen. Am Tag davor hatten sie einen Kat mit Italienern hochgenommen der ohne Erlaubnis in gesperrtem Gebiert geankert hatte. Die Italiener hatten "Mädchen" dabei. Fazit: 2000CUC Strafe, sofortige Abreise aus Cuba mit Wiedereinreiseverbot über mehere Jahre und die Frauen mußten zwei Jahre ins Gefängnis. Fidel hatte vor ca. zwei Jahren verfügt das Prostituition unter Strafe steht. Wer mit einem Ausländer erwischt wurde, wanderte ein.

 

Dann fand der Zoll gestern auf einem Boot aus Samoa viele Lang- und Kurzwaffen. Man durfte Waffen einführen. Aber mußte sie wohl deklarieren. Wenn man ausklariert bekam man sie wieder. Ich fragte mich...wofür brauchen junge Leute mitte 20 bis ca. 35 Jahre alt Pistolen, Revolver, Pump-Guns, Gewehre und Schnellfeuerwaffen auf einem Segelschiff????

Die "Offiziellen" hatten die Waffen in mehreren Taschen von Bord getragen. Kurz darauf durfte die Schiffsbesatzung unbehelligt von Bord.

Gott sei Dank. Weg aus Cuba. Wenn irgend möglich sieht mich dieses Land nicht mehr. Es sei denn alle kommunistisch angehauchten Menschen usw. sind aufgewacht.....

Realexistierender Sozialismus ist ätzend! Weitere politische Kommentare lasse ich hier lieber weg.

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26. April Mittwoch

07.30am ich bekam Kaffeedurst und stand auf. Der Volvopenta Motor war so laut... er lief die ganze Nacht durch. Der Wind ließ uns mal wieder im Stich.

Hoffte das ändert sich bald und wir fahren nur noch unter Segel.

 - - - bitte entschuldigt, da wir nun soviele an Bord waren und Thomas seine Praktische Segelausbildung machte, war es mir nicht möglich immer die Koordinaten etc. aufzuschreiben. Es änderte sich aber wieder als wir Nassau in Rtg. Bermudas verliessen. - - -

08.15am

Gerd stellte die Motoren aus.

Schwimmen war angesagt. Mitten im karibischem Meer. Über 4000meter Wassertiefe. Ich traute mich nicht. Aber man wollte ja nicht als Memme dastehen ;-)

Nachdem man sich an die Wassertemperatur gewöhnt hatte war es doch echt schön. Die Farbe des Wassers war genialblau.

Hatte doch Schiss in der Bux und traute mich nicht vom Schiff wegzuschschwimmen.

Thomas und Manfred waren kaum zu halten. Tom sprang immer wieder rein und Manni mochte gar nicht mehr rauskommen.

Andreas wolltete nicht schwimmen gehen.

Tom überredete sie dann doch mit ihm zusammen in die See zu springen.

Ich hätte gerne Fotos von Thomas und Andrea hier hineingestellt, aber Thomas wollte nicht das sein Konterfei veröffentlicht wird. Mußte ich akzeptieren.

09.30am Frühstück. Gerd hatte seine mir schon bekannte Eierpfanne gemacht. Ruckzuck war alles weg. Keinem wurde übel. Von der Seekrankheit schienen wir alle verschont zu bleiben. Gut.

Ich legte mich auf das Vordeck für mein tägliches Sonnenbad. Leider viel weniger Platz als auf dem Kat. Gerd ging schlafen. Die anderen saßen in der Plicht und beobachteten die See und den Horizont.

Es war für sie alle das erste Mal auf hoher See zu segeln. Schauten genau wie ich am ersten Tag mit großen Augen alles an.

01.00pm es wäre schön gewesen wenn man endlich den nervtötenden Motor hätte abschalten können. Aber die Windstärke war zu gering als das es lohnend gewesen wäre die Segel auszupacken.

Leider. Die "Neuen" waren heiß darauf zu segeln.

06.00pm Abendessen. Rindfleisch aus der Dose (roch echt wie Tierfutter. Deshalb tauften wir es auch Chappy), Tomaten, Kartoffel,... alles zusammen als Eintopf.

Mir wurde übel bei dem Geruch. Luft anhalten und durch. Ich glaube Thomas, Andrea und Andreas ging es nicht anders. Man konnte es ihren Gesichtern ansehen.

Manfred war der wandelnde Sonnenschein wie immer und futterte. Ich glaube ihm konnte man alles vorsetzen.

09.00pm ging ich zu Bett.

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27. April Donnerstag

10.00am Jamaica! Montego Bay.

Es war sehr unübersichtlich wo wir hier am Steg festmachen konnten. Also erstmal auf freier Fläche den Anker raus.

Die Jungs machten das Dinghi klar.

Tolles Dinghi. Ein Ventil schien nicht sehr dicht zu sein. Alle paar Tage mußte man Luft nachpumpen wie sich noch herausstellte. Ebenso war irgendwo wohl eine Naht undicht. Wenn wir unterwegs waren, hatten wir immer eine abgeschnitte Plastikflasche dabei um das aufsteigende Wasser wieder nach außenbord zu befördern.

Nachdem Manfred eine Runde um unser Schiff gedreht hatte und nicht untergegangen war stieg ich dazu. Endlich mal wieder Zodiak fahren!

Macht irre Spass. Nur der Außenborder hätte mehr Dampf haben können.

11.30am nach einigem hin und her wo wir anlegen könnten, machten wir am hinteren Ende des zum Yachtclub gehörenden Steges fest.

Die neue Crew hier an Bord war angefressen, das das mit dem Einklarieren usw. alles so lange dauerte. Das Prozedere und die karibische Gemütlichkeit war ihnen noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen wie Gerd und inzwischen auch sogar mir.

Bloss nicht hetzen!

Unsere "Parkbucht" die wir dann zugewiesen bekamen war sehr schmal. Der Mann auf dem Backbordschiff beschwerte sich weil wir seinem Schiff zu nahe kamen. Gerd konterte er solle erstmal an seine eigene Nase packen. Wo seine Fender seien?!

Das erste was ich hörte war  Musik vom Steuerbordschiff. Bob Marley: No Woman, no cry. ...

Manni und ich trugen europäisch übliche Badehosen. Gerd bat uns sich andere Unterteile anzuziehen. Waren die Jamaicaner etwas genauso spießig verklemmt wie die Amis?

Fing ja gut an hier.

01.15pm man einigte sich an Bord das Gerd nötige Reparaturen am Schiff vornahm und wir anderen fuhren mit einem Taxibus in die Stadt um einzukaufen.

Der Fahrer fragte mehrere Male ob wir wirklich nach "Downtown" wollten, was wir bejahten. Die Touristen fahren sonst alle in eine andere Gegend.

Nahe einer Einkaufsstraße ließ er uns raus nachdem wir abgemacht hatten das er uns am selben Platz in gut zwei Stunden wieder einsammeln würde.

Wir waren die einzigen Weißen weit und breit.

 

Ich wollte ein Backgammonspiel kaufen. Fand auch ein Magnetspiel. Hatte mit Gerd eine Wette laufen, daß ich auf dem gesamten Törn nie wieder spülen mußte wenn ich gewinne. Er hielt sich für unbesiegbar. Na der sollte sich wundern :-).

Ich fand eine Wechselstube die einen guten Kurs hatte. Ein Euro = 1, 25US$.

Tauschte 500Euro um.

Wir entdeckten auch einen Supermarkt. Toll. Nach Cuba erschien uns die Auswahl wie das Paradies. So mußten sich die Ossis gefühlt haben als sie das erste Mal das KaDeWe in Berlin betreten hatten.

Wir fanden auch ein Geschäft mit Bekleidung. Ich kaufte mir ein schwarzes luftiges Shirt mit dem Schriftzug von Jamaica in Gelb.

Manni und ich waren schneller als die anderen.

Somit kam es das wir in eine schmale Straße einbogen. Fragten uns nach einer Weile wo die anderen wieder blieben. Drehten uns um und sahen sie am Anfang der Straße stehen und winken. Wir sollten zurückkommen. Also zurück.

Wieder bei ihnen angekommen berichteten sie uns das sie von mehren Personen angehalten wurden nicht in diese Straße zu gehen. Es sei eine sehr unsichere Gegend.

Manni und ich schauten uns an und schüttelten die Köpfe. War doch völlig unauffällig dort.

Na. Die vier hätten in Santo Domingo dabei sein müssen...

Pünktlich um 04.00pm wurden wir vom Taxi wieder aufgelesen und zum Yachtclub zurückgebracht.

08.00pm Abendessen im Clubrestaurant. Anschließend Billard. Klasse Abend. Leider auch superteuer. 200$.Anyway. Inzwischen dachte ich mir... war ja nicht mein Geld. Also genießen!

11.00pm Andrea und ich gingen zurück zum Schiff da wir müde waren.

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28. April Freitag

08.30am Früchstück. Wasser und Diesel auffüllen. Gerd ging ausklarieren. Das dauerte wie immer ewig.

 

02.00pm wir verließen Jamaica in Richtung Bahamas.

Jetzt begann ein langer Schlag. Richtung Ostspitze Cuba. Nah vorbei an Guantanamo.

 

Wir hatten nichts für Rasmus zu trinken an Bord. Deswegen war der "Meeresgott" wohl etwas angefressen und sendete uns minimalen Wind bzw. Wind aus der falschen Richtung. Wir mußen wieder motoren.

Der Tag verlief harmonisch. Ich ging früh schlafen.

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29. April Samstag

07.30pm Thomas freute sich. Es war endlich genügend Wind da um die Segel zu heissen. Nun wollte unser Doktor arbeiten. Er war Rudergänger. Ohne Autopilot die Bavaria auf Kurs halten bedarf viel Übung. Durch die Wellen und zwischendurch leichte Böen lief das Schiff oft aus dem Kurs.

Man mußte nicht nur auf den Kompass vor einem achten, sondern auch auf den Verklickerer (Windrichtungsanzeiger) der sich oben an der Mastspitze befand. Also Augen nach unten Rtg. Kompassnadel, über Kopf zur Mastspitze und nach vorne Rtg. Segel. Immer und immer wieder.

Für uns andere war wenig zu tun. Ab und an mal an die Taue um Segel zu vergrößern bzw. zu verkleinern. Da wir nicht unter Motor fuhren konnte ich leider nicht an mein Notebook.

Die See beobachten, Konversation führen und in sich gehen war angesagt. Ging somit wieder früh zu Bett und las in meinen Büchern.

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30. April Sonntag

  02.00am das Funkgerät quakte. Die Amerikaner meldeten sich!

US: "Vessel on Position XXXXX N°,  XXXXX°W, sailing with the speed of 6Kts East please identify yourself"

Gerd hörte den Spruch erst bei der 2. Ansage. Er hatte das Funkgerät vorsichtshalber angeschaltet und meldete sich:

G: "This is German Sailing Yacht Roxanna calling US-Base Guantanamo."

US: "Go ahead Roxanna. What was your last Port of Call, and where are you heading to?"

G: "This is Roxanna. Our last Port of Call was Montego Bay - Jamaica. Our destination ist Great Inagua Island - Bahamas."

US: "Sailing Yacht Roxanna. What is your Flag?"

G: This is Roxanna. Our Flag ist German. Over and out."

Später quakte das Funkgerät erneut, aber wir haben nichts mehr verstanden.

Backbord waren die Lichter von Guantanamo zu sehen. Ebenso die Landebahn. Ich nahm das Glas und versuchte soviel wie möglich zu erkennen.

Am nächsten morgen als ich mit Gerd mal alleine und außer Hörweite der anderen war berichtete er mir das er innerhalb der 10Meilenzone und somit in der Landezone der US-Base gesegelt war. Die Amis waren sauer. Es war nicht erlaubt! Er meinte die Amis müssen gewußt haben das das Boot aus Cuba kam. Die Roxanna war ja gelistet. Hätte auch mit Bootsbesuch abgehen können in der Nacht.

09.00am der Wind drehte auf NE. Wir mußten den Kurs um 90° auf die Küste von Haiti zu ändern.

06.00pm änderten wir den Kurs dann wieder auf 326° in Rtg. Nordostküste Cuba.

Gerd zeichnete ein Verkehrstrennungsgebiet (Autobahn für Schiffe) in die Seekarte ein und sagte, das wir davor dann den Kurs ändern müßten, um uns von der Berufsschifffahrt fern zu halten.

09.30pm ging Gerd dann schlafen.

Thomas war Rudergänger und sollte aufpassen.

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1. Mai Montag

00.15am Aufregung im Cockpit. Viele bunte Lichter die schnell näher kamen.

Gerd wurde geweckt.

G: "Scheiße!!! Wir sind mitten auf der Autobahn."

Wir wollten nach Steuerbord (Stb) wieder aus dem Fahrwasser raus und brachten zwei freundliche Frachtschiffe dazu uns nach Stb auszuweichen. Eines davon war nur noch ca. 300 Meter entfernt.Puh! Da hatte die Nachtwache gepennt!

Zu den wichtigsten Aufgaben bei der Ruderwache gehört auf "komische Lichter" zu achten!

Neuer Kurs nun 20° Rtg. Matthew Town - Inagua.

00.25pm ankerten vor Matthew Town in der Nähe einer schwedischen Yacht.

Wir fragten durch Zuruf den Skipper wie die Einklarierungsmodalitäten hier stattfinden. Er rief uns zu, daß sich der Zoll auf der einen und der Rest sich auf der andern Spitze der Insel befände. Wir bräuchten ein Taxi. Aber wir waren ja noch 300 Meter vom Ufer weg.

Gerd und Thomas fuhren via Dinghi zum Einklarieren an Land.  Sie erzählten später von ihren Erlebnissen.

01.45pm fuhren wir alle außer Andreas der keine Lust hatte, mit dem Dinghi an Land. Manni mußte sich fühlen wie ein Taxifahrer. Immer hin und her. Da bei dem kleinen Schlauchboot nie mehr als 3 Personen mitfahren konnten.

Anlanden mit dem Zodiak durch Brandungswelle am Strand war schwierig. Prompt fiel ich beim Aussteigen ins Wasser. Na toll. Klitschnass und alles voller Sand. Aber trotzdem: GEIL!

So purzelten wir an Land.

Wir fanden einen Store indem wir unsere Lebensmittel wieder auffüllen konnten. Wir entdeckten für Andreas echte Coca-Cola welche er heiß und innig liebte. Er hatte am nächsten Tag Geburtstag. Irgendwas mußten wir besorgen. Eine kleine Überraschung sollte schon sein. Wir erfuhren leider erst an Bord nach dem Auslaufen vom Datum seines Ehrentags.

Alkohol und Zigaretten gab in einem anderem Shop die Ecke herum. Dort bekamen wir dann Vodca on Ice mit Bitter Lemon und Budweiser Beer.

Wir alle konnten inzwischen Cubanisches Cerveza (Bucanero) nicht mehr sehen.

06.00pm Anker aufholen und weiter ging unser Törn.

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2. Mai Dienstag

06.00am das ursprüngliche Ziel Ragged Island konnten wir aufgrund Spritmangel nicht ansteuern. Wir mußten Rtg. Long Island - South Point um Diesel aufzufüllen. Danach erst ab in die Keys zum Schnorcheln etc..sagte Gerd. Einige auf dem Schiff zogen lange Gesichter.

Gerd beschäftigte sich intensiv mit den Seekarten. Auf dem Wege nach Long Island fand er die Geburtstagsinsel für Andreas (akzeptabler Umweg) Cay Verde auf der Karte. (In den Seekarten ist die Insel noch als Cay Verde verzeichnet. Ihr tatsächlicher Name war aber seit dem 2. Mai nun Andreas Island. Wir hatten sie ihm zum Geschenk gemacht.)

Thomas hing damit er was zutun hat wieder seine Angel über Bord.

Es schien sich Anglerglück einzustellen, vermutlich ein ziemlich großer Baracuda hing am Haken.

Doch beim Einholen verabschiedete er sich mit dem Haken.

Das Anglerglück hielt an. Als nächstes hing ein großer mövenähnlicher Vogel am Haken. Gerd lachte. In 30 Jahren hatte er zwei Fische gefangen und nun die zweite Möve.

Wir holten den Vogel ein. Er hatte offenbar an der Anglerschnur Selbstmord begangen und lösten ihn vom Haken.

02.00pm wurde auf dem Riff Cay Verde geankert. Ein karges Eiland. Sehr schöner Sandstrand war zu sehen aber mit dem Dinghi nicht anfahrbar (Riffe, Sandbänke,..)

Gerd hüpfte achterlich ins Wasser. So schnell wie er reinsprang kam er wieder heraus.

G: "Ich schwimme ungern Aug in Aug mit einem Baracuda. Der war ca. 1,60 Meter lang. Schmeiß die Angel nochmal rein Thomas!"

Schwupps war der nächste Köder weg. Abgebissen.
"Das war ein Hai" sagte Thomas.

Shit ich wollte auch schwimmen gehen. Aber unter diesen Umständen lies ich das. Wir hatten nur noch einen halben Tank Trinkwasser. Nur Katzenwäsche und Zähneputzen mit Trinkwasser war seit fünf Tagen erlaubt. (nicht alle hielten sich leider daran trotz Ermahnungen des Skippers) Ich fühlte mich klebrig und spackig. Mußte mich aber dran gewöhnen meinte Gerd zu mir. Auf der TansAt würde das noch schlimmer wenn ich dann im Meer schwimmen wollte. Würde ich mich wegen der niedrigen Wassertemperatur sehr überwinden müssen. Kaltes Wasser ist mir ein Graus. So hoffte darauf in Nassau endlich die Bettwäsche etc. waschen zu können.

03.30pm die Angeln wurden wieder präpariert.

Ergebnis: drei barschähnliche Fische und ein länglicher.

Das Abendessen war gerettet.

Andreas fing einen wunderschönen bunten Fisch (Name unbekannt). Diesen ließen wir aber leben. Weil er so schön war schnell ein Foto davon geschoßen und zurück ins Meer damit.

06.00pm Anker wieder gelichtet und Segel gesetzt.

Bei nördlichen Winden ging es weiter Rtg. Long Island - South Point. Wir mußten aufkreuzen weil einige Sandbänke im Wege lagen denen ausgewichen werden mußte.

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3. Mai Mittwoch

 07.30am es war dicke Luft an Bord wegen unterschiedlichen Vorstellungen wie eine Seereise welche man gebucht hatte ablaufen sollte.

Es dauerte eine Weile bis alles ausdiskutiert war und die Gemüter sich wieder beruhigt hatten.

11.30am erreichten wir South Point - Long Island

Gerd fuhr mit Thomas an Land um Diesel und Lebensmittel zu besorgen.

Als Manni zurückkam stieg ich zu ihm ins Dinghi um mir am Strand die Füße zu vertreten.

Kaum angekommen tauchten zwei Personen auf. Imigration und Zoll.

Die Frau von der Einwanderungsbehörde war alles andere als freundlich. Sie wollte sofort wissen wer wir sind, wie unser Boot hieß, wieviele Personen an Bord wären, wo unsere Papiere seien usw.

Ich erklärte ihr das wir vor zwei Tagen auf Inagua einklariert hatten. Das der Captain unterwegs war Diesel zu kaufen. Interessierte sie alles nicht. Ich schickte Manni somit zurück zum Schiff unsere Pässe und den Beleg zu holen das alles rechtens war.

Nachdem sie dann unsere Papiere gesehen und abgeschrieben hatte wurde sie freundlicher und wünschte uns einen guten Tag.

Die beiden setzten sich in ihren Wagen und verschwanden wieder.

Manfreds Kommentar dazu: "Wie die fetten Matronen früher an der DDR-Grenze."

Wir beide gingen den Strand entlang. Legten sogar ein Wettrennen ein. Endlich sich mal wieder ausführlich bewegen tat sehr gut.

00.15pm Gerd und Thomas waren zurück. Ich bekam von Gerd eine leichte Rüge.

G: "Wenn ich nicht da bin, wird niemals irgendein Papier herausgerückt. Egal was gesagt und wie sich benommen wird. Die Leute hätten dann zu warten bis ich wieder da bin. Punkt. Aber ist OK. wolltest es ja nur richtig machen. Bitte in Zukunft nicht mehr."

02.00pm Weiterfahrt nach Great Exuma Island - George Town. Dort ging es dann über Nacht in die Marina. Duschen, essen gehen,....

04.00pm George Town. Es war schwierig hineinzufinden. Dauerte ewig. Viele Untiefen. Keine Betonnung. Wo ist die Fahrrinne? Gerd war genervt.

Als wir in der Marina ankamen begann die Ebbe. Prompt liefen wir auf Grund. Zum Glück Sand. Es hatte aber auch sein Gutes. Da die Bavaria schlecht gewartet war, war der Kiel arg bewachsen und wurde nun durch das schubbeln im Sand wieder sauberer.

Um uns herum viele Yachten. Fast alle mit Stars&Stripes am Heck beflaggt. Somit waren wir umgeben mit Amerikanern. Yeah!

Gerd und Andreas blieben an Bord. Wir anderen fuhren mit dem Zodiak an Land um die Gegend zu erkunden und wieder Lebensmittel zu kaufen.

Im Store sprach ich einen Angestellten an wo man hier abends ausgehen könnte. Er nannte mir ein Restaurant was den anderen als ich ihnen davon berichtete aber zu teuer und zu weit zu laufen sei.

Thomas und Andrea blieben an Land. Sie wollten eine Duschmöglichkeit finden. Ich fuhr mit Manni zurück. Die Dieselkanister holen. Die Tankstelle welche wir fanden hatte nur bis 07.00pm auf.

Wir waren irritiert als wir die Roxanna (unsere Bavaria) zufuhren. Ist das unser Boot? Konnten zuerst ja den Namen nicht lesen. Ein Beiboot hatte am Heck festgemacht.

Aber wir waren richtig.

Ein Pärchen aus England war an Bord. Sie waren schon über drei Jahre hier in der Gegend unterwegs und gaben Gerd Info´s was hier so los war. Nannten ein kleines Restaurant, nicht weit entfernt von unserem Ankerplatz wo wir am abend einkehren könnten. Eddie´s Edge.

Manni fuhr mit den Kanistern wieder an Land.

Ich blieb an Bord. Endlichmal wieder mit anderen Menschen reden.

Gerd sagte später mein Englisch wäre inzwischen sehr gut aber ich hätte einen grauenhaften amerikanischen Akzent. Und da er diesen Menschen aufgrund von Erfahrungen in seiner Vergangenheit gegenüber recht negativ eingestellt war störte ihn das sehr.

Ich stellte meine Ohren auf Durchzug und grinste in mich hinein.

Gerd war viele Jahre in England. Beruflich auch in Amerika und anderen Kontinenten. Sein Englisch war perfekt. Aber halt echt Englandgefärbt. Alles andere lehnte er ab.

G: "Amis sprechen kein Englisch. Das ist Bullshit was die reden."

07.25pm Thomas und Andrea kamen wieder an Bord. Da wir nicht einklariert hatten durften sie die Duschen nicht benutzen.

Ich unterzog mich wieder einer notdürftigen Körperpflege und wechselte die Bekleidung.

08.00pm alle außer Gerd der das Schiff wegen der Grundberührung nicht alleine lassen wollte, gingen an Land was essen. Wir sollten ihm ein "Take Away" mitbringen wenn wir wiederkommen.

Überall waren Mücken. Na Klasse.

Das Restaurant Eddie`s Edge ließe jeden Gourmet die Haare zu Berge stehen. Nachdem wir die Küche gesehen hatten beschloßen wir nur etwas fritiertes zu bestellen (größte Chance das alle Keime abgetötet sind). Ein halbes Hähnchen und Pommes. Dazu ein Bier.

Ich hoffte das es in Nassau endlichmal ein ordentliches großes Steak geben würde. Zwiebel, Gewürzte Butter vielleicht dazu. Einen guten Salat und ein Glas Wein.

09.45pm waren wir wieder an Bord. Gerd hatte auch auf ein Steak gehofft. Stattdessen überreichten wir ihm eine Papiertüte Hähnchen und Pommes mit Ketchup.

10.15pm ab ins Bett. Ich wickelte mich in mein Bettuch ein das nur noch die Nase herausschaute. Um mich herum tanzten die Mücken.

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4. Mai Donnerstag

01.00am das Schiff bewegte sich keinen Millimeter. So tief waren wir im Sand.

06.00am das Schiff war wieder frei. Endlich war die Flut da. Anker lichten und weg. Den Mücken entfliehen die immernoch nervten.

Gerd wollte Great Guana Cay anfahren. Trinkwasser auffüllen und auch Bier einkaufen.

02.00pm er fand eine Marina die wohl nur für sehr reiche Menschen angelegt wurde. Nur Motorboote in der Marina. Eine sehr große trug den Namen: Dividende. Na, da wußte man ja woher wohl das Geld für dieses Riesenboot herkam. Schwimmende Edelhäuser. Umgeben von Millionären.

Eine Gallone Trinkwasser kostete 1$. Eine Palette Budweiser Bier (24 Dosen) 65$. Eine Dose Erdnüsse 6,50$,...

03.45pm verließen die Marina schnell wieder und ankerten ca. einen Kilometer entfernt neben anderen Motor- und Segelbooten.

Beim Nachrechnen der Visacardabrechnung bemerkte Gerd das wir besch... wurden.

Er wollte zurück in den Laden und das zuviel gezahlte zurück.

Wieder zurücksegeln war schlecht. Also Dinghi klarmachen und zurückfahren.

Ich wollte mich auch bewegen und fúhr mit Gerd und Manni mit.

Nachdem wir uns ca. 30 Meter vom Schiff entfernt hatten, streikte der Außenborder.

Da wir dann auf dem Landweg uns zur Marina kämpfen wollten landeten wir an. (Rudernd). Es war kein Fußweg durch das Gestrüpp zu finden. Bei den Spuren im Sand die wir ausmachen konnten waren wir auch etwas vorsichtig. Hatten ja nur leichtes Schuhwerk an. Spuren von Echsen, Schlangen, Skorpionen,... waren gut zu erkennen.

Kurze Schwimmpause am Strand und dann wieder zurückrudern. Am Abend merkte ich diese ungewöhliche Tätigkeit sehr in meinen Armen.

Wir mußen das Geld um das wir betuppt wurden halt abschreiben.

05.30pm Kaum an Bord ging Manni sofort wieder schwimmen. Kurz darauf entdeckten wir anderen im Wasser mehrere große Haie. Komischerweise waren dennoch auch einige Fische trotz der Haie da.

Thomas warf die Angel raus. Nach wenigen Minuten holte er einen Baracuda aus dem Wasser.

Es war schon als Wettrennen zu bezeichenen. Wer war schneller? Thomas an der Angel oder die Haie die sofort auch da waren. Thomas hatte gewonnen. Ein Köder ging ihm wieder verloren weil dieser abgebissen wurde. Einen Snapper und einen Putzerfisch (so hatten wir diesen Fisch bezeichnet aufgrund seines merkwürdigen Aussehens) wurde auch gefangen.

An jenem Abbend gab es sehr viel leckeren Fisch aus der Pfanne. Das beste Essen seit langem.

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05. Mai Freitag

07.15am Kaffee trinken. An Bord wurde diskutiert wie die restlichen Urlaubstage unserer Gäste aussehen sollten. Am 08. Mai flogen sie in Nassau ja wieder zurück.

Gerd meinte romantisches Inselchen zum Sonnen, Schnorcheln, Relaxen,... würde noch fehlen. Er suchte eine schöne Insel dafür aus.

Ich war an diesem Tag depressiv. Eine romantische Karibikinsel. Palmen, Sandstrand,...... aber....wo war DER Mann dazu mit dem ich DAS erleben wollte? Grummel + Seufz!

05. Mai 2006

04.00pm wir hatten ein kleines Inselchen entdeckt mit wunderschönem Sandstrand. Gerd rechnete aus wie nah wir ankern konnten. Er mußte ja die Tiede beachten. Nicht das wir wieder Land "kauften".

Somit machten wir das Schiff ca. 50 Meter entfernt von der Insel in türkisfarbenden Wasser fest und fuhren mit dem Dinghi rüber.

Nun war Erholung pur angesagt.

Schwimmen und Schnorcheln. Wasser 31°C und kristallklar. Minimaler Wellengang. Sand sehr fein.

Wir fanden Conchmuscheln (Conc gesprochen) aber konnten leider keine mitnehmen da sie im Artenschutzabkommen gelistet waren.

06.30pm wieder an Bord. Es gab Salat und große Burger. (Thomas ... den alle außer mir Tom nannten....hatte im Supermarkt von George Town Hackfleisch, Burgerbrot,...eingekauft) 400 Gramm Rindfleisch pro Person. Wollten wir schon gestern essen. Aber da soviel leckerer Fisch gefangen wurde.....

Meinen alle nach dem Mahl das ein Schnaps jetzt passend wäre. Wir waren absolut satt.

09.15pm die Körperbewegung, Seeluft,... hatte uns wieder alle müde gemacht. Gingen früh zu Bett.

Ich war froh in meiner Koje für mich alleine zu sein. Dachte an die Zeitverschiebung,....

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06.Mai Samstag

08.00am wir fuhren weiter durch die Cay´s. Weiter gings. Immer langsam in Richtung Nassau. Wieder etwas Segeln, etwas Motoren, Fischen,...

Ein Tag ohne Besonderheiten.

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07. Mai Sonntag

07.30am circa waren wir alle aufgestanden um Thomas zu seinem Geburtstag zu gratulieren. Ein Stier namens Tom an Bord der am 07. Mai Geburtstag hatte.

Maktub

 

An diesem Tage wollten wir in Nassau anlanden. 

Um Punkt 12 Uhr Mittag erreichten wir dann auch den "Nassau Yacht Haven"

Eine bewachte Marina nicht weit vom Stadtzentrum.

Nachdem Gerd die Formalitäten erledigt hatte verließ ich sofort das Boot um die Gegend zu erkunden. Ich brauchte "frische Luft"

Hier konnte man leben.

Was mir auffiel: Alle waren sehr freundlich und höflich hier.

Die Preise der Geschäfte (was man von außen erkennen konnte, da Sonntag war, hatte ja alles zu) waren sehr gepfeffert.

Ja, die Bahamas sind teuer!

08.00pm Essen gehen war angesagt.

Bay Street im "Outback Steakhouse"

Wir mußten ja Tom´s Geburtstag feiern. Es gab 11 OZ Steaks, French Fries, Salat und Kalik Bier. (Helles Bahama Bier das an Kölsch erinnert)

Endlich mal wieder anständiges Fleisch auf dem Teller! Ich aß einen Monosalat und hing meinen Gedanken nach. Allen viel auf das ich sehr ruhig war.

11.30pm ab in die Koje

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08.Mai Montag

06.50am aufgestanden. Unsere Gäste hatten ihre Koffer gepackt.

07.30am kam das Taxi. Jetzt hatten sie einen Flug nach Miami und dann nach Amsterdam vor sich. Von da aus dann weiter nach Düsseldorf. Die Armen. Ich war froh, das mir diese Tortur erspart blieb.

Nach den üblichen Umarmungen machten sie sich auf den Weg.

Es fiel alles nicht sehr überschwenglich aus. Leider hatte es nicht so gut harmoniert. Ich konnte sie verstehen. In mir kam sogar das Gefühl hoch das sie froh waren das Bott und Gerd verlassen zu können.

Schade. Manfred war mir vor allem ans Herz gewachsen. Ein lieber netter Kerl.

09.00am ich machte mich auf den Weg ein wenig Nassau kennenzulernen.

Schaute mir das Hotel Atlantis an.

Dagegen ist das Adlon in Berlin "nur" 2. Klasse. Die Geschäfte, das Aquarium, der Service, die ganze Anlage = nur vom Feinsten!

Danach zur Bay-Street. Eine Einkaufsstraße für reiche Touristen gemacht. Juweliergeschäfte, Souvenierläden und Duty-Free-Shops wechselten sich ab.

Endlich fand ich ein Internetcafé. 20cent/min.

Übertragungsrate ca 500kb. Endlich konnte ich mal wieder alle Seiten aufrufen und meine HP aktualisieren.

Da meine Füße inzwischen brannten wie Feuer leistete ich mir ein Taxi für den Rückweg.

Etwas flirten half weiter. Ich handelte den Fahrer von 10$ auf 6$ runter. Männer sind wohl überall auf der Welt gleich berechen- und manipulierbar.

03.30pm hatte ich sechs Stunden Fußmarsch hinter mir. Aber Ausruhen ging nicht. Ich mußte die Wäsche waschen. Coins im Office besorgen und alle Schmutzwäsche in den Waschraum schleppen.

Am nächsten Tag kam Werner. Er sollte Gerd und mich über den Atlantik begleiten. Gut. Werner war auch ein erfahrerner Segler und hatte TransAt´s schon mitgemacht. Ja, Ich hatte schon Angst diese Tour als Anfänger ganz alleine mit Gerd zu machen.

War ich müde. Die Tour durch Nassau war doch anstrengend.

Gerd überraschte mich.
G: "Im Poop-Deck ist nun Happy Hour. Komm wir lassen es uns heute mal gut gehen."

Ich mußte innerlich grinsen. Kaum waren die "Aufpasser" weg... wieder die alte Leier mit Hafenkneipe.

Aber.... Ich mußte zugeben.... .Das Poop-Deck war eine Hafenbar/Restaurant direkt am Nassau Yacht Haven. Klasse!!

Atmosphäre, Service,... Die Wände waren voll mit signierten Speisekarten. U.a.: Sir Jean Connery, Cindy Crawford, Kennedy, Carter, Clinton, Halle Berry, Naomi Campbell, Arnold Schwarzenegger, Dustin Hoffmann,......

Seit März hatte ich kein dunkles Bier mehr getrunken. Bestellte mir ein Guinnes. Gerd meinte, das könne ich hier nicht bringen. Warum nicht, wenn es auf der Karte steht?! Also tat ich wonach mir der Sinn stand.

Es schmeckte herrlich. Immer nur dieses helle Bier. Bah!

07.15pm ich hatte die gewaschene Wäsche zurück zum Boot gebracht und drapierte diese runderum auf alles wo man Wäsche mit Klammern befestigen konnte.

Dabei überlegten wir wo wir heute abend essen gehen wollten.

Man konnte merken das Gerd wieder Geld in der Tasche hatte.

08.30pmunser Taxi hielt vor dem "Hard Rock Cafe" in Nassau.

Ich war noch nie in einem H-R-C. Deahalb schaute ich mir erstmal die Wände an. Dort hingen Bilder, Gitarren, Kleidungsstücke,.. von intern. sehr bekannten Musikern. Z.B. David Bowie, Cher, Eric Clapton, Sir Elton John, .....

Gerd bestellte ein großes Steak. Ich genehmigte mir einen 10 OZ Burger. Dazu ein Bud. (was sonst ;-) )

11.30.pm wieder auf der Bavaria. Ich räumte alle meine Sachen um und wechselte die Kabine. Wohnte/schlief nun Mittelkabine Stb. Aus dieser Koje konnte ich nicht rausfallen da ich links die Seitenholzwand hatte und recht die Steuerbordwand des Bootes. 

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09. Mai Dienstag

08.30am ich hatte geschlafen wie ein Baby. In frischer Wäsche. Herrlich.

Gerd ging bei Nescafé die Tagesplanung mit mir durch.

09.30am besuchten wir mehrere Läden für Seglerbedarf.

Unter anderem eine Bilgepumpe gekauft. (unsere hatte nicht funktioniert. Mußten mit einer abgeschnittenen Plastikflasche das Schiff immer leerschöpfen. Irgendwas war undicht. Immer stand Wasser in der Bilge (Keller) )

Gerd teilte mir mit das er nicht (LEIDER!!!) nach USA und zu den Bermudas zu fahren sondern am morgigen Tage direkt von hier aus bis zu den Azoren durchsegeln wollte. Den Grund warum, nannte er mir nicht.

Circa 30 Tage nonstop somit auf See. Fühlte mich bei dieser Vorstellung nicht besonders. Aber hatte ja leider keinerlei Einfluss auf die Entscheidungen des Skippers.

 

01.00pm Mittagessen im Poop-Deck. Conchfleisch fritiert. Richtig lecker.

 

06.45pm Gerd tauchte mit Werner am Steg auf. Juhuu! Ich machte die TransAt nicht mit Gerhard alleine. Mir fiel ein Riesenstein vom Herzen.

Werner war gebürtig aus Österreich. Lebte aber schon ewig in Düsseldorf. Er war früher als Elektroingenieur tätig.

Als ich ihn auf seine Seglererfahrungen ansprach klärte er mich auf, das ich da wohl was falsch verstanden hätte. Die ganze TransAt hatte er noch nicht gemacht. Nur von Holland zu den Azoren. Nur...... Aha. Wieso nur? Sind doch einiges an Meilen.

Aufgrund seiner Erzählungen und besonders durch seine Art sagte mir mein Gefühl das es gut war IHN an Bord zu haben. (Mein Bauchgefühl bestätigte sich sehr auf dem Weg bis zu den Bermudas)

Werner war ein sehr charmanter, gepflegter, höflicher Mann. Ca. 60 Jahre alt. Klasse Umgangsformen.

07.30pm wir tranken Kalik und Budweiser im Poop-Deck danach ab in die Koje. Werner war müde. Düsseldorf -> Miami -> Nassau plus Zeitverschiebung sechs Stunden.

 

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10. Mai Mittwoch

11.30am wachte ich mit großen Kreislaufproblemen auf. Gerd und Werner waren schon unterwegs. Lebensmittel etc. einkaufen.

00.30pm Sie waren wieder zurück. Hatten für über 700$ eingekauft. Wurst, Nudeln, Suppen, Konserven, Coca-Cola, Nescafé, Milch,... Mußten aber nochmal los zum Drugstore für Bier, Bacardi und eine Flasche Sherry (für Rasmus). Berichteten später das sie dafür nochmal 300$ berappen mußten.

04.00pm wir fuhren in die Stadt da wir noch Souveniers kaufen und nochmal ins Internet wollten.

07.00pm Gerd kochte. Steaks, Kartoffel und Bohnen.

09.00pm vom Nebenschiff kam das Eignerpärchen zu uns an Bord. Er Südafrikaner, Sie Irin. Die Frau (Claire) war gut. Muß aber auch am Weed gelegen haben den Claire mitbrachte. Wir kamen aus dem Lachen nicht mehr raus.

11.30pm Schlafenszeit.

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11. Mai Donnerstag

08.30am Kaffeetrinken und Tagesplanung.

Gerd wollte den aktuellen Wetterbericht besorgen. (machte er dann doch nicht) Wir schrieben alle noch schnell Ansichtskarten. Danach verstauten/verzurrten wir noch alles an Bord damit nichts bei schwerer See zum Geschoss werden konnte.

0020pm tankten bei der Esso-Station Nassau Yacht Haven.

00.50pm Wir verließen Nassau. Jetzt sollte ich auch wieder die Gelegenheit haben anständig mein Logbuch zu führen.

25°04, 534N  77°19, 045W

Der 11. Mai. Der Elfte Mmmmh. Ich hatte komisches Gefühl im Bauch. Vielleicht wegen Nine-Eleven?!?

Naja, es sollte schon schief gehen.

Gerd hatte mir noch Adressen besorgt. Wenn ich die TransAt hinter mir hätte und es mir wirklich Spass gemacht hatte, könnte ich doch mal ins Auge fassen ob ich nicht meinen Beruf wechsle und Crewmitglied würde. Könnte mich dann dort bewerben. 9-10 Monate im Jahr unterwegs. Die restliche Zeit dort wo ich sein möchte. Geldbeutel würde auch stimmen. (Recherchen diesbezüglich später lehrten mich eines besseren)

Gerd wollte mit mir die nächsten Wochen intensiv Englisch pauken. Das sei eine Grundvorraussetzung für einen Internationaljob. Aber wie es mit all seinen Versprechungen war..... sie verliefen im Sande. Zum Glück war/bin ich aber kontaktfreudig. Um mich herum in den Häfen Menschen aus fast allen Herren Länder. Somit frischte ich meine Kenntnisse in den Häfen immer gut auf......... (Sofern ich die Dialekte verstand. Schottisch z.B. ist Grauselig)

08.00pm  25°;24,7N   78°02,5W. Die Sonne ging Blutrot unter. Wir segelten unter Genua.

Im Radio lief ein toller amerikanischer Sender: WRNF. Gerd hatte ein gutschmeckendes Goulasch gekocht.

Ein richtig schöner Abend.

09.00pm passierten 1. Leuchtfeuer (3sec) um die Bahamabanks zu verlassen. Auf dem Nordwest Channel.

25°28,2N   78°09,7W

35min lang den Kurs halten dann Kursänderung Stb um 20° um das nächste Leuchtfeuer zu erreichen.

35 Minuten deshalb weil unsere Geschwindigkeit über Grund 7,5 Kts betrug und die Entfernung bis zum nächsen Kurswechsel ca. 4sm groß war.

10.30pm ging ich Anordnung von Gerd schlafen.

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12. Mai Freitag

03.45am an Schlaf war nicht zu denken. Wir stampften.

06.45am waren wir an North Rock vorbei. Überquerten die Straits of Florida.

26°00,8N   79°09,3W

Gerd wollte AMERIKA anlaufen. Yeah! Ich fragte ihn warum. Er erklärte mir das wir Gas brauchten und die Bilgepumpe wieder nicht funktionierte. Imbusschrauben fehlten ebenso dringend. Hatter er etwa in Nassau die Funktion der Pumpe nicht geprüft und schon wieder Gas vergessen???

Distanz zu Fort Lauderdale (Ft.L.) 49,86sm. Geschätzte Ankunft sollte 10 Std. später sein.

Das Boot knallte auf die See. Kaffeekochen wurde zur Kunst.

07.30am wie soll ich beschreiben wie es ist, wenn man "große Sitzung" auf der Toilette hat und es einem währenddessen aufgrund des Seegangs von der Schüssel katapultiert? = Ätzend!

08.30am Gewitter 1013hPa.

Wow. Um uns herum fliegendes Wasser. Böen Windstärke 11. Es ging hoch und runter. Komischerweise hatte ich keine Angst. Fand es eher faszinierend. Gerd hatte Nachtwache. Er schlief und schnarchte seelig. So war ich beruhigt.

Werner und ich beobachtetn die See. Die Farbspiele des Lichtes wenn seitlich kurz die Wolken aufrissen und dann die Gischt... Unbeschreiblich.

00.30pm wir packten Großsegel und Genua ganz aus da der Wind wieder "Normalstärke" erreicht hatte.

08.30pm Fort Lauderdale

Am Pier vom Coral Ridge Yacht Club festgemacht.

 

12. MAI 2006 10.30pm Ich betrat Amerika!Ohne Visa, ohne das irgendjemand Offizielles mir die Erlaubnis gab.

Gerd hatte über Funk versucht die Coast Guard, Homeland Security,.. zu erreichen. Nix.

Wurden kurz nach dem Festmachen von Mitch (Eigner einer großen Motorjacht nebenan) zu einem Bier in den Yachtclub eingeladen.

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13. Mai Samstag

08.45 Frühstück. Kaffee, Bacon&Eggs.

10.30am wir fuhren mit einem Yellow Cab zur Homeland Security. Der weibliche Officer fragte nach Green-Card, Visa,... Nachdem Gerd ihr erklärt hatte, das außer Werner (der ja in Miami mit dem Flieger ankam) keiner Papiere diesbezüglich hatte, das wir Amerika angelaufen waren weil unsere Bilgepumpe kaputt war und wir kein Gas und Wasser mehr an Bord hatten und so nicht über den Teich konnten, sagte sie:

Officer: You must be lucky. It must be Christmas today. And i´m in very good mood.

Gerd: Of course it´s Christmas today because Father Christmas is here. (Er sah mit Mütze etc. wirklich aus wie der Weihnachtsmann im roten Kostüm) Andere meinten er könne ein Double von Ernest Hemmingway sein. Mich erinnerte oft an Popeye (was nicht ubedingt als negativ gewertet werden sollte).

Officer: You know, normaly you shouldn´t be here.

Sie gab uns daraufhin die "grüne Karte" die wir ausfüllen sollten mit dem Hinweis das wir alle dort aufgeführte Fragen mit Nein beantworten sollten. Z.B. ob wir Terroristen seien.... ( Ich habe noch Blankos von diesem Formular aber aus bestimmten Gründen bilde ich sie hier nicht ab.)

Sollten wir eine Frage mit Ja beantworten hätten wir ein Problem und sie müßte telefonieren.

Ca. drei Minuten später hatte ich meinen Stempel im Pass und wir konnten gehen. Ich hatte eine Aufenthaltserlaubnis für die USA von 180 Tagen in der Tasche!!!

00.15pm saßen am Ft.L. Beach Boulevard und tranken ein Bud. Beobachteten das Treiben um uns herum.

01.30pm wechselten die Marina (Yachtclub war superprivat und superteuer)

03.00pm an der City Marina festgemacht. Las Olas 411. Mitten in Downtown. Nahe des County Prison.

Wir kamen aus Cuba. Hatten Landaufenthalt auf Jamaica, den Bahamas und nun "parkten" wir vor einem riesen Appartementhaus.

Incredible incident!

04.00pm fuhren mit einem Taxi zur Western Marina (Ship-Chandler)

Gasflasche = Fehlanzeige. Alle zu groß. Müßten eine bestellen und bis Montag abend warten.

Gerd war sauer und Werner geknickt.

Ich hielt mich zurück aber war innerlich happy. Drei Tage in Florida!!!

Gerd kam auf die Idee einen Mietwagen zu holen. Sollte 30$ am Tag kosten. Wir hätten sonst ca. am Tag minimum um die 50$ für das Taxi ausgegeben.

09.00pm gingen den Las Olas Boulevard entlang und entdeckten eine Blues/Jazzkneipe mit Live-Musik. Es war sogar rauchen erlaubt. Dort lernten wir ein Pärchen aus Texas kennen. Er schien ein bekannter Footballspieler gewesen zu sein. Trug einen Collegering mit einem schönen Brilli besetzt. (Hübscher Kerl) Er schaute meinen Ring an den ich am Finger trug. Deshalb kamen wir ins Gespräch. Ich trug einen gold/schwarzen Ring mit einem Rubin. Insider kennen die Inschrift rund um den Stein! Sein Bruder war deployed over there.

Ein lustiger sehr schöner Abend. Nur... Texanerdialekt verstehen (Slang) wenn sie einige Whiskey-Cola zuviel intus haben war schwer. ;-)

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14. Mai Sonntag

Gerd meinte Werner und ich sollten Gas besorgen. Er bliebe auf dem Schiff.

Heute. Sonntags!

Alles hatte zu! Keiner ging an ein Telefon. Wie denn? Aber egal. Wir sollten es versuchen. Man konnte daran riechen das er uns los werden wollte. Aus welchem Grund war nicht ersichtlich.

11.30am Werner und ich organisierten mithilfe eines Boy´s vom Riverside Hotel einen Leihwagen. Von einem Fahrer der Firma wurden am Hotelhinterausgang abgeholt und zum Firmenbüro gefahren.

Da ich die einzige war, die ihren Führerschein bei sich hatte, lief der Mietvertrag auf mich. Einen Japaner. 6V Minivan.

Wieder an Bord war Gerd sehr stinkig weil ich ihm untersagte sich hinter das Steuer zu setzen. Da ich, wenn was schief ging mit Kopf und Geldbeutel dafür hinhalten müßte, war ich auch die einzige die den Wagen steuern würde - und auch gesteuert hat!

Daraufhin verweigerte sich Gerd komplett. Es wurde nicht nach seiner Pfeife getanzt das konnte er nicht ertragen. Er bestieg während des gesamten Aufenthalts nicht einmal das Auto.

Somit fuhr ich den ganzen Sonntag mit Werner durch Ft.L. Mal Rtg South mal Rtg. North. Werner war ein superlieber Beifahrer. Er blieb ganz ruhig und war nicht verkrampft. Trat nicht das Bodenblech durch weil er meinte mitbremsen zu müssen usw. (Ich brauche immer 2-3 Kilometer bis der Wagen das tut was ich will und nicht umgekehrt. (Bremsverhalten, Kurvenradius,...)) Nach 4-5 Kilometern mußte ich aber schon hier beginnen mich zu beherrschen und nicht Gas zu geben wie in D. :-)... Kommentar von Werner: 55 ist a bisserl schnell. Wir sind in der Stadt und hier siehst du Meilenangaben auf dem Tacho. 30 bitte. Nicht schneller.

Oups :-)

 

08.00pm mit einem jungen Pärchen aus der Ex-DDR, welches auf unser Schiff kam als ich mit Werner unterwegs war, gingen wir am Abend essen und anschließend wieder in die Jazzkneipe. Eine Band spielte mit einer sehr korpulenten Sängerin. Megastimme. U.a. Coverversions von Ray Charles. Sowas müßte man in D haben = Goldgrube.

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15. Mai Montag

09.00am Frühstück

09.45am ein älterer Herr der mit seinem Fahrrad an unserem Boot vorbei fuhr und den Adenauer erkannte kam an Bord. Gerhard H... Sehr charmant und hilfsbereit. Er lebte seit Jahrzenten in den USA. Erfolgreicher Geschäftsmann nun aber im beginnenden Ruhestand.

Nachdem wir unsere Probleme (Gas,...) im Gespräch beiläufig geschildert hatten, begleitete und führte er Werner und mich zu einem Händler für Gas.
Endlich hatten wir die Propanflaschen die auch bei uns passten.

Nach dem Einkauf lud er uns zu sich nachhause ein. Ein schönes Haus. Über drei Ebenen. Führte uns durch alle Räume... Damit wir einen kleinen Einblick bekämen wie Deutsche hier wohnen würden. Hinter dem Haus der Kanal mit seinem Schnellboot um "mal eben" die Bahamas oder Miami zu besuchen. Ich war sehr überrascht wie freundlich und hilfsbereit uns wieder einmal auf dieser Reise begegnet wurde. Wie uneigennützig offen viele Menschen waren. Ganz anders als die meißten Menschen in Deutschland die ich kannte!

02.00pm waren wir zwei wieder an Bord. Gerd hatte währenddessen einen Salat gemacht. Welch nette Geste.

Nach dieser Stärkung machten Werner und ich uns auf den Weg ins "Public" einem Einkaufszentrum.

Wir mußten ja noch Gemüse, Brot, Bier,... auffüllen. Entweder aßen wir zuviel oder die Männer hatten in Nassau falsch kalkuliert.

Danach noch schnell tanken und den Wagen wieder abgeben.

78$ für einen Tag incl. Versicherung! Taxi wäre teurer gewesen. Und mir hatte es echt Spass gemacht in Amerika Auto zu fahren. An das "Schleichen" auf der Straße und auf die veränderte Anhaltegewohnheit an Ampelkreuzungen müßte ich mich noch gewöhnen. Meine 1. amerikanische Ampelkreuzung.... ich fuhr über die kompl. Kreuzung und blieb dann vor dem Rotlicht stehen. Zum Glück war wenig Verkehr. Wer schaut schon rechts und links??

 

04.15pm der Himmel zog sich zu.

04.35pm noch nie in meinem Leben hatte ich es so regnen erlebt. Windböen dabei von ca. 65-70km/h sagt Gerd. Wow.

08.15pm endlich war mal Regenpause.

Wir machten einen Spaziergang am Kanal entlang und fanden eine gemütliche uralte Kneipe für unser letztes Landbier (Samuel Adams) in USA.

10.30pm noch einige Seiten in meinem neuen Buch gelesen (Carlos Ruiz Zafón - Der Schatten des Windes) dann Licht aus.

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16. Mai Dienstag

06.45am aufgestanden. Die Nacht um 03.00am ein Thunderstorm 1. Klasse. Der Himmel wurde garnicht mehr dunkel. Es knallte wie an Silvester. Sehr oft waren die Sirenen zu hören.

07.50am Tanken vor der letzten Brücke vor der Ausfahrt von Ft.L. Werner hat seinen ersten Disput mit Gerd. Kompetenzgerangel. Leider fiel es Gerd sehr schwer zuzugeben das ein anderer mal etwas besser konnte als er. Man konnte Werner anmerken das er viel Erfahrung mit Schleusen hatte. Er konnte das Boot trotz Strömung zwischen den Brücken auf den Punkt halten mit minimalen Ruderbewegungen und kleinen Gasstößen. Ich freute mich Werner bei diesen Rangieraktionen beobachten zu können.

08.30am wir verließen die United States in Rtg. Azoren.

Ich war wehmütig. Am liebsten wäre ich geblieben. Ich hatte ja ein 180 Tage Visum. Im Nachhinein..... Es wäre denke ich wirklich besser gewesen wenn das Schiff ohne mich weitergesegelt wäre und ich wäre in den Staaten geblieben!!!!!!!!!!!!

 

26°;06,2N   080°07,2W   1003hPa. Luftfeuchtigkeit 81%

08.50am die letzte Tonnenmarkierung zog an uns vorbei. Jetzt ging es Rtg. Nord an der Küste entlang. Noch unter Motor. Kurs 35°

09.25am Rasmus feinsten Sherry aus California geopfert für gute See und guten Wind.

11.45am kein Mobileempfang mehr.

Im Radio lief tolle Musik. Jethro Tull, Led Zeppelin, Pink Floyd. Sender nannte sich : Palm Beach South Florida.

00.30pm der Himmel zog sich wieder zu. Es wurde ganz dunkel.

00.50pm Gewitter. Wieder sehr heftig. Mein erstes Gewitter auf offenem Meer. Ein komische Gefühl. Aber die Männer waren gelassen. Somit entspannte ich mich auch wieder. Zum Glück war die See einigermaßen ruhig.

01.45pm es hörte auf zu regnen..

02.15pm Motor aus. Genua und Großsegel ganz draussen.

Mit Golfstrom und Wind 7,1sm Fahrt über Grund (SOG)

05.00pm Wachwechsel. Jetzt hatte Gerd drei Stunden Ruderdienst. Dann wieder Werner. Ich erfüllte den Dienst der 1.Maid = Winschen bedienen (Fieren, Dicht machen,..)Tee, Brühe und Kaffee kochen, Salon sauberhalten,... Halt die Rudergänger bei Laune halten und den Horizont beobachten. Gerd meinte wir würden langsam anfangen. Je nachdem welche Wind-/Wetterverhältnisse sind, hätte ich ab morgen Ruderdienst. Immer den Autopilot laufen lassen ging nicht (zuviel Stromverbrauch) Die Batterien der Bavaria waren nett gesagt nicht mehr die besten.

10.00pm sah zum ersten Mal "Diamanten" im Wasser. Gerd und Werner erklärten mir das das Geißeltierchen, Plankton gewesen sei. Wir zogen somit einen Strom von Diamanten hinter uns her. Die zwei sagten im Mittelmeer wäre das noch intensiver. Es sei dann in einer hellen Mondnacht als würde man durch ein Meer von Brillanten schwimmen gehen. Können wir ruhig mal machen wenn wir im Mittelmeer angekommen sind, meinte ich. Motor aus. Anker werfen und dann gegen 02 - 03.00am schwimmen gehen. (geschah leider nicht)

10.45pm letzter Lichtschein von Amerika verglomm.

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17. Mai Mittwoch

00.30am ging ich schlafen. Als ich in meiner Koje lag konnte ich meine Tränen nicht mehr halten.

06.00am  27°53,0N   78°20,5W   1006hPa   25,5°C.

86% Luftfeuchtigkeit.

Was für eine Nacht. Eine Klappe war nicht richtig eingerastet. Ausgerechnet die mit den Porzellantellern dahinter. Später erfuhr ich das Gerd die Eigenart hatte die Klappen nicht richtig zu schließen. Ab und an sogar weit geöffnet zu lassen. Da er ansonsten auch kein zerstreuter alter Mann sein wollte... hatte ich einen handfesten Streit mit ihm. Werner tat mir leid. Er mußte einige Zornesausbrüche zwischen Gerd und mir mit ertragen.

Fast alle Teller waren durch den Salon geflogen und nun war alles voller Scherben.
Das Wasser in der Bilge stand hoch und durch den Seegang war der ganze Boden klitschenass. Meine laune war miserabel. Handschuhe waren keine an Bord. Ich spürte Tage später noch das Salzwasser "in" meinen Händen.

Das Schiff lag sehr unruhig. Ich war in dieser Nacht in meiner Koje hin- und hergerollt und hatte wenn überhaupt vielleicht zwei Stunden geschlafen. Selbst beim schreiben mußte ich mich festhalten und mit den Beinen abstützen.

Gerd und Werner waren total durchnässt weil es wieder so geregnet hatte und ebenfalls müde.

Dies sei erst der Anfang meinte Gerd. Denn das Barometer fiel weiter. Wir wären nun im Bermudadreieck! Ich mußte an das Buch von Frank Schätzing... Der Schwarm denken.

01.45pm Hatte meinen 1. Ruderdienst auf der Bavaria ohne Unterstützung.

Gerd: 80° ist der Kurs. Halte ihn!

03.30pm Gerd lobte mich. G: Klasse. Hast keinen Fehler gemacht!

07.00pm hatte wieder Ruderwache. 28°12,2N   77°12,5W COG 45°   SOG 4,3sm   1010hPa   25°C   68% Luftfeuchtigkeit

09.30pm fie ich dann nach der Ablöse todmüde in meine Koje.

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18. Mai Donnerstag

05.00am aufgestanden. Werner hatte Dienst. Er hatt wieder fast nicht schlafen können. Ich löste ihn am Ruder ab. Es war ein Kinderspiel weil Flaute herrschte.

11.00pm ging ich schlafen. Hatte heute sechs Std. Ruderwache.

Mußte ich auch machen. Autopilot ging nicht mehr. GPS, Tiefenmesser, Funkgerät, Licht. ALLES WEG! Die Lichtmaschine und die Batterien waren auch hin!

Wir mußten somit die Bermudas anlaufen St.George sagte Gerd. Aufenthalt sollte maximal fünf Tage dauern. Aber dies seien unumgänglich weil... Die Lichtmaschine müßte wohl in GB bestellt werden.

Shit! Ich hoffte das das in unserem Zeitplan reinpasste. Sonst bekämen wir ein Problem rechtzeitig die Azoren anzulaufen. (dem war auch so. dazu aber später)

Tja sagte Gerd. Typisch Bermuda. Magnetfelder. Kompassabweichungen, Elektrik fängt an zu spinnen,...

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19. Mai Freitag

06.00am aufgestanden

07.00am Salon aufgeräumt. Mit Salzwasser Geschirr gespült und den Boden durchgewischt.

08.00am Werner am Ruder abgelöst.

02.00pm 29°22,5N   73°48,5W   1066hPa   COG 80°

2,5h Ruderwache gehabt. Inzwischen kann ich das Boot auf Kurs halten ohne alle 2 sec. auf den Kompass schauen zu müssen.

G: Dein Arsch bekommt ein Gefühl für das Schiff und die Wellen.
Er nannte mich nun Autopilot Carlos.

04.00pm ich machte das Abendessen. Mittendrin war das Gas wieder alle. Werner schloß mir die Propanflasche aus Ft.L. an.

09.00pm habe nun sechs Stunden Ruderwache heute wieder hinter mich gebracht. Meine Arme waren schwer.

Bei der Genua löste sich die Naht am Unterliek. 4-5/Tag mußte die Bilge leergepumpt werden mit einer Handpumpe. Werner hatte den Kahn hier schon Seelenverkäufer genannt. Was kommt als nächstes?

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20. Mai Samstag

07.30am mit Werner die Bilge wieder leergepumpt.

08.00am -> 11.00am Ruderwache

11.30am Bilge mußte wieder leergepumpt werden. 18 Eimer in 3,5h waren nachgelaufen.

03.00pm wieder wurde gepumpt. Werner meinte es laufe inzwischen ein Bach an Wasser von der Wasserpumpe des VolvoPenta Motors hinab.

03.30pm -> 06.30pm Ruderwache. Hatte nun meine 6 Stunden heute schon voll. Gerd meinte meine nächste sei in der Nacht.

07.00pm ging ich vorsichtshalber schlafen.

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21. Mai Sonntag

01.00am alles flackerte. Warum wußte keiner.

01.10am Gesamte Elektrik funktionierte wieder. Lichtmaschine lief wieder ohne das sie sofort begann zu kochen und die Batterien ließen sich wieder beladen. Funkgerät, Plotter, GPS, Autopilot. Alles lief einwandfrei. Bis auf die Bilge.

Gerd meinte er hätte eben schon wieder ca. 400 Liter herausgeholt. Nicht nur die Wasserpumpe sondern auch die Welle würde "pissen". Auf einigen Teilen des Motors sei schon eine salzige Kruste erkennbar sagte Werner.

07.00am wieder Bilge entleert so gut es ging.

07.30am  31°07,9N   69°12,1W    SOG 8,7sm   Windstärke 4 COG 79°   1017hPa.

Wenn alles klappte würden wir in ca. 30 Std. St.George - Bermuda anlaufen.

Ich hoffte das mein Mobile funktioniert und es dort eine Möglickeit gab ins Internet zu gehen.

Gerd meint das die Häfen voll sein würden, weil sich zu dieser Zeit alles dort traf was vor der Hurrican-Saison noch über den Teich wollte. Ich als Benjamin sollte mich dann um alles kümmern was mit Wäsche, Nahrung, Sauberkeit des Schiffes zu tun hatte. Werner und er würden erledigen was an Reparaturen etc. fällig wäre. Welle abdichten, Motor von Salz befreien, Wasserpumpe reparieren, Lichtmaschine auswechseln, Wasser und Diesel auffüllen, Segel reparieren, schauen das das mit der Bilge endlich ein Ende hätte.

Da alles an jenem Tag seinen geregelten Gang ging, blieb mir Zeit meine Daten hier wieder auf Vordermann zu bringen und zu lesen und auszuspannen. Heute Nacht hätte ich Nachtwache sagte Gerd.

Diese begann um kurz nach 08.00pm. Gerd und Werner legten sich hin.

Werner gefiel mir nicht. Irgendwas stimmte nicht mit ihm. Ich sollte Recht behalten.

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22. Mai Montag

00.45am Gerd löste mich ab. Ich konnte endlich schlafen gehen. War hundemüde und verfroren trotz warmer Kleidung.

07.15am aufgestanden

08.45am der Motor starb ab. Diesel war alle. Alles was Strom brauchte wurde sofort abgestellt. (Sicherungen) Sonst hätten wir  wir nachher nichtmal mehr Funkgerät gehabt. Auweh. Die Einfahrt nach St. George ohne Motor. Wurde im Handbuch für den Atlantischen Ozean vor gewarnt.

09.00am   31°45,0 N   65°46,0 W

10.30am alle vier Kanister waren bis auf Tröpfchen leer. Gerd bastelte mit Werner aus ca. 500ml Sonnenblumenöl und Sprit vom Dinghi Außenborder und dem wenigen Dieselrest ca. einen Liter Kraftstoff. Gerd hoffte, das er damit durch die Kanaleinfahrt kam.

Werner legte eine Ankerkette in den Tank um den Dieselspiegel dadurch zu erhöhen. Mit einem Stück Schlauch verlängerte er den Ansaugstutzen. So könnten wir Glück haben und der Motor bekäme wieder Nahrung.

01.00pm Windstärke 5+ (etwas über 20Kts). Das Ruder unter Kontrolle halten fiel mir schwer. Wellenhöhe 2,5 - 3 Meter. Fühlte mich dabei als würde ich Bodybuilding mit Konditionstraining verbinden.

02.10pm Test. Der Motor sprang beim 4. Versuch langsam und hustend an. Kurze Zeit später der nächste Versuch. Einwandfrei. Direkt wieder Motor aus. Wir hatten jetzt 10 - 15 min Motor wenn wir ihn bräuchten.

02.45pm 1. Landsicht der Bermudas.

Gerd stellte mich nochmal ans Ruder. Absoluter Eierkurs. Ich bekam es nicht gebacken das Boot auf 60° - 65° Kurs zu halten. Die Wellen schoben mir immer das Heck weg. Gerd übernahm nach ungefähr 30min wieder. Meinte es sei sehr schwer unter diesen Umständen aber ich würde es mit der Zeit immer besser lernen.

08.00pm waren bis zur Kanaleinfahrt von St. George vorgedrungen.

Gerd versuchte den Motor zu starten. Der VolvoPenta lief ca. 30sec. dann war wieder alles vorbei.

Es lief dann doch darauf hinaus, das wie über eine Stunde Wendemanöver übten bis der Schleppdienst, welcher über mein Mobile informiert wurde, uns in den Hafen schleppte.

08.45pm wurden vom Schlepper vorsichtig gegen den Steg herangedrückt.

Sofort nachdem mußten wir alle in das Immigrationoffice um unsere Pässe vorzulegen und die nötigen Formulare ausfüllen.

09.30pm machten uns auf den Weg in den nächsten Pub (Whitehorse).

Gerd und Werner wunderten sich das ich absolut keinen Seemannsgang hatte. Auch darüber das es mir so gut ging. Ich fühlte mich fabelhaft.

G: Nach diesem Seegang heute... Wenn Du dabei nicht Seekrank wirst, wirst Du es nie! Dabei ko... sonst jeder!!

11.30pm Schlafenszeit. Wecker ging am nächsten Tag um 07.00am. Wir mußten den Steg an dem wir liegen verlassen.

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23. Mai Dienstag

07.00am Kaffee an Deck. Der Schlepperskipper von Gestern kam und brachte uns 5 Gallonen Diesel. Nach einigem hin- und her lief der Motor wieder.

Jetzt schaute wo hier ein Steg war an dem wir festmachen durften.

11.30am machten längs an einem Holzsegler aus Maine fest. Drei junge Leute und ein Hund an Bord.

02.00pm eine Segelyacht aus USA hatte auf unserer Backbordseite festgemacht. Jetzt waren wir ein Sandwich.

4 Männer an Bord zwischen 30 und mitte 60. John der Skipper aus Ohio. Mike aus Miami Beach, Nick der Koch aus Ohio und Todd von der Military Police auch aus Ohio. Direkt stimmte die Chemie. Die waren gut drauf. Machten auch eine Überführung. Mike und ich verstanden uns prächtig. Auch John war ein guter Gesellschafter. Von Todd versuchte ich Abstand zu halten so gut es ging und führte höfliche Konversation.

Wir würden wohl länger bleiben müssen erfuhr Gerd. Am nächsten Tag war erstmal Nationalfeiertag (Liberty) hier. Murphy´s Gesetz. Und das hier. St. George war und ist eine absolute Touristenstadt. Große Cruisingschiffe landeten hier an. Z.B. aus Boston. 1,5 Tage auf See. 3 Tage Bermuda´s. 1,5 Tage auf See. 1500 Passagiere, 600 Crew. Alles war auf Abfertigung ausgerichtet. Freundlich aber schnell. Sah alles sehr Idyllisch aus auf dem ersten Blick aber es steckte absolut kein Herz dahinter. So künstlich wie Disneyland.

07.00pm die Guy´s kamen zu uns an Bord. Gerd hatte sein leckeres Goulasch gemacht und wir luden die Jungs ein mit uns zu essen. Wurde ein lustiger und ausgelassener Abend. Jaja sagte Gerd. Du und Deine Amis.

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24. Mai Mittwoch

04.00am wir gingen ins Bett.

08.00am Kaffee bei den US-Boys. Endlich mal wieder anständiger Kaffee und kein Instant.

09.30am ich ging bei uns an Bord um das Bad aufzusuchen und rutschte aus.

Ergebnis: Klaffende Wunde am linken Elbogen. Ich haßte dieses durchfeuchtete Schiff inzwischen.

11.00am Gerd fuhr mit mir ins Krankenhaus. Während der Busfahrt konnten wir einiges der Landschaft Bermuda´s sehen. Unheimlich akurat gepflegt.

Im Krankenhaus angekommen sagte der Arzt mir das ich genäht werden mußte. An der Kasse waren dann 299$ dafür fällig. Zum Glück gab es die Visa-Card.

03.00pm wieder auf der Bavaria angekommen.

John rief zu uns rüber das wir heute bei ihnen zum Abendessen eingeladen waren.

07.00pm es gab Kartoffelknoblauchpüree und Hähnchen in Tomatensahnesauce. Sollte mal nochmal einer sagen die Ami´s könnten nicht kochen! Es war superlecker.

Die Jungs waren echt klasse.

John machte mir ein lukratives sehr einladendes Angebot. Ich sollte das Schiff wechseln und mit ihnen weitersegeln. Ich glaubte er machte einen Joke.

11.00pm ich ging schlafen. Der Arm tat so weh das ich von den ganzen Unterhaltungen eh kaum noch was mitbekam. Gerd meinte ich hätte den Arm doch Röntgen lassen sollen... aber... das hätte noch mehr meine Visacard belastet. Deshalb hatte ich das abgelehnt.

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25. Mai Donnerstag

08.00am ich wurde wach weil Getrampel über meiner Kabine war. (die Jungs mußten ja immer um an Land zu kommen über unser und das andere Boot laufen)

09.30am das US-Boot machte alles klar zum Ablegen. John rief mir nochmals zu das er sich really melden würde wegen Virgin Island wo ich dann für ihn arbeiten sollte. 100$/Tag als First Maid. No Joke Lady - rief er herüber. 

Dann waren sie weg.

11.15am hatten wir dann auch den Standort gewechselt. Ein Steg weiter zwischen Briten und Deutschen.

Wir alle waren stinkesauer. Soviel mußte erledigt werden aber nichts bewegte sich. Gerd versuchte immer den Eigner zu erreichen. Fehlanzeige.

Werner meinte er könne nichts mehr vorstrecken. Für bisherige Reparaturen, Liegegebühren, Diesel,.... hatte er schon über 2000$ in die Kasse getan. Jetzt sei der Eigner dran. Sei schließlich seine Pflicht. Ich hatte auch schon einiges beigesteuert. Es reichte!

01.00pm Gerd machte sich wieder auf den Weg in´s Internetcafé

03.30pm ein Segelmacher kam an Bord und schaut sich die Genua an. Nahm sie daraufhin gleich mit.  Er wollte 75$ die Stunde.

06.30pm Gerd kam entnervt auf´s Schiff. Wieder keine positiven News aus D.

09.00pm ging ich lesen und danach schlafen.

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26. Mai Freitag

10.00am kam der von Gerd organisierte Mechaniker an Bord. Er ging mit Werner und Gerd konform das dieses Boot aus dem Wasser mußte wenn die Welle gewechselt würde. Rausbekommen der Welle im Wasser sei kein Problem. Sie aber wieder einzubauen im Wasser sei unmöglich. Er schaute sich auch den Rest des Schiffes an. Wollte dann einen Kostenvoranschlag machen.

06.00pm Gerd kam völlig aufgelöst aus dem Internetcafé zurück. Er hatte Antwort aus D erhalten. Las uns die Email vor.

Laut Deutschland hatte Gerd schon einige tausende Euros erhalten. Es gäbe absolut keinen Grund erneut Geld zu senden. Das Boot könnte niemals so kaputt sein wie er beschrieben hätte. Er sollte besser haushalten. Sie erwarteten jetzt erstmal genaueste Kostenaufstellung - sonst gäb es keinen cent.

Werner und ich fragten uns wie es bloß weitergehen sollte. Die Eigner hatten zum Teil unrecht. Das was jetzt kaputt war... mußte ersetzt werden. Die Liegegebühren etc. waren horrend.

Sicher hatten sie mit Gerd seiner Haushaltsführung recht...aber sie mußten Geld senden sonst saßen wir un das Boot hier fest. Sollten sie doch in D dann einen Rechtstreit anzetteln.

Ich bekam inzwischen von Gerd bzw. den Eignern auch schon an die 1000 Euro. (Ich bekomme sie heute noch) So hatten wir nicht gewettet.Werner und ich machten ab das unser beider Geldbeutel absolut geschlossen blieb. Es sei denn Wir Beide wollten Uns was gönnen.

11.30pm ich ging schlafen.

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27. Mai Samstag

11.00am Werner packte seine Tasche und verabschiedete sich für die nächsten Stunden. Er wollte zum Strand.

01.00pm ich verließ ebenfalls das Schiff. Mußte mir die Beine vertreten und frische Luft schnappen. Wenn ich länger als eine halbe Std. mit Gerd alleine war... kam es zu Auseinandersetzungen.

05.30pm traf ich Werner im Whitehorse-Pub. Wir bestellten ein "Fosters" und bezahlten mit Visa-Card. Traurig. Traurig. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Wir überlegten uns was wohl noch passieren würde und welche Konsequenzen wir ziehen müßten.

07.00pm an Bord wärmte ich die Spaghettis nochmals auf.

10.30pm ging ich schlafen.

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28. Mai Sonntag

08.00am ich kochte Kaffee.

Inzwischen war Werners Gesundheitszustand ein Problem. Sein Puls war Minimum 100 Schläge/min. Morgens 150 - 160/min. Er klagte über starke Luftnot des Nachts. Da seine Krankenkasse wohl kein Abkommen mit den Bermuda´s hatte, konnte er hier nicht zum Arzt. Dafür war sein Konto inzwischen schon zu geschröpft. Ich machte mir große Sorgen um ihn.

11.00am ich ging nachdem Gerd vom Internet kam und wieder keine guten New´s hatte mit Werner zum Strand.
Das kühlere Wasser half dann auch seine Frequenz runter zu bekommen. Wir erlebten einen wunderschönen Nachmittag on the Beach. Jemand hatte Geburtstag in der Beach-Bar und ein Discjockey legte Motownmusic auf. Great!

05.00pm wir waren wieder an Bord und berichteten Gerd von unserem afternoon. Er hatte eine Kartoffelsuppe gekocht. (schmeckte nicht übel)

09.30 Schlafenszeit

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29. Mai Montag

Gerd schaffte es den Eigner zu erreichen. Er war absolut uneinsichtig.
Gerd überlegte wie, was er irgendwas machen konnte damit es weiterging.

Werner ging es zunehmend schlechter. Er wollte am Donnerstag nach Hause fliegen. Hatte inzwischen gebucht.
God ich sollte ihn vermissen. Die Stimung an Bord war total am Boden.

Gingen alle früh schlafen.

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30. Mai Dienstag

08.00am aufgestanden. Sofort wieder ins Internet und ans Telefon damit es weitergehen könnte.
Der Eigner sendete eine Mail in der er Gerd mitteilte das es definitiv kein Geld mehr geben würde. Bis auf die Summe die er nun angewiesen hatte. (Werner hatte inzwischen mehr ausgegeben als der Eigner überweisen wollte) Ein Witz.
Und womit sollen Die Lichtmaschine, Wasserpumpe,... bezahlt werden? Gerd meinte, ich sollte mir keine Sorgen machen. Na dann...........

06.00pm kam der Mechaniker wieder an Bord. Baute die Lichtmaschine und die Wasserpumpe aus. Wollte schauen was noch zu retten wäre. Sonst müßten Neuteile bestellt werden. Er wollte am Donnerstag wiederkommen.

08.30pm gingen wir runter in die Stadt. Dienstags war und ist in St. George immer Straßenmusikfestival. Livemusic unter freiem Himmel. Schön!

11.30pm ab in die Koje

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31. Mai Mittwoch

Ich wurde gegen 08.00am wach. Hörte Werner in seiner Kabine husten. Las das Time-Magazin in der Plicht und wartete das die anderen zwei aufwachten bzw. nach oben kamen.

05.00pm machte ich  einen Spaziergang kreuz und quer um St. George.

08.00pm Werner lud Gerd und mich zum Abschiedsabendessen ein. Es war mir peinlich das er bezahlte. Es sollte ja eigendlich andersherum sein. Wir gingen in ein Restaurant in St. Georges und bestellten jeder eine Pizza und eine Flasche Corona dazu. Danach ging es nochmal ins Whitehorse. Die Boston Red Sox spielten. Ich werde dieses Spiel nie verstehen. Auf allen Bildschirmen liefen Sportübertragungen.

11.30pm ins Bett.

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01. Juni Donnerstag

09.30am aufgestanden. Es regnete.

Werner begann zu packen. Er hatte schon wieder Blut gehustet. Puls 146/min. Ich hoffte so sehr das seine Diagnose nicht zu schlimm ausfallen würde und Aussicht auf Heilung bestand. Machte mir auch Sorgen i. B. a. das es TBC sei. Hier so nah zusammen auf dem Boot...

Ich gab ihm die Telefonnummer von Dr. Gilbert Boch in Düsseldorf. Ein Top-Arzt!

02.00pm Gerd kam vom Internetcafé wieder. Keinen nennenswerte Ergebnisse.

04.15pm der Mechaniker rief auf Werners Mobile an. Die Lichtmaschine war definitiv hin. Die Spulen und der Regler waren durchgebrannt. (waren auch schonmal unsachgemäß repariert worden) Die Wasserpumpe bekäme er vielleicht wieder hin. Diese sei auch falsch repariert worden! Die Welle würde nun wohl doch nicht gewechselt. Einiges war im Argen. Keine Ersatzsegel an Bord. Nix!

Ich war sehr traurig das Werner nachher flog.
So schien es das ich die TransAt mit Gerhard alleine machen würde.
Fragte sich nur wann es unter den gegebenen Umständen losginge und wie dieser Schrottkahn sich dann auf See benehmen würde.

IN GOD WE TRUST!

06.30pm im Flughafen ging Werner durch die Absperrung.
Ich hoffte das ich bald von ihm was hören würde. Es sollte aber noch Monate dauern. Wir telefonierten dann endlich. Er hatte sich einer Herzoperation unterziehen müßen und Gott sei Dank war er im August wieder auf dem Weg der Besserung. Vom ersten bis zum letzten Tag unseren Kontaktes: Ein feiner Mann. Ein selten gutes Exemplar Mensch.

07.17pm im Internetcafé angekommen öffnete Gerd wieder seine Bankseite.
Weder bei ihm noch bei Werner war Geldeingang zu vermelden.
Langsam gingen wir in Richtung Marina.

09.00pm ins Bett.

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02. Juni Freitag

10.00am kam der Mechaniker Steve an Bord. Baute eine neue Lichtmaschine ein und die von ihm reparierte Wasserpumpe. Er wollte am Nachmittag wiederkommen und die neue Bilgepumpe einbauen und unsere (alte) von ihm dann gefüllte Gasflasche mitbringen.

00.30pm nahm er uns mit in die Stadt. Nochmalige Kontrolle des Geldeingangs (negativ). Somit hatten wir über das gesamte Wochenende kein Geld.

02.00pm wieder auf dem Boot.

10.30pm die Buchstaben meines Buches : The unknown Soldier von Gerald Seymour verschwammen vor meinen Augen. Ging also schlafen.

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03. Juni Samstag

09.00am nach der Körperpflege mit kaltem Wasser desinfizierte ich meinen linken Elbogen und mit Hilfe eines Spiegels zog ich mir meine Fäden.

01.00pm begann ich das nächste Buch : The Pilot´s Wife von Anita Shreve.
Im Yachtclub konnte man gelesene Bücher austauschen. Wenigstens war für Lesestoff gesorgt.

03.00pm Gerd und ich liefen nach St. George um Timothy zu besuchen auf seinem Schiff.

Wir lagen im Hafen von St. Gerorge´s ja einige Tage neben ihm. Timothy war ein älterer Engländer auf einem Stahlschiff. Ein lieber netter Mann. Ich werde nie vergessen wie er je nachdem welche Themen wir hatten, die Arme zum Himmel streckte und "Unbelievable" rief. Er war Einhandsegler. Sein Schiff.... naja... Gesundheitlich stand es nicht zum Besten mit ihm. Ja, man kann sagen er war wie sein Schiff. Nicht mehr schön anzuschauen aber zäh und zuverlässig.

Bei ihm angekommen war er sehr erfreut uns zu sehen und lud uns ein, seine Flasche Gin mit ihm zu leeren. Ich kann mich an keine Begebenheit erinnern an der ich Timothy mal nüchtern sah. Ich sprach mal mit ihm darüber. Er antwortete... : Thats my only sin... i miss a good Lady near me.

Ein einsamer Mann. Ein herzensguter Mann wie sich noch herausstellte. Leider brach der Kontakt später ab da er telefonisch nie zu erreichen war.

Kurz nach unserer Ankunft tauchten auch Chris und Caroline auf. Ursprünglich auch aus England nun aber auf den Bermuda´s ansässig. Sie arbeitete als Juristin. Chris war Flugingenieuer im Ruhestand. Ein nettes Pärchen. Sie verstanden unter Gastfreundschaft das wir u.a. unsere gesamte Wäsche!!! bei ihnen waschen durften und das Gerd und ich ihr Badezimmer ausgiebig benützen konnten. Sie hatten eine riesige Whirlpoolbadewanne von der Firma Kohler. Einfach nur Geil!!!! Relaxen in Süßwasser!!! Sie boten uns auch an ihren PC zu benutzen. Caroline hatte Skype installiert und wir konnten mit Deutschland telefonieren. (mich kostete eine Minute Deutschland via mein Handy (eplus) 10Euro!

Gerd freute sich sehr. Endlich konnte er "gepflegtes" englisch reden. Wir waren während unseren Bermudaaufenthaltes (der noch sehr lange dauern sollte) fast täglich mit Chris und Caroline zusammen. Grillen, essen gehen,....

So langsam gewöhnte ich mich daran das überall und immer um mich herum nur englisch gesprochen wurde. Gerd meinte ich würde inzwischen Riesenfortschritte machen.

09.30pm wieder auf dem Boot und kurz darauf in die Koje.

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04. Juni Sonntag

waren zum Lunch bei Caroline und Chris eingeladen.

00.30pm holte Chris uns mit seinem Wagen ab und fuhr uns zu einem sehr schönem am Hang gelegenen Haus nahe des Golfplatzes. Das Essen nahmen wir mit Blick auf den Atlantik zu uns. Es wurde gegrillt. Ein wunderschöner, sehr harmonischer Nachmittag.

07.30pm wieder in der Marina.

09.00pm Schlafenszeit.

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05. Juni Montag

09.00am Gerd ging wieder runter in die Stadt. Ich konnte leider nicht mit da ich auf dem Schiff bleiben sollte in der Hoffnung das der Mechaniker auftauchte. Sollte ihm dann auch die Gasflasche aus Fort Lauderdale mitgeben. Die war nämlich schon alle. Hatten somit wiedermal kein Gas mehr. Beide Flaschen waren leer.

11.30am war Gerd wieder da. Außer seiner "Herzensdame" hatte er niemanden erreicht sagte er. Auch Werner hätte sich nicht gemeldet. Er wollte es gegen Abend nochmal versuchen. Vielleicht weil in Deutschland Pfingsten war?!? Wir verbrachten den ganzen Tag mit putzen, lesen und Karten spielen.

07.00pm wurden von Mitgliedern des Yachtklubs eingeladen am nächsten Abend ins Clubhaus zu kommen. 60. Geburtstag des Clubs. Bitte in "gehobener Garderobe" erscheinen. Zum Glück hatte ich diese Sachen dabei.

09.30pm ins Bett.

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06. Juni Dienstag

09.00am aufgestanden. Gerd machte sich wie immer auf den Weg ins Internetcafé. Ich las wie immer. Inzwischen brauchte ich immer seltener das Wörterbuch dazu. Freu!.

06.30pm machten uns auf den Weg in den Yachtclub. Gerd wurde kaum dort angekommen aufgefordert eine Krawatte anzuziehen und sein Hemd in die Hose zu stecken. Zu leger war hier nicht erwünscht. Heyyy mein Captain konnte ja richtig schnieke aussehen!

Es gab ein kaltes Buffet, Champagner, Rot- und Weißwein. Alle waren sehr distinguiert. Ende vom Lied... Ich bin jetzt Overseemember des St. George`s Dinghy und Sports Yachtclub.

11.00pm es fing an windig zu werden. Regen kam auch noch dazu.

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07. Juni Mittwoch

01.00am der Wind nahm heftig zu mit Spitzen schätzungsweise 45Kts.
Unser Boot lag hart auf den Fendern als sich ein anderes Boot, das dummerweise quer vor uns ankerte sich löste weil der Anker slippte (der Anker hatte auf Grund nicht fest gehalten) und somit auf unser Boot trieb. Der Skipper des anderen Bootes hätte nun rausgehen müssen und den Anker neu setzen und wieder am Pier festmachen müssen.

Mit viel Geschrei und vielen Leinen blieb das andere Segelboot quer vor unserem Boot hängen. Immer wieder schlug es gegen unser Boot und blieb in unserem Anker hängen.

Gerd mußte sehr oft raus und versuchte dem andern Skipper klarzumachen was er jetzt zu tun hätte. Nur war der Skipper des anderen Schiffes absolut uneinsichtig.

05.00am der Skipper war ein (sorry) Idiot. Alle waren inzwischen wach und es gab ein großes Palaver. Wir standen alle im strömenden Regen auf dem Steg und versuchten das von ihm falsch befestigte Boot zu sichern.

09.30am ich bin wie gerädert aufgestanden weil Steve der Mechaniker an Bord kam. Die Stopfbuchse (Lippendichtung) zu besorgen sollte wohl ein Problem werden. Sie müßte eingeflogen werden. Weil hier auf den Bermudas definitiv nicht zu bekommen.

03.30pm Gerd hatte den Eigner erreicht. In den nächsten Tagen sollte wohl endlich die Summe überwiesen werden die wir brauchten. Halleluja es bewegte sich was.

05.00pm spielte mit Gerd Karten und Backgammon.

09.00pm wie immer Kojen - Lese  - Schlafenszeit.

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08. Juni Donnerstag

Ich hatte eine W-Lan-Karte geliehen bekommen. Konnte somit endlich meine HP aktualisieren.
Ansonsten verbrachten wir den Tag wie üblich. Lesen, Karten und Backgammon spielen.

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09. Juni Freitag

Das Internet ging wieder nur sehr sporadisch. Wir sind in Deutschland sehr verwöhnt mit dem W-Lan mußte ich wieder feststellen.

Gerd und ich hatten Chantal kennengelernt. Eine nette 49jährige Belgierin die ebenfalls eine Überführung machte. Von Kolumbien bis Belgien. Ihre Crew war nicht sehr charmant (vorsichtig ausgedrückt).
Sie hatte einen süßen französischen Akzent. Da sie einige Probleme mit dem Schiff, der Crew und bestimmten Umständen hatte, verbrachte sie die Nacht bei uns an Bord. Weiter möchte ich hier nicht auf die Sache eingehen.

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10. Juni Samstag

00.15am wir drei tranken eine Flasche Merlot die Chantal mitgebracht hatte.

01.00am hatte ich ihr das Bett Mittschiffs Stb. dann fertiggemacht.

10.00am Chantal kam aus ihrer Kajüte und nach Aufruf kam auch Gerd aus seiner Kabine. Frühstück wie immer mit Instantkaffee und leider ohne Zucker (ausgegangen). Endlich schien mal wieder die Sonne und wir konnten alle feuchten Matratzen und unsere Kleidung trocknen.

01.30pm Gerd machte sich auf den Weg zur Immigration. Wir mußten unsere Papiere verlängern. Am Montag begann unsere 4. Woche. Das Aufenthaltsrecht auf den Bermudas sagt aber das es nur für 21 Tage erlaubt ist sich auf den Bermudas als Tourist aufzuhalten!!!

03.00pm Laura kam an Bord. Sie lag mit ihrem Motorboot zwei Schiffe weiter. Ich sollte doch bitte später mit ihr zum Supermarkt fahren. Ihr Mann Jeff und sie luden uns heute zum Grillen an Bord ein. Da ich von Jeff (ihrem Mann) eine W-Lan Karte erhalten hatte konnte ich endlich alle Bilder und Text in meiner HP aktualisieren.

06.00pm

................ ja und jetzt fehlt ein Stück. Ich habe alles abgesucht aber es sind einige Seiten meiner schriftlichen Logbuchseiten unwiderruflich verschwunden. Ich kann nur Mutmaßungen anstellen.
Jetzt nach so langer Zeit wieder sich alles vor Augen zu rufen und explizit Bericht erstatten ist unmöglich.
Sollte das Verschwundene wieder auftauchen, wird der fehlende Abschnitt selbstverständlich ergänzt.

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12. Juni 2006 Montag

An diesem Tag wird immer Elisabeth II. Geburtstag gefeiert.

Somit Feiertag auf den Bermudas. Außer Souvenierläden und Gaststättenbetriebe hatte alles zu. Mußten somit den Tag ruhig angehen lassen.

11.30am Patrick holt mich ab um mir St. Georges Umgebung zu zeigen.

....Wer ist Patrick?!?!? Auf der Jubiläumsparty des Yacht-Clubs lernte ich Patrick Paley kennen. Ein sehr humorvoller weißer Bermudian der ein ... man kann sagen beide Augen auf mich geworfen hatte. Er las mir jeden Wunsch von den Augen ab und stellte sich als mein Fremdenführer, Gesellschafter,.... zur Verfügung.

Ich lernte durch Patrick Storys und Plätze rund um Bermuda kennen die ich als "normaler "Touri" niemals erfahren hätte.

Vieles was die Geschichte und das "wirkliche" Denken der Bermudians gegenüber den amerik. Touristen betrifft, den "sexgeilen" Frauen die mit den Cruisingschiffen aus Boston,... kommen und dann jeden Abend von den schwarzen Einheimischen im Stundenrhytmus abgeschleppt werden.... Der Rassismus überhaupt untereinander.

 Das distingiert englische Verhalten in der Öffentlichkeit und dann hinter die Fassaden zu schauen.

Das momentan schwarzes Government herrscht und diese Zeit Payback genannt wird.

Das Schwarze die nett zu Weißen sind... Houseniggers genannt werden (von den schwarzen Brüdern)

War sehr interessant!!!

Patrick und ich unternahmen jeden Tag was.

Z.B. ---- weiter gehts im Log-Buch................ . .

 

08.00am Gerd sagte er müßte wieder zur Immigration. Ich sollte ihm meinen Pass geben. Mitkommen sollte ich nicht nach Hamilton. Er wollte alleine los.
Ich wollte mit. Hatte Hamilton ja noch nicht gesehen (Hauptstadt der Bermudas). Aber wenn Gerd was sagte konnte man machen was man wollte...... Demokratie gab es niemals.
Wenn ich eine Möglichkeit gefunden hätte mir ein Flugticket zu kaufen wäre ich weg gewesen. TransAt hin oder her.
Ich sollte meine Zeit mit Patrick verbringen meinte Gerd und ihn bei Laune halten. Wir hatten ja kein Geld, keine Beziehungen. Er hatte ein Auto, ......
Tja, inzwischen kannte ich Gerd seinen Charakter ganz gut. Die Krönung meiner negativen Erlebnisse kam noch später mitten auf dem Wasser. §177 StGB. Aber da ich es ja nie beweisen konnte ........

Patrick war zum Glück ein gut erzogener, schüchtener und zurückhaltener Mann. Er war in mich verliebt wie jeder schon von weitem sehen konnte. Seine Annäherungsversuche waren sehr lieb und vorsichtig.
Ich hatte am Tag vorher mit ihm gesprochen und ihm klargemacht das es absolut keine Aussicht gab das ich sein Werben erhören würde. Ob er mich dennoch verwöhnen dürfte mit seinen bescheidenen Mitteln kam als Antwort und wenigstens ab und an ein Hug (Umarmung) von mir, dann wäre alles ok. Außerdem sei er sehr stolz auf "seine Bermudas" und wollte mir alles zeigen.
Er hätte eine Überraschung für mich sagte er mir und bat mich früh aufzustehen.

Er führte mich zu einer großen Höhle (Cave) mit Stalagmiten und Stalagtiten.

Die Stalagmiten waren unter Wasser.

Man konnte in dieser Höhle schwimmen gehen..

Es war ein ungewohntes Feeling in diesem extremen Salzwasser zu schwimmen (das 3. salzhaltigste Wasser der Welt haben die hier auf den Bermudas wegen der Lage in der Saragossasee) und unter sich mit einer Taschenlampe beleuchtet die Steingebilde zu sehen.

Ein tolles Erlebnis. Von der kühlen Wassertemperatur mal abgesehen.

01.00pm wir gingen zum Strand. Patrick führte mich zu Buchen die nur den Einheimischen bekannt sind.

Bacardifeeling pur. Wir schwammen zwischen Riffen. Da die Flut gerade einlief mußten wir aufpassen. Aber da Patrick Rettungstaucher war... kein Problem.

05.30pm zum Tagesabschluss führte Patrick mich in einen urwaldähnlichen Garten mit Mangroven, Palmen und vielen Gewächsen die ich vorher noch nie sah.

08.30pm waren wieder auf der Bavaria.

Erzählten Gerd von unserem Tag. Er verbrachte ihn mit relaxen. Lesen, dösen und sonst nichts tun. Wie man es von ihm gewöhnt war.

Entweder im Pub oder im Bett.

11.00pm ging schlafen.

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13. Juni Dienstag

08.00am Patrick klopfte ans Boot.

Er hatte Eier und Brot für´s Frühstück mitgebracht.

Gerd wollte nach Hamilton zur Immigration. ( am Sonntag lief unsere Aufenthaltserlaubnis ab. Nur 21 Tage Aufenthalt sind auf den Bermudas gestattet)

Ich sagte zu Gerd das ich denke das ich mit muß, aber er meinte er würde alleine gehen. Ich bräuchte nicht mit und sollte mir einen angenehmen Tag machen.

09.30am fuhr ich also mit Patrick zu Jerry.

Jerry hatte ein Segelboot und bot damit Chartertouren an. Die beiden waren gut befreundet.

Da Jerry an diesem Tage erst um 02.00pm eine gebuchte Tour hatte fuhren wir zu dritt raus.

Patrick hatte das große Boot für mich alleine gebucht sagte Jerry mir später.

 

Wir fuhren auf die Außenseite von den Bermudas in eine kleine Bucht. Jerry ankerte sein Boot und besorgte Patrick und mir Brille, Schnorchel und passende Flossen.

11.00am Schnorcheln war angesagt. Hatte ich das letzte Mal mit 16 gemacht. Patrick war aber ein guter Lehrer. Eine Stunde später tauchte ich schon unter dem Boot durch. Weil das Wasser so salzhaltig war, konnte ich sogar bewegungslos auf der Wasseroberfläche liegen und den Fischen dadurch sehr nahe kommen.Eine Schorchelbucht mit Korallen, verschiedensten Fischarten und einem wunderschönen Strand. Kein anderer Mensch weit und breit. Bestes Karibikwetter.
Einfach unbeschreiblich schön.Ich schwamm und tauchte zwischen den Korallenriffs hin und her.

01.00pm waren wir wieder auf dem Rückweg zu Jerrys Anlegestelle. Die zwei lobten mich wie schnell ich gelernt hätte. Wenn um 02.00pm die amerikanischen Chartergäste kämen und ich möchte, würden sie sich sehr freuen wenn ich wieder mit raus führe. Da ich Krankenschwester sei und eine gute Auffassungsgabe hätte, könnte ich helfen auf die Touristen aufzupassen und als First Maid an Bord bleiben. Ich sollte dann u.a. bei der Schnorcheleinweisung Unterstützung leisten.

01.30pm hatten wir wieder angelegt.

Gerd stand am Kai und wartete auf mich .... ich hätte mitkommen müssen zur Immigration sagte Gerd. Sei nun aber auch egal. Wenn wir innerhalb der nächsten Tage die Bermudas verließen bekämen wir keine Probleme. Ich berichtete ihm das ich den Tag weiter mit Patrick verbringen würde um ihn  "bei Laune zu halten".
Er sollte ohne mich zum Internetcafe gehen. Ich käme irgendwann vor Mitternacht an Bord. Gerd schaute mich recht konsterniert an sagte aber nichts da Patrick und Jerry neben mir standen.

02.00pm ich blieb somit auf dem Schiff.

Die Touristen kamen an Bord. (Alles Amis) Circa 20 Personen. Jerry war ein guter Unterhalter. Auf dem Weg zum Snorkelingplace erzählte er ihnen viel über St.Georges und die Bermudas im Allgemeinen.

Unter anderem die Geschichte der Astorfamily welche hier viel mit Roosevelt gemauschelt hatte (Eisenbahntrasse), das auf St.George eine der längsten Landebahnen der Welt ist (Space Shuttle-Ausweichstrecke) und was es mit dem Bermudadreieck auf sich hat. (Methan, Magnetismus)

Am Ankerpunkt angelangt (ebenfalls ein Snorkelingplace) half ich den Leuten beim anziehen von Brille und Flossen. Half Haare unter der Brille hervorzuholen usw.
Als ein Mann etwas Panik bekam setzte ich ihn im Wasser auf mein Bein bis er wieder regelmäßig atmete.
Patrick sah das und gab mit mit Kopfnicken und Handzeichen zu verstehen das ich Klasse reagieren würde. Hätte ich jetzt kein Plastik zwischen den Zähnen gehabt, hätte ich sehr breit gegrinst. Es machte Riesenspass.

04.45pm der Trip war zuende.
Jerry und Patrick luden mich ein, am abend mit ihnen Essen zu gehen. Um 09.00pm sei Jerrys Boot der Treffpunkt.
Somit blieb mir Zeit zum Duschen und Feinmachen. (es wäre ein Restaurant wo gehobene Garderobe Pflicht sei)

06.00pm auf der Bavaria angkommen genoß ich das Süßwasser auf meiner Haut. Stellte dabei fest das ich einen intensiven Sonnenbrand hatte.... Über vier Stunden im Wasser. Ich hätte anstatt Bikini ein T-Shirt im Wasser tragen sollen.
Gerd hatte auf dem Tisch einen Zettel hinterlassen das er Leute auf einem anderen Schiff besuchen würde. Hatte mein letzter Anschiss doch gefruchtet? Nun hinterließ ich ihm einen Zettel das ich nochmal in die Stadt ging.

09.00pm auch Bermudians sind pünktlich wie ich feststellte. Wir gingen in ein Restaurant mit Meerblick. Fingerfood, Salat, Fisch. Einfach nur lecker.
Mit Jerry und Patrick and er Seite war es ein fantastischer Abend.
Jerrys Vorfahren kamen aus Griechenland. Jerry war uns ist der Symphatischste "Grieche" den ich jemals kennen gelernt habe!

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14. Juni Mittwoch

00.30am war ich wieder zurück an Bord. Gerd schlief schon.

10.00am wurde ich vom Duft frischen Kaffees wach. Danach vertrieb ich mir den Tag mit spazierengehen, lesen und darauf zu warten das es 04.00pm wurde weil dann der Eigner Gerd im Yachtclub anrufen wollte.

03.00pm begaben Gerd und ich uns in den Yachtclub

Deutschland - Polen wurde übertragen. Mein erstes Spiel das ich mir von der Weltmeisterschaft anschaute.
Punkt 04.00pm klingelte das Telefon.

04.15pm Gerd kam zu mir und sagte das wir am Freitag, spätestens am Samstag endlich hier weg könnten. Mit dem Eigner sei alles geregelt. Addie hätte zugesagt die vereinbarte Summe zu senden. Nun könnten wir entspannt das heutige WM-Spiel verfolgen.

Deutschland gewann. Die anderen Gäste klopften uns auf die Schulter (90% Amis) und gratulierten.

06.30pm Gerd zog mich im Seemannsstuhl am Mast hoch. Ich sollte eine Flaggenleine befestigen damit wir unsere neue Clubflagge backbord hissen konnten.

Klasse war der Blick von oben. Sehr windig. Wenn ich bedenke das ich früher Höhenangst hatte.....

07.30pm Patrick holte uns zu einem gemütlichem Pubabend.

11.30pm landeten wir im Clubhaus des St.Georges Yachtclub. Edel. Edel.

Raremalt Whisky. Stoutguinnes stand vor mir.

Wir waren um diese Zeit die einzigen Gäste. Der MAnager und Patrick schienen gute Freunde zu sein.

Ein sehr lustiges Zusammensein.

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15. Juni Donnerstag

01.30am ins Bett.

09.00am war wieder aufstehen angesagt.Ich verpasste Gerd eine Jarheadfrisur.

11.00am gingen wir runter nach St. George ins Internetcafe. Mein Notebook ging nicht mehr. Kam nur noch NTLDR missing. Na toll. Also alles was Logbuch anging handschriftlich. Aktualisierung erst wieder möglich wenn jemand der sich damit auskennt mein schwarzes Heiligtum repariert hatte.

02.00pm Wäsche gewaschen (Handwäsche). Das Boot sah danach wieder aus wie eine schwimmende Wäscheleine. Brachte auch innen das Schiff wieder auf Vordermann. Alles war feucht. Überall waren Schimmelspuren und Stockflecken zu sehen.

08.30pm ging ich schlafen.

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16.Juni Freitag

gegen 03.00pm kam Chris zu uns in die Marina um uns abzuholen. Waren bei C&C wieder zum Dinner eingeladen. Ebenso zur Sweetwatershower. Und sie wollten uns helfen all unsere Wäsche zu waschen. Fünf Maschinen Wäsche nahmen wir später wieder mit auf unser Boot. Gewaschen und getrocknet.

Caroline zeigte mir in ihrer Villa das BAd. God war das herrlich. In einer riesigen Badewanne mit Wirhlpool baden. Fühlte mich wie neugeboren. 1. Badewanne seit März.

08.30pm Essen wurde aufgetischt. Indisch. Scharf aber lecker.

11.30pm wieder an Bord

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17. Juni Samstag

nach dem Morgekaffee begannen wir all unsere Wäsche neu zu verstauen. Vorher wusch ich mit Essig die Schränke aus. Überall Schimmelstaub.

Mein Notebook kam in die Reisetasche. Nichts zu machen. Konnte meine gesamten Aufzeichnungen somit erst nach meiner Ankunft in Deutschland wieder ins Netz stellen.

06.10pm Patrick lud und mich zum Barbeque ein. Wir verbrachten einen netten abend bei ihm und seiner Mutter.

10.00pm wieder auf dem Boot

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18. Juni Sonntag

10.00am C&C holten uns mit ihrem kleinen Motorboot ab.

Auf einer kleinen Insel war Chilling angesagt. Sonnen, baden, nichts tun außer nichts tun. Ein ruhiger relaxter Sonntag.

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19. Juni Montag

07.00am aufgestanden.

Wir wechselten zurück in die Stadtmarina. Gerd hatte es geschafft das der Eigner das nötige Geld komplett gesendet hatte. Der Mechaiker, der Segelmacher, der Anlegeplatz der Marina,.... alles konnte nun bezahlt werden.

Wassertanks wurden nochmals aufgefüllt und dann endlich LEINEN LOS.

07.50am lagen wir im Cityharbour.

00.30pm Patricks Mutter lud uns zum Lunch ein.

02.00pm Gerd fuhr mit Patrick nach Hamilton. U.a. um noch weitere Dieselkanister zu besorgen.

Ich legte mich schlafen. Mal endlich wenige Stunden ganz allein für mich.

07.00pm Jerry hatte keine Sundownertour. Somit lud er Patrick und mich zum Abendessen ein. Ein sehr schönes Abschiedsessen.

10.30pm fiel ich müde in meine Koje.

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20. Juni Dienstag

Da Gerd nur 500 Euro/Tag vom Konto abheben durfte mußten wir noch bis Donnerstag bleiben wie ich erfuhr. Somit verbrachte ich den Tag mit Patrick und Jerry.

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21. Juni Mittwoch

Das gleiche wie am Tag davor.

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22. Juni Donnerstag

08.00am aufgestanden

10.00am der Grocery-Store lieferte die Lebensmittel.

00.15pm Gerd ging ausklarieren.

02.00pm wir fuhren mit Patrick an Bord Richtung Dockyard um Tax-Free zu tanken.

05.15pm die Tankstelle hatte schon zu. Machten direkt davor unser Boot fest. Mußten bis zum nächsten Tag 08.00am warten.

07.00pm schauten wir uns Dockyard an. eine alte Werft und eine Anlegestelle für Cruisingships. Deshalb ein großes Einkaufszentrum. Sah sehr schön aus. Wie ein altes Kastell. Innen die üblichen Souvenierläden.

10.00pm Schlafenszeit.

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23. Juni Freitag

07.00am au´fgestanden.

08.40am fertig getankt.

10.30am we´re on the road. Next aim Gibraltar!

01.30pm passieren Kanal von St. Georges nachdem wir Patrick wieder abgesetzt haben.

Ab sofort mit Gerhard alleine. Tag und Nacht.

542nm bis zum nächsten Wegepunkt.  Kurs 068°

1024hPa,  32°25,4N   64°35,1W

Insgesamt bis Gibraltar ca. 2500 - 2700nm.

05.00pm   1 .Ruderwache auf DIESEM TÖRN.

Sprit hatten wir für ca. 90 - 92 Std.

Ich wog 146 engl. Pfund = 66, 256kg (ein engl. Pound = 0,4536g.) War gespannt wieviel ich auf dem Törn einbuße.

11.00pm ging ich schlafen.

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24. Juni Samstag

06.00am weckte Gerd mich zur Ablöse. Hatte kaum geschlafen. Mußte mich erstmal wieder an das Rumpeln,... gewöhnen.

Au Weia. Kaum die Augen auf... kam der Rapport. Dabei wußte (weiß) ich wenn gerade erwacht nichtmal wie ich heiße, geschweige denn das ich mir Infos merken kann.

33°38,3N   063°38,5W   1024hPa.  SOG 5,0nm. Leichte See. Strahlend blauer Himmel mit etwas Kumulus.

01.30pm Etmal in den letzten 24Std. = 145nm!!

04.10pm Frachter gesichtet. Gerd versuchte ihn anzufunken aber bekam leider keine Antwort. Wäre schön gewesen wegen Wetterbericht,

06.00pm begann ich meine 2. Wache des Tages.

09.00pm Bilge mußte wieder leergepumpt werden. Der Boden war wieder so naß wie vor Ft.L. Es war weniger geworden (Wasserpumpe) aber immernoch zuviel. Die kleine elektrische Bilgepumpe ließen wir jetzt 4-5x/Tag unter Aufsicht laufen.

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25. Juni Sonntag

06.00am  35°32,3N   062°17,7W   SOG 6,5nm   1025hPa. Kurs 81°

Es schien als würde es wieder ein wunderschöner "Urlaubs"tag auf dem Atlantik.

Wie am Tag davor zuwenig (viel zuwenig) Wind.

Konnte später als beide wach und munter waren wieder mit Gerd in der Plicht Backgammon spielen (kein Magnetspiel) und auch wieder gewinnen.

08.00am Ruderwache. Konnte inzwischen so gut mit dem Verklickerer harmonieren ich das Schiff schneller machen konnte. Schönes Erfolgserlebnis.

01.30pm  Etmal 140nm. Wir schlichen!

04.00pm spielte wieder mit Gerd Backgammon. Einmal verlor er sogar 3fach. Sagte er nicht er sei Champion? Mein Sieg freute mich somit um so mehr. Ob ich mal um Geld spielen sollte das ich eh nie bekommen würde???

100Euro Einsatz x 192    64x3 = 19.200 Euro

06.00pm Gerd war muffelig. Sagte: So eine Überführung habe ich noch nicht erlebt. Ruhige See. Blauer Himmel. Sind doch nicht auf einer Urlaubsreise hier. Mein 1WO soll arbeiten....... Wenn Dich einer in Deinem Club fragt wie war die TransAt sollst Du doch auch was zu erzählen haben. Nur faul hinter dem Ruder stehen und sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen.... Unfassbar! Aber Fräulein genieße es! Ich habe es in der Nase das sich das ändert. Ich gehe jetzt schlafen. Wecke mich wenn du Wale, Schildkröten oder sonstwas siehst.

10.00pm kam Gerd wieder hoch.

11.00pm ging ich schlafen.

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26. Juni Montag

05.55am Gerd rief ich solle hochkommen. Ein Rennsegler war fast neben uns.

Machte das einen Unterschied wenn man gutes Material hat. Sie sind weit über 5 Kts schneller als wir.

Gerd erfuhr über Funk den aktuellen Wetterbericht.

Wir steuerten auf ein Tiefdruckgebiet zu. Gewitter, Regen, Wind bis zu 25Kts aus West. Der andere Skipper hatte Gerd geraten schneller zu werden und zu versuchen vorher soviel Schlaf zu tanken wie möglich.

37°16,3N   061°15,7W   Kurs 23°   SOG 6,5Kts.  1027hPa.

Leichte See. Blauer Himmel. Vereinzelt Kumulus.

01.30pm Etmal an diesem Tag 160nm.

07.30pm während meiner Ruderwache erreichen wir den Golfstrom. Auf einmal waren die 9 Fuß  hohen Wellen kleiner.

Kabbelwasser hätten wir nun wurde mir gesagt.

Ich konnte fliegen. Trotz nur 10,4Kts Wind hatte ich einen Speed von 7,3 SOG. Ich steuerte hart am Wind (5° Abweichung mehr und die Genua wäre gekilt)

Ab ca. 6Kts. Geschwindigkeit fing es an Spass zu machen.

08.15pm Gerd lobte mich. Hätte ich sehr gut gemacht.

Ich sehnte mich nach einer Dusche. Heiß und lange. Die letzte war am 16. Juni!! Zum Glück konnte ich mich selbst nicht so riechen. Gerhard meinte ich würde ganz schön "duften". Es sei normal. Aber Wasser mußte nunmal gespart werden. Wenn eine Flaute käme..

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27. Juni Dienstag

06.15am stand ich oben an Deck. War von alleine (fast) pünktlich aufgewacht. Das Wetter war noch immer genial. Hatte der Wetterbericht so unrecht? Von starkem Wind, schlechtem Wetter,... weit und breit nichts zu sehen. Auch das Barometer stieg anstatt zu fallen.

39°32,5N   059°41,1W   SOG 7,7Kts   Kurs 54°    1030hPa

Sonnenschein. Die Wellen manchmal bis zu 10 Fuß hoch.

Gerd meinte ich wäre wenn der Wind und die Wellen zunehmen noch zu verkrampft. Mein Bauch fühlte sich letzte Nacht an wie nach 200 Sit-ups. Eine Badewanne und danach eine Massage. Was wäre das schön gewesen.

Ich hoffte an diesem Tag, das das Schiff nicht nach Kroatien gebracht sondern in die Türkei verkauft würde.
Segeln bis zur Türkei... und dann in einen Hamam.....

08.00pm Der Wind veränderte seine Richtung und kam aus Süd. Wir änderten somit auch unseren Kurs auf 120°.

39°48,7N   058°09,7W   1032hPa

In den letzten 24Std Etmal 180nm.

Der Skipper meinte am nächsten Morgen lägen 1/3 Weg bis zu den Azoren hinter uns.

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28. Juni Mittwoch

06.00am  39°53,6N   056°52,2W   SOG 5,7Kts   hPa 1032   Kurs 81°.

Endlich hatten wir den Golfstrom wiedergefunden den wir Rtg. Norden (wegen dem Wind) verloren hatten.

Die letzte Nacht hatte ich meine wenigen Stunden mal gut und fest geschlafen. Das Boot hatte relativ ruhig gelegen und nicht irgendein Körperteil war eingeklemmt gewesen. Ich fühlte mich richtig fit.

03.00pm Gerd berichtete mir das wir noch 1200nm bis Flores (Azores) vor uns hätten. 760nm hätten wir hinter uns gebracht seit den Bermudas.

Leider hatten wir eine Weile Gegenstrom (Nährstrom) bis der Golfstrom erreicht wurde. Deswegen lag unser Etmal nur bei 140nm. Dieses würde sich aber ändern meinte Gerd. Er rechnete sogar mit über 200nm Etmal.

08.00pm Gerd schlief. Bei meinem Ruderdienst beobachtete ich die See und den Sonnenuntergang. Goldig bis leicht orange. Es war merklich kühler hier am 40° Breitengrad. Gerd sagte vor einigen Stunden das wir nun näher an Novia Scotia wären als an allem anderen.

Canada....... Holzhütte....... Alte Träume wurden lebendig..... So segelte ich in die Nacht hinein.

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29. Juni Donnerstag

06.30am die Nacht war grausig gewesen. Ich war nicht mehr weit davon entfernt Seekrank zu werden.

Wellen- und Wellentäler seitlich. Wind von der anderen Seite. Hin und her. Hoch und runter in alle vier Richtungen.

Ging um 07.00am in meine Koje. An Schlaf war nicht zu denken.

01.00pm wenn ich Videos von Tran-Ats gesehen hatte. An jenem Tage hatte ich es live. Zum Glück behielt ich jeglichen Mageninhalt bei mir. Tage später sah man bei mir viele blaue Flecken.

10.00pm Gerd ließ den Motor durchgehend laufen. Er wollte uns so gut es ging auf Kurs halten. Die Abdrift war zu groß.

40°10,0N   053°33,2W   SOG 5,6Kts   1030hPa.

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30. Juni Freitag

Wir waren mitten in einem Azorenhoch.

Absolute Flaute. Das Barometer war etwas gefallen.

1028hPa.   40°49,3N   051°43,6W   Kurs 71°   SOG 4,8Kts

Noch 122 liter Diesel an Bord.

00.30pm stand das Barometer wieder auf 1029hPa. 3,2 Kts über Grund.

01.30pm Etmal in den letzten 24h  90nm. Noch 1020nm bis Flores

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01. Juli Samstag

06.30am kochte ich Wasser. Nescafé wurde zubereitet damit man genug Power hatte.

Zwei Eßlöffel Kaffee, ein Eßlöffel Nesquick und ein Eßlöffel Rohrzucker. Weckt Tote auf und man gewöhnte sich dran. Inzwischen freute ich mich sogar auf meine "Dröhnung" wie ich sie getauft hatte.

41°25,2N   049°59,4W   1028hPa   SOG 4,0Kts   Kurs 80°

09.00am Gerd überlegte eine Kursänderung vorzunehmen weil der Wind nun aus S/SW kam.

Nach einigem Zupfen an den Segeln machten wir dann 5,6 - 6,8 Kts SOG.

01.30pm Etmail 130nm.

04.00pm Irgendwas hatte gerumpelt. Hatten wir einen großen Fisch gestreift? Gerd rauchte eine Zigarette und überlegte. Dann ging er zum Heck und öffnete die Notruderabdeckung. Mußte feststellen das sich die Ruderschaftsicherungsschraube gelöst hatte. Der Ring war nicht richtig montiert, nicht weit genug hineingeschraubt gewesen. Somit war das Ruder nun 5cm heruntergerutscht und schlug an.

Mußten hoffen und beten das es bis zu den Azoren hält.  Gerd sagte wenn es nochmal an die 5cm tieferrutscht- hätten wir ein echtes Problem.

Was noch.. ach ja... die Elektrokabel an der Bilgepumpe waren korrodiert.

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02. Juli Sonntag

05.20am rumpelte es wieder. Ich hatte Ruderdienst und schaute nach. Nichts zu sehen.

06.10am S/Y Daniella aus Holland (Großsegler auf dem Weg nach Malta) überholte uns. Gerd holte sich den Wetterbericht ein über Funk. Es käme ein Hoch. 3-4 Beaufort. Nichts besonderes also. Der Wind würde von West nach Nord drehen.

Gerd sagte mir das Ruder hätte sich um weitere 5mm gesenkt.

07.05am der Wind drehte sich. Es fing an zu schütten wie aus Eimern. (hatten sie nicht ein Hoch angesagt?!?) Gerd klärte mich über das Wetter auf. Am Rande eines Hochs/Tiefs,.. worauf man achten mußte, was passieren konnte und wie man zu reagieren hätte. "Lese Deine Umgebung" sagte er mir. "Es wird ungemütlich werden. Wehe Du legst die Lifeline heute nicht an"! (( Ich hasse Gurte und versuchte wann immer es sich bot ohne Leine,... mich zu bewegen))

41°28,5N   047°22,7W   1026hPa   Kurs 64°    SOG 6,4Kts

10.00am hatten wir dann Wind von über 8 Bft. Die See war über 12 Fuß hoch. Windböen dabei das sogar Gerd das Boot aus dem Ruder lief.

01.30pm Ruderwechsel. Etmal 150nm. Ich konnte das Ruder kaum halten.

05.30pm ich fühlte mich wie gerädert. Alles tat mir weh. Endlich lies der Wind etwas nach und die Böen wurden seltener und weniger intensiv.

11.00pm fiel todmüde ins Bett.

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03.Juli Montag

05.45am weckte Gerd mich zur Ablöse. Die See war wieder ruhig. Wind um 6Kts. Er sagte mir das wir wegen der zu geringen Wassertiefe nicht nach Flores in den Hafen könnten und ankern müßten. Aber das Problem sei das wir ankernd das Ruder nicht reparieren könnten. Also würden wir durchsegeln bis Horta auf Fayal (Azores) und er den Wegepunkt verändert hätte.

Kurs nun 120°    SOG 4,8Kts   41°04,3N   044°07,5W   1027hPa   Etmal 150nm.

Bei unserem Kaffee lobte Gerd mich nochmal. Ich hätte die Böen und die hohe Grundsee gut abgerudert.

11.00pm  5251nm hatte ich nun auf dem Tacho.

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04. Juli Dienstag

Die Sonnte strahlte vom Himmel. Leichte See. Hatten nun die Bordzeit geändert +2

10.30am  40°18,5N   041°48,5W   COG 120°   SOG 3,8Kts   1029hPa.

05.30pm  Wendemanöver gefahren   COG 60°   Mußten wir machen wegen Strömung und Wind.

40°09,0N   041°11,0W   1028hPa   SOG 5,3Kts   Etmal 120nm.

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05. Juli Mittwoch

Ich wurde wach weil es regnete. Wir dümpelten über den Atlantik. Zum Glück rutschte bis jetzt das Ruder nicht weiter raus.

02.50pm 39°50,8N   039°10,4W   1028hPa   COG 133°   SOG 6,8Kts   130 Etmal

10.30pm noch 456,6nm. Ich wollte endlich Land sehen und betreten. Stimmen von anderen Menschen hören. Gerd und ich schwiegen uns bis auf Anweisungen ....... an.

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06. Juli Donnerstag

06.45pm Noch 359nm bis Horta. Zum Glück hatten wir endlich leichte Strömung. Machten mit dieser 3,0nm. Ohne Strömung wären es nur 0,75 - 0,90nm/Std gewesen.

Nutzte diese Zeit zur Körperpflege. Augenbrauen zupfen, depilieren, Mani- und Pediküre. Am nächsten Tag hatte ich ja Geburtstag. Gerd hatte mir erlaubt am nächsten Tag zu duschen. Wir hatten noch ca 100 liter Wasser. Ich hatte inzwischen gelernt mit 10- maximal 15 litern Wasser beim duschen incl. Haare waschen auszukommen. Warmes Süßwasser auf meiner Haut. Herrlich!

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07. Juli Freitag

00.20am  Feierte ich mit mir selbst meinen 41. Geburtstag. Ich stand hinter dem Ruder, ging nach vorne wie in Titanic und schaute mir hinten "meine"  Diamanten an. Fühlte mich sehr allein. Konnte Gerd unten in seiner Koje schnarchen hören.

.... Mit Blick zum Himmel ist man beim Anblick der Sterne vereint. Ich konnte wieder das Sternbild des Orion erkennen.....

Sehr ruhige See. Der Mond spiegelte sich silbern auf dem Wasser.

38°52,1N   035°56,1W   1032hPa   COG 122°   SOG 5,5Kts

Noch 342,7nm bis zum nächsten Landgang.

07.00am hPa 1031. Keine Wettervänderung. Absolute Flaute. Delphine begleiteten das Boot.

02.00pm ich hatte endlich geduscht. Fühlte mich einmalig gut. Ich überlegte. Übermorgen sollte FiFa_Endspiel sein. Es müßte ein Wunder geschehen damit ich es sehen könnte. Z.Zt. machten wir 3,6Kts SOG. Entfernung noch 283,5nm.

03.30pm Etmal 110nm. Armer Gerhard. Er verlor die Backgammonpartien sogar 5:0. Hach was kann das Leben schön sein!

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08. Juli Samstag

05.00am Plopp. Der Keilriemen war gerissen. Es war natürlich ein Zollgewinde drauf. Kein passendes Werkzeug an Bord. Das Licht der Taschenlampe reichte auch nicht. Somit mußten wir bis zum Morgen warten. Dann wollte Gerd es dennoch versuchen einen neuen Keilriemen aufzuspannen. Mit Anlasserhilfe.

07.30am  Noch 217,2nm bis Horta.

38°30,8N   033°15,3W   COG 103°   SOG 4,5Kts   1029hPa.

09.30am Gerd hatte es geschafft den Keilriemen zu wechseln. Auf Anweisung schaltete ich oben den Motor immer an und aus.

Die Bilge hatte ích auch wieder leergepumpt. Gerd meinte wir hätten im Durchschnitt 1300liter/24Std. Wasseraufnahme. Wenn es so weiterginge wären wir vielleicht in 34 Std. in Horta.

00.50pm Radioempfang!! Yuhuuu!!!

03.30pm 120nm Etmal wieder  geschafft.

08.00pm noch 162,4nm bis ich endlich wieder festes Land unter den Sohlen hätte.

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09. Juli Sonntag

01.00am ein vorbeifahrendes Schiff gab Gerd duch das Deutschland - Portugal um den 3. Platz spielte und Frankreich - Italien im Endspiel war.

Deutschland spielte noch mit????????????????

Ebenso wurde wieder gesagt das ein Tief mit Windstärken 4 - 5 kommen soll. (Das sagten sie nun schon seit zwei Tagen über Funk durch... nur man merkte nichts davon)

07.00am noch 116nm. Wir machten 4,6Kts   1026hPa. Etmal 130nm

09.00pm noch 56,7nm. Circa 12 Std. Wind zog von Norden auf. Gerd sagte es wären sogar 30KTs  angesagt = Beaufort 7.

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10. Juli Montag

04.30am 14 - 16Kts Wind hatte ich bei meiner Wache. Glück gehabt. Freute mich auf meine Koje.

09.30am war die See wieder spiegelglatt.

09.50am die Insel Fayal (auf der das bekannte Horta liegt) sah wunderschön aus im Morgendunst. Wie Hawai nur kleiner.

Gerd kam nach oben und sagte zu mir.... Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten.. wäre er mit mir bis NY gesegelt. es sei ein unvergesslicher Anblick den Hudson hochzusegeln. >>Damit Du auch mal die Statue von Deinem heißgeliebten Amiland hättest sehen können.<<

Als wir von Cuba ablegten war San Francisco in der Planung. Aber leider zuwenig Wind um superschnell voranzukommen. Der Zeitplan sollte ja eingehalten werden.

09.40am 38°31,3N   028°49,5W   1028hPa.

10.00am Gerd hatte errechnet. 5980nm hatte ich voll wenn wir in der Marina von Horta festgemacht hatten.

2350nm von den Bermudas bis Horta war die Strecke welche wir zurückgelegt hatten.

11.10am machten wir am Immigrationpier fest.

00.30pm an der bemalten Mauer von Horta festgemacht.

02.30pm begleitete ich Gerd zu den verschiedenen Banken. Seine Karte ging nicht. Super! Ging DAS schon wieder los. 100$ die noch an Bord waren, waren unser gesamtes Vermögen.

05.00pm gingen wir ins "Cafe Sport" und hauten das letzte in Euro umgetauschte Geld auf den Kopf.

Salat, Steak und ein Glas Wein. Danach guten, echten und starken Kaffee.

09.30pm kamen wir mit unserem Bootsnachbarn ins Gespräch der uns beim Anlegen geholfen hatte.

Bill aus Philadelphia. ein sehr netter Mann. Blond, groß, Schnautzbart. Intelligent und sehr charmant.

Wir luden ihn zu uns in die Plicht ein. Er brachte eine Flasche "Bermuda Gold Likör" mit. Reiseerlebnisse wurden ausgetauscht.

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11. Juli Dienstag

01.30am in die Koje

0800am aufgestanden. Gerd konnte den Eigner telefonisch nicht erreichen.

09.30am Timothy Short kam an Bord. Ich freute mich sehr. Die See scheint ein Dorf zu sein. Man trifft sich an bestimmten Plätzen immer wieder. Timothy war nicht das erste bekannte Gesicht welches ich wiedererkannt hatte seitdem wir Martinique verlassen hatten.

Wir lagen im Hafen von St. Georges neben Timothy. Er hatte schon wieder Probleme mit seinem Motor.

03.00pm Gerd hatte die Ehefrau des Eigners erreicht. Sie wollte ihrem Mann Bescheid geben und er würde uns dann zurückrufen. (Hatten das Satellitentelefon von Bill geliehen bekommen)

10.00pm ging ich schlafen.

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12. Juli Mittwoch

10.00am hatte ich mir neue Bücher besorgt.

Dieter Kronzucker: Unser Amerika

Mende Nazer: Die Sklavin

Vince Flynn: the third option

Nicci French: Land of the living

Ken Follet: Die Leopardin.

Ich brauchte neue Bücher. Gerald Seymour, Martina Cole und Vince Flynn (Memorial Day) hatte ich ja schon durch.

01.15pm hatte ich das Boot außen gesäubert. Fragte mich wo mitten auf dem Meer blos soviel Dreck herkommt.

09.00pm fiel ich sehr müde in meine Koje.

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13. Juli Donnerstag

07.30am aufgestanden. Gerd sagte mir das wir heute um 01.00pm aus dem Wasser gezogen würden. Die Welle (Stopfbuchse + Ruder reparieren)

10.30am ging er zum Internetcafé.

11.15am kam der Mechaniker an Bord. Ich versuchte auf italienisch und spanisch mich mit ihm zu unterhalten. Klappte einigermaßen.

01.30pm Gerd kam wieder an Bord. Er hatte den Mechaniker nach mir getroffen. Das Schiff aus dem Wasser hieven und reparieren ginge erst am nächsten Tag da die Ersatzteile noch nicht eingetroffen waren.

04.00pm Bill vom Nebenboot lud uns auf einige Bierchen ins Cafe Sport ein.

07.00pm wieder an Bord kochte ich Spaghetti.

11.00pm Schlafenszeit

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14. Juli Freitag

Endlich ging es rüber ins Trockendock (Lifter). Wir konnten als das Boot aus dem Wasser war sehen....

Es war nicht nur das Ruder kaputt. Die Zinkbeschläge (wegen elektronischer Wellen) waren durchkorrodiert. Wie lange der Propeller noch halten würde in dem verrottetem Zustand stünde in den Sternen sagten die Fachleute.

07.00pm ein Feierabendbierchen auf Einladung der Mechaniker.

10.00pm wieder mit Hilfe einer Leiter im Trockendock hoch auf das Schiff geklettert und in die Koje gelegt.

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15. Juli Samstag

07.00am Valter (der Mechaniker) kam und began mit den Reparaturen. Ich hoffte das wir am selben Tag auch wieder ins Wasser zurückkönnten. Im Trockendock kann man ja kein Wasser ablassen,... nichts. Und das mit der Leiter war auch nicht so angenehm.

01.15pm die Tiede war wieder oben und wir konnten zurück ins Wasser.

01.45pm wieder an "unserer" Kaimauer festgemacht.

08.00pm wurden wir von Hamish (einem sehr dialektlastigen Schotten) auf sein Boot eingeladen.

Bill aus Philadelphia war auch anwesend. Redeten viel über Politik, Kultur, ....

11.00pm ging ich zurück. Ich war müde.

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16. Juli Sonntag

08.00am wurde ich wach weil Regentropfen durch meine offene Luke auf mein Gesicht fielen. Diese Nacht hatte es sehr gewindet. Es regnete sich ein. Ein Tag um im Bett zu bleiben und zu lesen. Was ich auch ausgiebig tat.

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17. Juli Montag

Gestern kam Bill an Bord und lud mich ein den heutigen Tag mit ihm zu verbringen.

10.00am wir trafen uns auf dem Steg. Bill orderte ein Taxi mit englischsprechendem Fahrer. Für 65 Euro bekamen wir Sightseeing 1. Klasse.

Ich hatte zum 1. Mal in meinem Leben Vulkanasche in meinen Händen.

Wir fuhren zum höchsten Punkt der Insel Fajal. Schauten in einen Vulkankrater der einen Durchmesser von 400 metern hatte. Genial.

Fast täglich gibt es auf und um den Azoren Erdbeben. Drei Erdplatten treffen sich hier. Habe Häuser gesehen wo nur noch die Spitze des Daches neben der Straße aus dem Boden schaute.

Überall wuchsen blaue Hortensien. Deshalb wird die Insel auch die blaue Insel genannt.

Gegen 02.30pm gingen wir beide essen. Es war wunderschön entspannend sich mit Bill zu unterhalten. Nach dem Mahl spazierten wir ins Cafe Sport auf einige Bierchen. Seit vielen Wochen hatte ich keinen so schönen Nachmittag in Begleitung.

07.00pm wieder an Bord. Ich faltete die Wäsche zusammen welche ich in der Laundry gewaschen und getrocknet hatte.

08.00pm Bill, Hamish und Valter kamen an Bord. Gerd hatte sie (bei diesen Temperaturen) zum Abschiedsessen eingeladen. DAS an sich war ja Klasse... aber der Skipper meinte Rinderrouladen mit Rotkohl und Kartoffel machen zu müssen.

Da Gerd die Eigenschaft hatte alles im Fett schwimmend zuzubereiten und dabei alle Klappen, Schränke,.. weit auf zu lassen... mußte man nach seinen Koch/Brat-eskapaden alles spülen, abwischen. Das um uns herum sommerliche Außentemperaturen herrschten, es keine Dunstabzugshaube gab und jeder cm des Innenschiffs und ebenfalls alle Wäsche hinterher nach Essen und Fett rochen.... hatte nicht zu interessieren.

10.30pm stand das Essen dann auf dem Tisch.

Unser Besuch war begeistert. Meine Laune hielt sich in Grenzen da ich wußte das das Reinemachen später meine Aufgabe war.

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18. Juli Dienstag

01.30am verabschiedete ich mich und ging schlafen.

08.00am begann ich mit aufräumen, restliche Wäsche waschen, Wasser auffüllen und alles wieder rutschsicher zu verstauen.

Als ich fertig war besuchte ich Hamish und Bill nochmal um mich zu verabschieden. Bill und ich tauschten Nummern und Adressen aus. Wir wollten unseren Kontakt auf jeden Fall beibehalten. !!

Und ich freue mich sehr das wir auch heute noch in Verbindung stehen!!

03.30pm machten wir am Immigrationpier/Tankstelle fest. Bis zum Nachmittag mußten wir warten zum ausklarieren.

Mein Resumee von den Azoren......

Den nettesten Amerikaner kennengelernt seit dem ich auf See war.

Die Landschaft der Azoren ist vielseitig und wunderschön.

Die Portugiesen hier sehr freundlich und hilfsbereit. Das Essen sehr lecker. SEHR ZU EMPFEHLEN. Die Azoren sind eine Reise wert!

06.00pm waren wir wieder unterwegs.

1023hPa (Das Barometer fiel. Vor zwei Std. stand es noch auf 1025hPa)

38°33,4N   28°33,6W   COG 90°   SOG 7,9Kts.

09.00pm  es war schön wieder auf See zu sein. Ich hatte inzwischen angefangen die Bewegungen auf dem Schiff zu lieben. Das Schaukeln durch den Seegang und den Wind auf der Haut und durch die Haare fliegen zu lassen.

Gerd hatte sich schlafen gelegt. Ich hielt Ausguck. Ich genoß die Ruhe und beobachtete die Segelboote, Containerschiffslichter und die Fähren welche ich ausmachen konnte.

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19. Juli Mittwoch

01.00am Wachablösung. Müde ging ich schlafen

05.45am wieder Wachablöse. Als erstes wieder die Daten abgelesen.

38°31,1N   027°16,0W   1023hPa   COG 120°   SOG 5,2Kts.

Es war diesig. Die See ruhig. Backbord war Terceira zu erkennen. Eine große Insel der Azoren Inselgruppe.

06.00pm Etmal 130nm. Kursänderung zwischendurch um 15° wegen aufgekommenen Wind und Wellengang. Sonst hätten wir zuviel Abtrieb gehabt.

38°30,2N   025°58,8W   1023hPa   COG 110°   SOG 6,3Kts.

11.00pm nach sehr erfolgreichen BG-Turnieren ging ich schlafen.

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20.Juli Donnerstag

07.30am endlich Südwind!

09.00am  38°53,0N   024°37,3W   1022hPa   COG 70°   SOG 6Kts. Schönster Sonnenschein.

06.00pm  39°00N   23°32W  Etmal 140nm.

09.30pm  es war inzwischen recht kühl geworden. Ich mußte daran denken..... eine Woche später sollte ich wieder in Europa sein.

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21. Juli Freitag

Diese Nacht grobe See. Bft 5 - 6 sagte Gerd: Spitzen sogar von 7 Bft.

Spitzengeschwindigkeiten + 12nm SOG/h.

Die US-Navy kreutzte uns vom Bug her mit ca 1 nm Entfernung. Fuhr Richtung Nordsee.

07.00am 38°57,1N   021°27,6W   1019hPa   COG 110°   SOG 8,3Kts

Befanden uns Höhe Lissabon (noch weit weg davon aber immerhin)

00.15pm GEIL! Bei 29 - 31 Knoten Wind und rauher See hinter dem Ruder stehen. Wasser spritze über das Schiff. Welle hoch und Welle runter. Hätte mir eigendlich alle paar Minuten die Brille putzen müssen. 

War angegurtet. Hatte nun 3 Std. Ruderdienst hinter mir. Puh. Anstrengend aber machte enorm Spass. Besser als das rumdümpeln über den Teich mit ca. 3Kts! 

01.00pm "grünes Wasser" Gerde sagte zu mir jetzt käme der Moment wo man sehen könnte ob ich meinen Mann stehen würde. Wir hatten Windstärke 8! 38 - 42 Kts. Die Genua und das Großsegel waren zu ca 2/3 gerefft. Durch die Schiffsverwindungen waren einige Tellerklappen wieder aufgesprungen. Alles unter Deck lag wieder voller Scherben. (Glas und Porzellan auf einem Boot. Wie idiotisch) Nun ja, jetzt gab es definitiv nur noch drei Plastikschälchen. Alles andere war Bruch.

06.15pm Verschnaufspause und Abendbrot. 6,5 Std Ruderdienst bei dem Wetter in Etappen. Puh. Jetzt war der Wind wieder ruhiger (5 - 6 Bft) und der Autopilot sollte mal versuchn das Boot auf Kurs zu halten.

Etmal 200nm!  38°34,4N   019°34,17W   COG 102° SOG 6,3Kts   1020hPa

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22. Juli Samstag

04.00am Wachablösung. Gerd hatte den Wetterbericht über Funk erfahren. Ich sollte den Wind im Auge behalten, er würde drehen. Und wir hatten das Tuch komplett draussen.

38°34,7N   018°26,7W   COG 100°   SOG 6,1Kts   1022hPa

Es war eine übermäßig hohe Luftfeuchtigkeit zu spüren.

05.30am der Wind war komplett eingeschlafen. (Gerd schlief auch wie man hören konnte). Ich wartete darauf das der Wind drehte und ich die Segeln ändern konnte.

02.00pm Wind war immernoch gegen Null. Wir motorten. Die See wurde auch immer ruhiger.

06.00pm 38°25,5N   16°47,0W   Etmal 155nm   1023hPa.

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23. Juli Sonntag

Flaute. Bedeckter Himmel

00.00.01pm   38°10,2N   014°56,8W   1023hPa   COG 115°   SOG 6,0Kts

Ich hatte Halsschmerzen. Der ganze Körper tat mir weh. Hoffte es wird nicht schlimmer. Außer starkem Morphium und Penicillin keine Medikamente an Bord.

04.15pm es kam langsam Wind auf. Von Norden!!

06.00pm   38°00N   14°15W   1022hPa   COG 110°   SOG 6,2Kts   140nm Etmal

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24. Juli Montag

11.00am wurde ich wach. Gerd hatte mich schlafen lassen. Es hatte mich voll erwischt. Eine fette Erkältung auf hoher See. Wie um alles in der Welt kommen HIER Viren hin???

37°35,0N   012°156W   COG 105°   SOG 5,8Kts   1021hPa

04.00pm endlich wieder Radioempfang. Nachrichten auf portugiesisch.... Wann gibt es endlich Frieden auf dieser Welt?

Drei Schiffe waren zu sehen. Ein Großsegler auf 10 Uhr, ein Frachter auf 03 Uhr und ein Kriegsschiff auf 05 Uhr.

37°25,8N   011°42,4W   COG 120°   SOG 6,1Kts   Etmal 150nm.

07.30pm auf 10 Uhr war wieder der Großsegler zu sehen. Gerd sagte es wäre entweder die Gorch Fock, die MIR oder die Eagle. 

08.00pm  es war der Russe. Das Schulschiff MIR.

10.30pm die MIR hatte alle Lichter angemacht. Sah aus wie ein schwimmender Weihnachtsbaum. Wunderschön!

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25. Juli Dienstag

03.35am wir fuhren an die 10Kts. Endlich war der versprochene Wind da.

Es war der Hammer. Es ging wieder richtig zur Sache. Wind 25 - 35 Kts aus NNE incl Böen sagte Gerd.

08.00am 36°45,7N   09°31,6W   1019hPa   COG 110°   SOG 9Kts

01.00pm   145nm hatten wir in den letzten 12 Std geschafft. WoW.

06.00pm 36°31,N   08°02W   Etmal 195nm   1015hPa   COG 115°   SOG 6,4

Das Segelschulschiff MIR war wieder vor uns. Den ganzen Tag sehr viele Container- und Lastschiffe um uns herum gesehen. das Funkgerät quickte ohne Pause.

10.30pm 36°23,0N   07°28,6W   COG 105°   SOG 5,5Kts   1016 hPa   Das Funkgerät plapperte vor sich hin. Englisch, portugiesisch, spanisch und russisch. Ich hatte mir eine Flasche Bier heiß gemacht. Meine Erkältung machte mir arg zu schaffen. Hoffte am nächsten Tag wieder fit zu sein.

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26. Juli Mittwoch

06.00am klitschnass geschwitzt und hustend wurde ich wach. Beging dann den großen Fehler..... ich schaute in den Spiegel. Zum Glück beschlug er schnell während des Duschens.

Danach bezog ich meine Koje mit frischer Wäsche. Somit frisch poliert auf nach Europa.

07.00am   26°08,6N   06°29,7W   COG 100°   SOG 6,9Kts   1015hPa

Die See war wie Blei. Kaum Wind. Die Strömung lief gegen uns. Gerd sagte das wir gegen Mittag durch die Straße von Gibraltar schießen würden.

09.00am  Nebel. Sicht unter 20 meter. (das Vordeck der 49 Fuß Bavaria war nicht zu erkennen). Zum ersten Mal wurde mir richtig mulmig. Die Nebelhörner, manche sehr laut (wir hupten auch immer) hörten sich unheimlich an. So richtig Gothic. Einmal tauchte achtern ein Fischerboot auf. Zuerst nichts zu sehen, dann so nah das man die Gesichter erkennen konnte. Jesus hatte ich mich erschrocken.

11.30am  hatte der Nebel sich gelichtet. Auf 10 Uhr war Europa zu sehen.

00.15pm   Afrika auf 01 Uhr.

01.00pm  hatten wir dann in der Marina von Gibraltar angelegt. Gerd ging zum einklarieren.

03.00pm  machte ich dann meinen ersten Spaziergang auf Gibraltar. Ich war wieder in Europa.

07.00pm gingen wir in die Stadt. Essen

Steak in Brandysauce und Salat. Tat das gut was frisches, anständiges zu essen!

10.30pm fiel ich todmüde in meine Koje.

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27.Juli Donnerstag

An diesem Tage war ich 50.000 Tage auf der Welt.

Gerd hatte den Eigner Adolf erreicht. Das Schiff war verkauft worden. Unsere Tour sollte nicht mehr bis Zadar gehen sondern auf Mallorca enden. HEUL!!!!

01.00pm Sightseeing. Die Altstadt von Gibraltar war sehr schön. Der Affenfelsen voller Touristen. Die Moschee schon leerer.

06.00pm gingen wir wieder essen. Fragte mich wo Gerd das Geld blos her hatte. Auf Fragen diesbezüglich erhielt ich wie immer sehr unwirsche Kommentare. 

Gerd bestellte sich ein Steak. Ich wollte diesmal Fisch & Salat.

08.00pm im Bistro "da Vinci" einen netten Briten kennengelernt. Bob. 53 Jahre alt. Ein Charmeur 1. Klasse aber mit Vorsicht zu genießen. Und wie ich noch herausbekam aktives Mitglied bei der englischen Armee. (Überall begegnete ich Soldaten. Oder sie mir. Komisch)

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28.Juli Freitag

01.30am ging ich schlafen

09.00am Schiff klargemacht zum weitersegeln. Wasser aufgefüllt, alles was rumfliegen könnte sicher verstaut ,....

03.30pm hatten wir den Europapoint hinter uns gelassen. Gerd brach sein Versprechen mit mir rüber nach Afrika zu segeln. Segelten nun Richtung Ibiza. Ich glaube aber unser Schreien hatte man bis Afrika hören können.

04.00pm alle Segel geheisst. Wind WSW 20Kts.  1013hPa  Kurs 80° COG   36°07,8N   05°11,1W   SOG 7,9Kts.

10.30pm es leuchtete um uns herum als wären wir ein Teil eines Weihnachtsbaums. Überall Schiffe. Der Lichtschein von Marbella war schwach auf 09 Uhr auszumachen.

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29. Juli Samstag

11.00am   36°29,1N   02°50,4W   COG 81°   SOG 5,1Kts.   1013hPa   Ruhige See. Leicht bedeckter Himmel. Der Wind hatte gedreht. Gerd rechnete mit Windänderung.

04.00pm der Wind schlief immer mehr ein.

10.00pm versuchte trotz schweren Hustens einzuschlafen.

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30. Juli Sonntag

09.00am Die See schimmerte in der Sonne wie pures Blei. Außer Fahrtwind (wir motorten) absolut kein Lüftchen. Der Tag sollte sehr heiß werden.

Auf Backbordseite war die Küste von Cartagena auszumachen. Rechts wußte ich lag Algerien. Es waren auch einige arabische Radiosender zu empfangen. Ich wartete darauf einen französischen Sender zu erwischen.

04.00pm   37°28,7N   00°39,0W   COG 60°   SOG 5,5Kts   1016hPa

In ca. 24h würden wir in Palma de Mallorca anlegen. Dann sollte mein Törn vorbei sein. Genau vor 4 Monaten hatten wir mit dem Katamaran in Le Marin abgelegt. Vor 18 Wochen hatte ich Deutschland verlassen.

Man hatte mir gesagt das ich auf See Zeit hätte viel nachzudenken. Zeit mein bisheriges Leben Revue passieren zu lassen. Das ich mich auch selbst durch dieses Erlebnis verändern würde. 

Ob ich mich offensichtlich verändert hatte, konnte und kann ich objektiv selbst nicht beurteilen. (Es wurde mir aber dann doch sehr häufig bescheinigt)

Was ich weiß ist das ich seit meiner Reise vieles mit anderen Augen sehe. 

Andere Prioritäten setze. Was die Zukunft bringt.... MAKTUB

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01. August Montag

06.00am Backbord lag Formentera.

08.00am fuhren wir an der Südkante von Formentera vorbei (hohe Steilküste) im Dunst war Ibiza auszumachen

09.30am  38°44,4N   01°40,8E   COG 40°   SOG 6,1Kts   1015hPa

02.00pm  39°26,4N   02°31,11E  Backbord lag Faros de Mallorca - Torre de defensa en Portals Vei. Wir waren in Mallorquinischen Gewässern angekommen.

05.15pm machten wir am Steg in Palma fest. Gerd übergab die Bavaria 49 an den neuen Eigner. Meine Seereise endete am Wegepunkt:

39°33,5N   02°37,5E

Mallorca...... am Abend gingen wir ein letzes Mal zusammen essen. Der neue Eigner lud uns ein. Es gab höfliche Konversation. Ich wurde das Gefühl nicht los das man heilfroh war wenn sie Gerd nicht mehr sehen mußten. Mit der Lebensabschnittsgefährtin des neuen Eigners verstand ich mich ganz gut. Eine Östereicherin aus Wien. Inhaberin eines Seglerbedarfsgeschäfts. Ich bestellte mir mallorquinisches Kaninchen und ein gutes Glas Wein. Nach dem Essen schlenderten Gerd und ich dann zurück Richtung Marina. Die Flüge für uns waren schon gebucht.

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02. August Dienstag

An diesem Tag ging unser Flieger zum Köln/Bonner Flughafen. 

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03. August Mittwoch gegen 04.00am kam ich mit einem Taxi in meinem Wohnort an. Auf der Fahrt vielen mir die Deutschlandfahnen in/an den Häusern und den Autos auf. Was war denn mit den Deutschen los? Patriotisches Gehabe kannte ich ja nun nicht aus diesem Land. 

Gerd sah ich noch einmal wieder (ca 10 tage später) er überreichte mir meine Meilenbestätigungen und eine große Kopie unserer Seekarte worauf unsere Wegepunkte,.. eingezeichnet waren. Danach sah ich diesen Mann nie wieder. Das Geld welches ich ihm geliehen hatte und meine zusätzlich vereinbarte Heuer bekam ich nie. Ich tröstete mich mit dem Gedanken darüber hinweg das.... hätte ich diese Reise als "Urlaubsreise" gebucht gehabt... der Preis Fünfstellig gewesen wäre den ich hätte dafür berappen müssen.

Im nächsten Frühjahr auf der Düsseldorfer Bootsmesse traf ich den Eigner Adolf und seinen Schwiegersohn Jürgen wieder.

Man berichtete mir das Gerd wohl inzwischen wieder gutgläubige Menschen betrogen hätte.

Wir verabredeten in Verbindung zu bleiben. Man war mit mir als First Maid sehr zufrieden gewesen.

Im Sommer traf ich Werner auf dem französischen Markt in der Düsseldorfer Altstadt. Er hatte sich wieder richtig gut erholt von seiner Operation. Wie schön.

September 2007 erhielt ich eine Mail. Ob ich Lust und Zeit hätte eine Überführung zu machen.

Von Europa nach Cuba. Der Törn ginge am 20. Oktober los und sollte ca. 4 Wochen dauern.

Leider mußte ich aus beruflichen Gründen absagen. Aber wer weiß was die Zukunft bringen mag.

 

Liebe Seglerfreunde,

sollte ich wieder die Gelegenheit bekommen auf Tour zu gehen, lasse ich es Euch hier wissen.

Ich möchte noch den Pazifik besegeln, die Äquatortaufe mitmachen und auch mal zwischen Eisbergen segeln.

Aber immer daran denken: Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel

 

Ahoi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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